Reza Pahlavi


Cyrus Reza Pahlavi,[1] kurz Reza Pahlavi (traditionell deutsch Resa Pahlewi; persisch رضا پهلوی, DMG Reżā Pahlawī, []; * 31. Oktober 1960 in Teheran) ist ein iranischer Politiker. Er ist der älteste Sohn des ehemaligen Schahs von Iran (Schah von Persien), Mohammad Reza Pahlavi, und der ehemaligen Kaiserin Farah Pahlavi. Er war der designierte Kronprinz.
Reza Pahlavi ist der Enkelsohn von Reza Schah Pahlavi, dem Begründer der Pahlavi-Dynastie. Nach dem Verlust des Pfauenthrons während der sogenannten Islamischen Revolution im Jahre 1979 blieb Reza Pahlavi, der bereits zuvor im Rahmen seiner Ausbildung Iran verlassen hatte, außerhalb seiner Heimat. Nach Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Marokko und Ägypten lebt er seit 1984 erneut in den Vereinigten Staaten – in Great Falls (Virginia)[2] und Washington.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kurz vor seinem siebten Geburtstag wurde Reza Pahlavi am 26. Oktober 1967 während der Krönung seines Vaters Mohammad Reza Pahlavi zum Kronprinz ernannt. Aufgezogen wurde er von einer französischen Gouvernante.[3]
Reza Pahlavi verließ Iran im Sommer 1978,[4] um seine Ausbildung in den USA fortzusetzen. Nach der Ausbildung als Kampf-Jet-Pilot an der Reese Air Force Base in Lubbock (Texas), und dem Besuch des Williams College in Williamstown (Massachusetts), absolvierte er das Studium im Bereich Politikwissenschaft an der University of Southern California.
Nach dem Tod seines Vaters Mohammad Reza Pahlavi wäre Reza Pahlavi am 31. Oktober 1980, mit seinem 20. Geburtstag, nach der nicht mehr geltenden iranischen Verfassung von 1979 Nachfolger seines Vaters geworden. Aus diesem Anlass hielt er in Kairo eine Rede an die iranische Nation,[5] in der er sich als neuer Schah verkündete und sich Reza Pahlavi II. nannte.[6]
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er ist seit 1986 verheiratet mit Yasmine Pahlavi, geborener Etemad-Amini (* 1968).[7] Er hat mit seiner Frau drei Töchter und lebt heute, wie viele andere Exil-Iraner auch, in Maryland (USA).
Politische Aktivitäten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pahlavi äußert sich häufig zur Situation in seinem Heimatland und kritisiert dabei das derzeitige Regime deutlich.[8] Unter Exiliranern ist seine Position umstritten. Während die Anhänger der Monarchie ihn als Hoffnungsträger sehen, halten ihn viele andere Gruppen für politisch irrelevant.[9] Pahlavi behauptet, über große Unterstützung auch innerhalb Irans zu verfügen, was jedoch von unabhängigen Experten bezweifelt wird.[10]
Anlässlich der Proteste Frau, Leben, Freiheit im Herbst 2022 in Iran distanzierte sich Pahlavi von einzelnen ethnisch geprägten Gruppierungen der Bewegung, die er als „Separatisten“ bezeichnete. Ein Gegen-Motto mit dem Wortlaut „Mann, Heimat, Entwicklung“ soll aus seiner Anhängerschaft stammen.[11]
Besuch in Israel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 18. April 2023 besuchte Reza Pahlavi Israel und betete an der Westmauer in Jerusalem. Er bekundete Freundschaft zum jüdischen Staat, distanzierte sich vom iranischen Regime und ehrte die Holocaust-Opfer. Pahlavi spricht sich für eine säkulare Demokratie in Iran aus, die Freiheit, Menschenrechte und den Einsatz moderner Technologien – etwa gegen die Wasserkrise – fördert.[12] 2023 unterzeichneten in wenigen Tagen mehr als 300.000 Auslands-Iraner eine Onlinepetition, die Pahlavi die Vollmacht übertragen soll, in einer Übergangszeit bis zu einem Referendum im Namen der Opposition Irans über die Zukunft Irans zu sprechen. Pahlavi gab dazu auf Twitter an, dass er nur drei Grundsätze anerkenne und für sie kämpfe: für die territoriale Integrität Irans, für eine säkulare Demokratie auf Grundlage der Menschenrechte sowie für das Recht der Menschen, über das nächste politische System in freien Wahlen zu entscheiden. Er wolle ein demokratisches System und habe stets auf das Wiederbeleben der Monarchie in Iran verzichtet.[13]
Israelisch-iranischer Krieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Den israelischen Angriff auf das Atomprogramm der Islamischen Republik verurteilt Reza Pahlavi nicht. In einer Videobotschaft äußerte er sich abwertend über Ali Chamenei und versicherte, dass wenn das Regime fallen werde, das Land nicht im Chaos versinken werde. Außerdem versicherte er, dass es einen 100-tägigen Übergangsplan zum Aufbau einer demokratischen Regierung gebe.[3]
Proteste in Iran 2025/2026
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Reza Pahlavi bezog als Exilfigur bei den iranischen Protesten 2025/2026 deutlich Stellung, indem er über Social Media und Interviews zu koordinierten Aktionen aufrief. Er positionierte sich als Übergangsführer für eine demokratische Zukunft Irans und mobilisierte verbal Demonstranten sowie Diaspora. So forderte er ab Anfang Januar 2026 zu täglichen Abendprotesten um 20 Uhr auf, um die Bewegung diszipliniert zu eskalieren. Er rief zu Generalstreiks, Besetzung öffentlicher Plätze und dem Einsatz der Löwen-und-Sonne-Flagge auf.[14][15][16][17]
Pahlavi appellierte an die Demonstranten, während der Proteste Gruppen zu bilden, auf den Hauptstraßen zu bleiben und abgeschiedene Routen zu meiden. Er appellierte an die Sicherheitskräfte, sich dem Regime zu widersetzen.[15] Zudem regte er internationale Unterstützung, etwa durch US-Präsident Trump, an[18][19] und kündigte seine Rückkehr nach Iran an.[20] Pahlavis Rhetorik führte zu wachsender Popularität unter einigen Demonstranten, andere bezweifeln seine Eignung als Führungsfigur.[21][22]
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Winds of Change: The Future of Democracy in Iran. Regnery Publishing, 2002, ISBN 0-89526-191-X (englisch)
- Gozashteh va Ayandeh. Kayhan Publishing, 2000, ISBN 0-9538644-0-5 (persisch)
- Pour l’Iran: Entretiens avec Ahmad Ahrar. Éditions Flammarion, 2004, ISBN 2-08-068220-2 (französisch)
- mit Michel Taubmann: Iran, L’heure du choix – Entretiens avec Michel Taubmann. Éditions Denoël, 2009, ISBN 978-2-207-26103-3 (französisch)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Farah Diba-Pahlavi: Erinnerungen. Luebbe-Verlagsgruppe, 2004, ISBN 3-7857-2157-9.
- Christian Malar, Alain Rodier: Reza Pahlavi. Le fils du Shah de l’exil à la reconquête. Plon, Paris 1986, ISBN 978-2259-01420-5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website von Reza Pahlavi
- Interview von David Frost mit Reza Pahlavi zu den Protesten nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Vgl. etwa www.adelswelt.de
- ↑ Andrew Friedman: U.S. Imperial Tehran in Exile: Reza Pahlavi in the CIA’s Northern Virginia Suburbs. Paper presented at the annual meeting of the American Studies Association Annual Meeting, San Antonio (TX) 26. November 2014.
- ↑ a b Nick Tabor: Reza Pahlavi | Exiled Crown Prince, Life in the U.S., Ties to Iran, Relationship with Trump and Netanyahu, & Biography | Britannica. In: Encyclopedia Britannica. 10. Januar 2026 (britannica.com [abgerufen am 10. Januar 2026]).
- ↑ spiegel.de
- ↑ Former Iranian Crown Prince Reza Pahlavi will proclaim himself... In: UPI. 17. Oktober 1980, abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Crown Prince Reza, fighting back tears, proclaimed himself shah... In: UPI. 31. Oktober 1980, abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Reza Pahlavi. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2018; abgerufen am 30. März 2022.
- ↑ Exil-Iraner: „Das ist unser Berliner-Mauer-Moment“ - WELT. Abgerufen am 27. Juni 2025.
- ↑ Mina Khani: Sohn des letzten Schahs: Kronprinz oder Figur der Vergangenheit. In: Die Tageszeitung: taz. 24. Juni 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 27. Juni 2025]).
- ↑ Daniel Block: The Son of the Last Shah Wants to Be the Next Leader of Iran. 24. Juni 2025, abgerufen am 27. Juni 2025 (englisch).
- ↑ Mina Khani: Sohn des letzten Schahs: Kronprinz oder Figur der Vergangenheit. In: Die Tageszeitung: taz. 24. Juni 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 27. Juni 2025]).
- ↑ Daniel Block: The Son of the Last Shah Wants to Be the Next Leader of Iran. 24. Juni 2025, abgerufen am 27. Juni 2025 (englisch).
- ↑ Rainer Hermann: Onlinepetition für Reza Pahlawi als Sprecher der Opposition Irans. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Januar 2023.
- ↑ Shir Perets, Tobias Holcman: Reza Pahlavi calls on Iranians to escalate protests. The Jerusalem Post, 12. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b Alex Winston: Reza Pahlavi evolves into leader as Iran’s protests grow. The Jerusalem Post, 11. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Proteste im Iran: Der Kronprinz wird zum Symbol der Proteste gegen das Mullah-Regime. In: Merkur.de. 12. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026.
- ↑ Alex Winston: Reza Pahlavi urges Iranians to join nationwide Iran strike | The Jerusalem Post. 31. Dezember 2025, abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Irans Exil-Prinz Pahlavi: Trump ein Vorbild für Europa. In: Fr.de. 12. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026.
- ↑ Rachel Wolf: Exiled Iranian crown prince urges Trump to help as protests against Islamic regime intensify: 'Man of peace'. Foxconn News, 9. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ n-tv.de: Welche Rolle Schah-Sohn Reza Pahlavi bei den Protesten im Iran spielt. In: ntv.de. 10. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026.
- ↑ Reza Pahlavi, exiled son of Iran’s last shah, at centre of protest chants. In: bbc.com. 9. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Mahtab Qolizadeh: Proteste gegen das islamische Regime: Irans Sehnsucht nach dem Schah. In: Die Tageszeitung: taz. 9. Januar 2026, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 12. Januar 2026]).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pahlavi, Reza |
| ALTERNATIVNAMEN | Pahlavi, Reza II. |
| KURZBESCHREIBUNG | erster Sohn des letzten Schahs des Irans, Mohammad Reza Pahlavi |
| GEBURTSDATUM | 31. Oktober 1960 |
| GEBURTSORT | Teheran |
- Familienmitglied (Mohammad Reza Pahlavi)
- Thronfolger
- Thronprätendent
- Person (Teheran)
- Träger des Groß-Sterns des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich
- Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz mit Ordenskette)
- Träger des Seraphinenordens
- Iranischer Emigrant in den Vereinigten Staaten
- Iraner
- Geboren 1960
- Mann