Retzow
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 37′ N, 12° 41′ O | |
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Havelland | |
| Amt: | Friesack | |
| Höhe: | 35 m ü. NHN | |
| Fläche: | 14,84 km² | |
| Einwohner: | 516 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 35 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 14641 | |
| Vorwahl: | 033237 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HVL, NAU, RN | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 63 256 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Marktstraße 22 14662 Friesack | |
| Website: | www.amt-friesack.de | |
| Bürgermeister: | Christian Link | |
| Lage der Gemeinde Retzow im Landkreis Havelland | ||
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Retzow ist eine Gemeinde im Landkreis Havelland in Brandenburg (Deutschland). Sie gehört zum Amt Friesack mit Sitz in der Stadt Friesack.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Retzow liegt etwa 13 Kilometer westlich von Nauen und 23 Kilometer östlich von Rathenow im Havelländischen Luch und am Nordrand der Ribbecker Heide.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Retzow hat keine amtlich ausgewiesenen Ortsteile, bewohnten Gemeindeteile oder Wohnplätze.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Retzow, im Jahre 1289 noch Vresowa geschrieben, wird slawischem Ursprung zugeordnet.
Die erste nachweisliche schriftliche Erwähnung von Retzow stammt vom 17. Februar 1269[3] als Rizzowe.[3][4] Bei Moritz Wilhelm Heffter 1840[5] wird die Erwähnung Rizzowe dem »Dorfe Riez«[5] zugeordnet, was jedoch andere Werke widerlegen.[4][6] Bei der bei Heffter erwähnten Urkunde (Copiar. antiq. p. 35 sq.)[5] handelt es sich jedoch um die Urkunde, welche dem Domstiftsarchiv Brandenburg in zwei verschiedenen Ausführungen vorliegt. Die erste Urkunde vom 17. Februar 1269 findet man im Codex diplomaticus Brandenburgensis – Teil 1, Band 8[3] und die zweite Ausführung (U. 653)[4] enthält neben der Erwähnung der Pfarre des Dorfes Retzow (Rizzowe)[4] noch die Erwähnung der Filiale Pessin[4] und Selbelang (Selewelanc).[4]
Die gleichnamige Familie von Retzow hatte mindestens von 1375 bis 1791/1794 Besitzungen im Ort.[7] Im geschichtlichen Verlauf entstanden weitere Güter in Retzow. So vermag es die Familie von Sehlen anteilig im Ort Besitztum gebildet zu haben, etwa von 1450 bis 1620. Aus dem Konkurs des Friedrich von Sehlen erstand dann Christoph von Kröcher den Besitz, konnte den aber auch nicht lange halten und führte für 4450 Taler einen Rückkauf an Joachim von Sehlen durch.[8] Von 1660 bis 1776 hielt die Familie von Fahrenholz in Retzow. Die Nachfolgeschaft trat bald die alte Familie von Bredow an. Ihr erster Vertreter scheint offiziell der Leutnant Filip Heinrich Ludwig Karl von Bredow-Haage (1781–1827) gewesen zu sein. Ihm folgte sein jüngerer Bruder Lippold Friedemann von Bredow, Hauptmann a. D. auf Haage und Retzow. Nähere Daten liegen nicht vor, welche Teile von Retzow konkret übernommen wurden. Der Landwehr-Offizier war verheiratet mit Charlotte du Trossel und vererbte Haage und Retzow dem dritten Sohn Maximillian (Max) von Bredow (1816–1883).[9]
Retzow gehörte politisch schon seit 1817 zum Kreis Westhavelland in der preußischen Provinz Brandenburg. Um 1880 existierten insgesamt vier Rittergüter am Ort. Anteile von Retzow I, die Rittergüter III und IV besaß die Familie von Erxleben-Selbelang. Das Generaladressbuch des brandenburgischen Gutsbesitz gibt in der Gesamtheit dazu 722 ha an. Ein Anteil des Rittergutes Retzow II mit 480 ha gehörte dem oben genannten Max von Bredow.[10] Ausgangs des 19. Jahrhunderts fiel Retzow dem Landrat Ernst von Bredow (1834–1900) auf Buschow zu,[11] der das Gut seinem gleichnamigen Sohn Ernst (1865–1909) übergab. Ernst jun. von Bredow war verheiratet mit Maria von Ohlen und Adlerscron. Beide hinterließen als Zeichen des Patronats ihr Wappen im Gutshaus. Um 1930 war ihr Sohn Wolf von Bredow Eigentümer vom Rittergut Retzow II A mit 481 ha. Im Ort sind noch Güter von Friedrich Bree mit 103 ha, A. Buge mit 138 ha sowie Albert Krause mit 89 ha.[12] Bredow lebte nach dem Krieg mit seiner Familie in Niedersachsen.[13]
Ab 1952 gehörte die Ortschaft zum Kreis Nauen im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Havelland.
Bevölkerungsentwicklung
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[14][15][16] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeindevertretung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeindevertretung von Retzow besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[17]
| Wählergruppe | Stimmenanteil | Sitze |
|---|---|---|
| Ländliche Wählergemeinschaft | 100 % | 8 |
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1998–2003: Walter Runge (SPD)[18]
- 2003–2021: Heinrich Stumpp (Ländliche Wählergemeinschaft)[19]
- 2021–2022: Achim Doberenz[20]
- seit 2022: Christian Link[21]
Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 wurde Link ohne Gegenkandidat mit 92,2 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtsperiode von fünf Jahren gewählt.[22]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Silber ein schreitender, hersehender roter Luchs über einem schrägrechten, zweifach blau gepfropften roten Schildfuß.“ | |
| Wappenbegründung: Das Wappen knüpft mit seiner Symbolik an den Ortsnamen an. Aus der altpolabische Grundform Rys'ov leitet sich die Begrifflichkeit „Ort eines Rys“ oder „Ort, wo Luchse vorkommen“ ab. Wird ein Personenname angenommen, leitet der sich von rys = Luchs ab (vgl. altpolnischer Personenname Rys, alttschechisch Rys oder altrussischer Personenname Rysik). In den slawischen Sprachen ist dieser Wortstamm noch heute zu finden (Luchs = pысь/ru., Ryś/poln., pись/uk, Pис/bul.). Weiterhin haben die von „rys“ abgeleiteten Adjektive auch die Bedeutung sorbisch rysy = fuchsrot, tschechisch rysý = rötlich. *) Aus dieser Herleitung erklärt sich das Wappen von Retzow mit dem Symbol eines Luchses, der in Rot auf silbernem Schild geführt wird – neben der namensgeschichtlichen Übereinstimmung zugleich traditionelle brandenburgische Farben. Eine Besonderheit ist die Geografie der Gemeinde, die sich durch eine kontinuierliche Steigung/Gefälle (über 8 Meter) auszeichnet; zudem besitzt der Ort zwei Teiche, die Zufluss und Abfluss haben. Aus diesem Grund wurde der Schildfuß rechtsgeschrägt und zweifach blau gepfropft. Die sogenannten Pfropfungen stehen symbolisch für die beiden Teiche von Retzow.[23] Die Farben der Gemeinde sind: Rot-Weiß Das Wappen wurde vom Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und am 15. April 2014 vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv zustimmend begutachtet. |

