Straßenbahn Den Haag
| Straßenbahn Den Haag | |||
|---|---|---|---|
| Basisinformationen | |||
| Staat | Niederlande | ||
| Stadt | Den Haag | ||
| Eröffnung | 25. Juni 1864 | ||
| Betreiber | Haagsche Tramweg-Maatschappij | ||
| Infrastruktur | |||
| Streckenlänge | 107 km | ||
| Spurweite | 1435 mm (Normalspur) | ||
| Stromsystem | 600 V = Oberleitung | ||
| Tunnelbahnhöfe | 3 | ||
| Betrieb | |||
| Linien | 12 Hauptlinien 2 Verstärkungslinien | ||
| Linie | von | über | nach |
| 1 | Scheveningen Noord Zwarte Pad | World Forum – Centrum – Bahnhof Hollandse Spoor (HS) – Hoornbrug – Delft Bahnhof | Delft Tanthof Abtswoudsepark |
| 2 | Kraayenstein Kraayensteinlaan | Grote Markt – Hauptbahnhof (Centraal) – Ternoot – Voorburg 't Loo – Mall of the Netherlands | Leidschendam MCH Antoniushove |
| RR 3 | Loosduinen Arnold Spoelplein | De Savornin Lohmanplein – Fahrenheitstraat (Noord) – Grote Markt – Hauptbahnhof (Centraal) – Voorburg 't Loo – Zoetermeer Centrum West – Zoetermeer Stadhuis | Zoetermeer Centrum West |
| RR 4 | De Uithof | Leyenburg – Grote Markt – Hauptbahnhof (Centraal) – Voorburg 't Loo – Zoetermeer Centrum West – Zoetermeer Stadhuis | Lansingerland-Zoetermeer |
| 6 | Leyenburg | Delftselaan – Grote Markt – Hauptbahnhof (Centraal) – Ternoot – Station Mariahoeve – Mall of the Netherlands | Leidschendam Noord Dillenburgsingel |
| 9 | Scheveningen Noord Zwarte Pad | Madurodam – Hauptbahnhof (Centraal) – Kalvermarkt/Stadhuis – Bahnhof Hollandse Spoor (HS) – Loevesteinlaan | Vrederust De Dreef |
| (10) | Scheveningen Noord Zwarte Pad | World Forum – Centrum – Bahnhof Hollandse Spoor (HS) – Station Moerwijk – Loevesteinlaan | Vrederust De Dreef |
| 11 | Scheveningen Haven Strandweg | Statenlaan – Delftselaan | Bahnhof Hollands Spoor (HS) |
| 12 | Duindorp Zuiderstrand | Fahrenheitstraat (Noord) – Delftselaan | Bahnhof Hollands Spoor (HS) |
| 15 | Centraal Station | Centrum – Waldorpstraat/Bahnhof Hollandse Spoor (HS) – Hoornbrug – Ypenburg | Nootdorp Centrum |
| 16 | Centraal Station | Kalvermarkt/Stadhuis – Bahnhof Hollandse Spoor (HS) – Station Moerwijk – Loevesteinlaan | Wateringen Dorpskade |
| 17 | Statenkwartier | Hauptbahnhof (Centraal) – Weteringplein – Bahnhof Hollandse Spoor (HS) – Station Rijswijk | Wateringen Dorpskade |
| 19 | TU Delft Schoemakerstraat nur Mo–Fr, 7–19 Uhr, sonst ab Delft Bahnhof[1] |
Delft Bahnhof – Leidschenveen – Leidsenhage | Leidschendam MCH Antoniushove |
| RR (34) | De Savornin Lohmanplein | Fahrenheitstraat (Noord) – Grote Markt – Hauptbahnhof (Centraal) – Voorburg 't Loo – Zoetermeer Centrum West – Zoetermeer Stadhuis | Lansingerland-Zoetermeer |
| Stand 5. Oktober 2026 | |||
Die als RR bezeichneten Linien gehören zum Randstadrailnetz. Die Linien mit in Klammern gesetzter Nummer sind Verstärkungslinien mit eingeschränkten Betriebszeiten.
Fahrzeuge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem 1993 die letzten Exemplare der einst großen PCC-Flotte (234 Wagen) ausgemustert wurden, besaß die HTM einen einheitlichen Fahrzeugpark aus 147 Gelenkwagen (Tw 3000) des Typs GTL8. Ab Dezember 2002 kamen acht von der Stadtbahn Hannover übernommene TW 6000, die allerdings 2010 nach Budapest weiterverkauft wurden. Auf den Linien 3 und 4 der Regionalstadtbahn RandstadRail werden seit 2006 72 Fahrzeuge (TW 4000) des Typs RegioCitadis eingesetzt.
Im November 2011 bestellte HTM Personenvervoer 40 vierteilige Fahrzeuge des Typs Siemens Avenio mit einer Option für 40 weitere, die ab Februar 2014 geliefert wurden (TW 5000). Die Hälfte der Option wurde im März 2014 zu einer Festbestellung im Wert von 55 Mio. Euro umgewandelt.[2] Die 60 Triebwagen des Typs Avenios wurden 2014 und 2015 abgeliefert. Konkurrenz um den Auftrag bestand durch Bombardier mit dem Flexity Swift in einer Variante ähnlich derjenigen der Straßenbahn Melbourne sowie CAF mit dem Urbos AXL. Wegen unterschiedlicher Interpretationen des Lastenhefts kam es zu Gerichtsverfahren, insbesondere verlangte CAF Präzisierungen beim Bewertungsverfahren sowie später eine Neuausschreibung.[3]
Im Sommer veranstaltet das Haager Verkehrsmuseum sonntags Fahrten mit Oldtimer-Fahrzeugen.
Im Dezember 2022 wurden bei Stadler Rail zunächst 56 Fahrzeuge vom Typ Tina bestellt, wobei die Bestellung eine Option für 44 weitere Fahrzeuge enthält. Die Fahrzeuge, die 36,5 Meter lang sind, über eine Kapazität von 237 Passagieren verfügen, eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h erreichen und bei Bedarf in Doppeltraktion eingesetzt werden sollen, sollten ab 2026 ausgeliefert werden.[4] Stadler lieferte den ersten Wagen jedoch bereits im August 2025 aus.[5]
Neubauten und Planungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Straßenbahntunnel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die größte Baumaßnahme der Stadt in den vergangenen Jahren war der Bau eines 1250 Meter langen Straßenbahntunnels in der Innenstadt. Die Einkaufsstraße Grote Marktstraat wurde dabei zur Fußgängerzone umgewandelt, die dort verkehrenden Straßenbahnlinien in einen Tunnel mit zwei Tunnel-Stationen verlegt. Beide Stationen – Grote Markt und Spui – wurden vom Rotterdamer Architekten Rem Koolhaas entworfen und glänzen durch hölzerne Bahnsteige und trickreich beleuchtete Sichtbetonwände. Die Station Spui und der Streckentunnel bis zum Marktplatz liegen unterhalb einer Tiefgarage und deshalb recht tief unter dem Straßenniveau. Beide Stationen haben direkte unterirdische Zugänge zu den benachbarten Kaufhäusern. Am Marktplatz führt eine breite Verbindung vom Platz in die Untergrundstation.
Die Bauarbeiten begannen 1996 und gingen mit großen Schwierigkeiten voran. 1998 führte das massive Einsickern von Grundwasser in die Tunnelbaustelle zum Einbruch der Straßendecke des Kalvermarktes. Um ein Einstürzen des Tunnels und Schäden an den benachbarten Gebäuden zu verhindern, wurde zunächst die ganze Baustelle unter Wasser gesetzt. Die weiteren Bauarbeiten wurden unter Überdruck ausgeführt, wodurch jedoch weitere kleinere Wassereinbrüche nicht verhindert werden konnten. Die Unglücke sorgten für eine Steigerung der Baukosten von ursprünglich geplanten 139 Millionen auf 234 Millionen Euro und für eine Verzögerung der Fertigstellung um vier Jahre. Der Tunnel konnte schließlich am 16. Oktober 2004 eröffnet werden und wird von den RandstadRail-Linien 2, 3 und 4 und der Straßenbahnlinie 6 genutzt.
Erschließung neuer Wohngebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die niederländische Regierung fördert den Bau neuer, großer Wohngebiete in der unmittelbaren Umgebung der vier größten Städte des Landes. Diese Politik, festgehalten im VINEX-Programm, schließt die Anbindung dieser Wohngebiete durch Schienenverkehrsmittel mit ein.
Auch in der Region Den Haag entstanden seit den 1990er Jahren mehrere neue Wohngebiete des VINEX-Programms, die Anlass für Streckenneubauten der Haager Straßenbahn waren. So wurden die neuen Linien 15, 17 und 19 zur Erschließung der neuen Wohngebiete Nootdorp, Wateringse Veld und Ypenburg angelegt. Ende 2007 erhielt die Linie 16 an der Melis Stokelaan eine Zweigstrecke, die ebenfalls in das neue Wohngebiet Wateringse Veld führt. Die neue Linie 19 führt seit Juli 2010 von Delft über Ypenburg und Leidschenveen nach Leidschendam.
RandstadRail
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Randstadrail ist ein städteübergreifendes Stadtbahnnetz, dessen erste Abschnitte Den Haag, Rotterdam und Zoetermeer verbinden. Derzeit sind die folgenden vier Linien in Betrieb:
- E Den Haag Centraal – Pijnacker – Rotterdam Centraal – Rotterdam Slinge
- 3 Den Haag Loosduinen – Den Haag Centraal – Zoetermeer Voorweg (Laag = unten) – Zoetermeer Centrum West – Ringbahn Zoetermeer: Gegen Uhrzeigersinn: Zoetermeer Voorweg (Hoog = oben) – Bahnhof Zoetermeer/Driemanspolder – Zoetermeer Centrum West
- 4 Den Haag De Uithof – Den Haag Centraal – Zoetermeer Voorweg (Laag) – Zoetermeer Centrum-West – Zoetermeer Javalaan – Bahnhof Lansingerland-Zoetermeer
- 19 Leidschendam Leidsenhage – Ypenburg – Delft Bahnhof


Hauptbestandteil des Randstadrailnetzes sind die ehemaligen Eisenbahnstrecken Hofpleinlijn (Den Haag – Pijnacker – Rotterdam-Hofplein) und Zoetermeer Stadslijn (Den Haag Centraal – Zoetermeer). Diese wurden für den Betrieb mit Stadtbahnwagen umgebaut, wobei die Brezelschleife (krakeling) in Zoetermeer noch heute von der Linie 3 befahren wird, die Züge enden nun jedoch in Zoetermeer Centrum West. Die Eisenbahnzüge fuhren vorher, ohne irgendwo zu enden, nach Durchfahren der »Brezel« wieder nach Den Haag zurück. Außerdem wurde eine Neubauabzweigstrecke von der Brezel zur Javalaan eröffnet, die von der Linie 4 befahren wird. Auf diesen Linien werden niederflurige RegioCitadis eingesetzt.
Die Strecke nach Rotterdam – Hofpleinlijn – wurde hingegen schnellbahnmäßig ausgebaut und an das (hochflurige) Rotterdamer U-Bahn-Netz angeschlossen. Die Strecke wird von der Linie E u. a. mit Triebwagen des Typs Flexity Swift bedient.
Neben diesen Eisenbahnstrecken hat die Den Haager Straßenbahn eine wichtige Stellung, denn die Strecke nach Zoetermeer wird als Verlängerung der vormaligen Straßenbahnlinie 3 und 4 betrieben. Die Linie 2 gehörte einige Jahre auch zur RandstadRail, ist jedoch wieder eine normale Straßenbahnlinie. Mit den dadurch freigesetzten RegioCitadis kann nun die Linie 4 in der HVZ teilweise in Doppeltraktion gefahren werden.
Die Buslinie 170 von Zoetermeer nach Rodenrijs wird als fehlender Schenkel im Dreiecksnetz ebenfalls als RandstadRaillinie bezeichnet.
Im Straßenbahnnetz von Den Haag beträgt die Höchstgeschwindigkeit 65 km/h. Erst ab Den Haag Centraal, wo die Randstadrail-Linien aus dem Straßenbahnnetz abzweigen und auf einem eigenen kreuzungsfreien Fahrweg verkehren, steigt die Streckenhöchstgeschwindigkeit. Sie liegt zwischen Den Haag Centraal und Rotterdam Melanchtonweg bei 100 km/h. Allerdings erreichen die Züge der Linien 2 und 6, die abschnittsweise Randstadrailstrecken mitbenutzen, bauartbedingt bis zu 65 km/h. Für die Metrolinie E verringert sich die Höchstgeschwindigkeit an der Station Rotterdam Melanchtonweg auf die im Rotterdamer Metronetz zulässigen 75 km/h.
Verkehrsmuseum
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1989 wurde das Haager Museum für Öffentlichen Nahverkehr Haags Openbaar Vervoer Museum (HOVM) eröffnet. Es befindet sich im 1906 erbauten und seit 1983 stillgelegten, denkmalgeschützten Straßenbahndepot Frans Halsstraat im Südwesten der Innenstadt. Es stellt historische Haager Straßenbahnwagen und Busse aus und veranstaltet Sonderfahrten mit alten Fahrzeugen.[6]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Haager Straßenbahngesellschaft (niederländisch, englisch)
- Liniennetz RandstadRail In: urbanrail.net (niederländisch)
- Website des Verkehrsmuseums (niederländisch)
- Öffnungszeiten und Preise
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Maurits van den Toorn: Den Haag: Linie 19 in Delft zur Technischen Universität verlängert. In: Urban Transport Magazine. 5. Oktober 2026, abgerufen am 6. Oktober 2026.
- ↑ Railway Gazette vom 13. März 2014 (engl.) abgerufen am 19. April 2014
- ↑ Harry Hondius: Entwicklung der Nieder- und Mittelflur-Straßen- und Stadtbahnen. In: stadtverkehr. Nr. 1-2/2012. EK-Verlag, 2012, ISSN 0038-9013, S. 10, 23.
- ↑ Redaktion: Stadler erhält erstmals Lieferauftrag für Straßenbahnen aus den Niederlanden. In: Bahnblogstelle. 18. Dezember 2022, abgerufen am 18. Dezember 2022.
- ↑ HTM5000: HTM Stadler Tina 7001 op Haagse bodem | The first new tram in The Hague | 2025. In: YouTube. 8. August 2025, abgerufen am 9. August 2025.
- ↑ Haags Openbaar Vervoermuseum (deutsch)










