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R-29

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R-29 bezeichnet eine Serie von ist eine U-Boot-gestützte ballistische Interkontinentalrakete (SLBM) aus sowjetischer/russischer Produktion. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten bzw. die NATO verwendet für die Raketen die NATO-Codenamen SS-N-8 Sawfly, SS-N-18 Stingray sowie SS-N-23 Skiff.

Vergleich von R-29, R-29RL, R-39, R-29RM, JL-1 und JL-2 (China)

Die R-29-Raketen sind zweistufige und dreistufige Raketen mit Flüssigkeitsraketentriebwerken. Als Brennstoff wird 1,1-Dimethylhydrazin (UDMH) und als Oxidator Distickstofftetroxid (NTO) verwendet. Die Steuerung der R-29-Raketen erfolgt mittels einem Trägheitsnavigationssystem sowie mit einem optoelektronischen System zur Astronavigation. Die Raketen können aus dem aufgetauchten oder aus dem abgetauchten U-Boot gestartet werden. Die maximale Reichweite der R-29-Raketen beträgt je nach Modell 6500–11500 km und der Streukreisradius (CEP) liegt zwischen 250 und 1500 m.[1]

Zivile Ausführungen zum Start von Satelliten wurden als Wolna und Schtil verwendet.

Die R-29 „Wysota“ wurde 1974 bei der Sowjetischen Marine eingeführt und bekam NATO-Codenamen SS-N-8 Sawfly mod 1. Die Rakete war mit einem Nukleargefechtskopf bestückt. Als Startplattform dienen die U-Boote der 667B Delta I-Klasse. Jedes U-Boot dieser Klasse war mit 12 R-29-Raketen beladen. Die R-29 wurde 1996 im Zuge der START-Verhandlungen ausgesondert und verschrottet.[1]

Die R-29D „Wysota“ wurde 1978 eingeführt und bekam den NATO-Codenamen SS-N-8 Sawfly mod 2. Die Rakete war mit einem Nukleargefechtskopf bestückt. Als Startplattform wurden die U-Boote der 667BD Delta-II-Klasse verwendet. Jedes U-Boot dieser Klasse war mit 16 R-29D-Raketen bestückt. Die R-29D wurde 1996 im Zuge der START-Verhandlungen ausgemustert.[2]

Die R-29R „Wolna“ wurde 1977 bei der Sowjetischen Marine eingeführt und bekam den NATO-Codenamen SS-N-18 Stingray mod 1 bzw. SS-N-18 Stingray mod 2. Die Rakete war mit einem einzelnen Nukleargefechtskopf oder mit bis zu 3 MIRV-Gefechtsköpfen bestückt. Als Startplattform dienen die U-Boote der 667BDR Delta-III-Klasse. Jedes U-Boot dieser Klasse konnte 16 R-29R-Lenkwaffen mitführen. Die R-29R wurde im Zuge des Start-II-Vertrages bis zum Jahr 2018 ausgesondert und verschrottet.[3]

Die R-29RL „Wolna“ war 1979 einsatzbereit und bekam den NATO-Codenamen SS-N-18 Stingray mod 3. Die Rakete konnte bis zu 7 MIRV-Gefechtsköpfen mitführen. Als Startplattform wurden die U-Boote der Delta-III-Klasse verwendet. Jedes U-Boot dieser Klasse war mit 16 R-29RL-Lenkwaffen bestückt. Die R-29RL wurde im Zuge des Start-II-Vertrages bis zum Jahr 2018 ausgemustert.[2]

Die R-29RM „Schtil“ wurde 1986 bei der Sowjetischen Marine eingeführt und bekam den NATO-Codenamen SS-N-23 Skiff. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die R-29RM von der Russischen Marine übernommen und befand sich bis 2010 im Dienst. Basierend auf der R-29RM entstanden in Russland die Ausführungen R-29RMU1 „Stantsia“ (2001), R-29RMU2 „Sinewa“ (2007) sowie R-29RMU2.1 „Liner“ (2014). Die beiden letztgenannten befinden sich im Dienst der Russischen Marine. Die R-29RM-Rakete kann bis zu 10 MIRV-Gefechtsköpfen transportieren. Als Startplattform werden die U-Boote der 667BDRM Delta-IV-Klasse verwendet. Jedes U-Boot dieser Klasse ist mit 16 R-29RM-Lenkwaffen bestückt.[4]

Übersicht R-29-Raketen

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R-29 R-29D R-29R R-29RL R-29RM R-29RMU2
Einführungsjahr 1974 1978 1977 1979 1986 2007
U-Boot-Klasse 667B Delta I 667BD Delta-II 667BDR Delta-III 667BDRM Delta-IV
Startmasse 33.300 kg 35.300 kg 40.300 kg
Durchmesser 1.800 mm 1900 mm
Länge 13,00 m 14,10 m 14,80 m
Stufen 2 3
Wurfmasse 1.100 kg 1.650 kg 2.800 kg
Reichweite 7.800 km 9.100 km 6.500–8.000 km 6.500 km 8.300 km 11.500 km
Gefechtskopf 1 RV 1 RV oder 3 MIRV 7 MIRV 10 MIRV
Sprengleistung pro Gefechtskopf 1.000 kT 800 kT RV: 450 kT, MIRV: 200 kT 100 kT 200 kT 100 oder 500 kT
  • Duncan Lennox: Jane’s Strategic Weapon Systems, 38th Edition. Jane’s Information Group, 2003, ISBN 0-7106-0880-2.
  • Pavel Podvig: Russian Strategic Nuclear Forces. MIT Press, 2004, ISBN 0-262-16202-4.
  • Peter Lobner: Marine Nuclear Power 1939–2018, Part 3A: Russia. Lyncean Group, 2018.
  • Steven J. Zaloga: The Kremlin’s Nuclear Sword: The Rise and Fall of Russia’s Strategic Nuclear Forces 1945–2000. Smithsonian Book, 2014, ISBN 1-58834-484-3.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Duncan Lennox: Jane’s Strategic Weapon Systems, 38th Edition . Jane’s Information Group, 2003.
  2. 1 2 Pavel Podvig: Russian Strategic Nuclear Forces. MIT Press, 2004.
  3. ↑ Steven J. Zaloga: The Kremlin’s Nuclear Sword: The Rise and Fall of Russia’s Strategic Nuclear Forces 1945–2000. Smithsonian Book, 2014.
  4. ↑ Peter Lobner: Marine Nuclear Power 1939–2018, Part 3A: Russia. Lyncean Group, 2018.