Quenselit ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und entwickelt nur sehr kleine, glimmerähnlich-blättrige bis tafelige Kristalle von pechschwarzer Farbe bei dunkelbräunlichgrauer Strichfarbe und metallischem Glanz.
Erstmals entdeckt wurde Quenselit im „Amerika-Stollen“ bei Långban in Schweden und beschrieben 1925 durch Gustaf Flink,[7] (1849–1931)[8] der das Mineral nach dem schwedischen Mineralogen Percy Dudgeon Quensel (1881–1966)[5] benannte. Dieser beschäftigte sich vorwiegend mit der Mineralogie der Långbangruben und gründete in der Universität Stockholm eine Sammlung der Långbaner Typminerale an. In dieser Typensammlung hat Quenselit die Register-Nr. 333.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/F.14-010. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der neu definierten Abteilung „Hydroxide und oxidische Hydrate (wasserhaltige Oxide mit Schichtstruktur)“, wo Quenselit als einziges Mineral eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer IV/F.14 bildet.[4]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Quenselit die System- und Mineralnummer 06.04.01.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Hydroxide und hydroxyhaltige Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Hydroxide und hydroxyhaltige Oxide mit verschiedenen Kationen“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 06.04.01, in der auch Lithiophorit eingeordnet ist.
Von Quenselit konnten bisher (Stand 2013) nur wenige Proben aus insgesamt vier Fundorten gefunden werden. Neben Långban in Schweden sind dies noch die „Shengli Pipes“ des Mengyin-Kimberlit-Feldes im chinesischen Gebirge Yimeng Shan, die „Mori Mine“ in der Präfektur Yamagata auf der japanischen Insel Honshū und die „Burgin Mine“ in den östlichen Tintic Mountains im Utah County in den USA.[10]
Gustaf Flink:Quenselite, ein neues Mineral von Långban. In: Geologiska Föreningens i Stockholm Förhandlingar. Band47, 1925, S.377–384 (rruff.info[PDF; 729kB; abgerufen am 19.Mai 2025]).
Quenselite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 19.Mai 2025(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.240 (englisch).
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.408.
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234
Quenselite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 56kB; abgerufen am 19.Mai 2025]).
12Quenselite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 19.Mai 2025(englisch).