Das im Jahr 2009 als Personengesellschaft gegründete Unternehmen Velopass gilt als Beginn. Zwischen den Orten Lausanne und Morges und an der Riviera entstand ein Verleih-Netz. Ende desselben Jahres wurde Velopass eine GmbH. In den folgenden Jahren entstanden acht neue Netze in der Westschweiz und im Tessin (Agglomeration Freiburg, Yverdon-les-Bains, Lugano, Chablais, Sitten, La Côte, Les Lacs-Romont und Bulle).
Die PostAuto-Betreiber und die SBB (mit Rent a Bike) bauten ein zweites Velo-Ausleihsystem auf, das Publibike genannt wurde. Im August 2011 installierte Publibike seine erste Station in Luzern, gefolgt von acht weiteren Stationen in Brig, Solothurn, Basel, Frauenfeld, Winterthur, Kreuzlingen und Bern. Diese vereinzelten Stationen wurden jedoch noch kaum genutzt und zum Teil auch wieder eingestellt.
Mit dem Ziel, ein nationales Veloverleihsystem zu entwickeln und beide Systeme mit einer einzigen Kundenkarte zugänglich zu machen, erwarb PostAuto Velopass. So konnten die Kunden ab Mai 2013 auf 1000 Velos und E-Bikes zugreifen, die an 100 Stationen in der ganzen Schweiz bereitstanden.
Am 1. Januar 2014 wurde Publibike in eine selbständige Aktiengesellschaft überführt, die fortan als Tochterunternehmen von PostAuto fungierte. Die Geschäftsstellen in Lausanne und Bern wurden hierbei am neuen Unternehmenssitz in Freiburg zusammengeführt. Im Rahmen einer Reorganisation des Postkonzerns wurde Publibike per 1. Januar 2021 direktes Tochterunternehmen der Schweizerischen Post, wobei der Hauptsitz nach Bern verlegt wurde.
Ende Februar 2019 wurde bekannt, dass VBZ TrafficMedia die Vermarktung der Werbeflächen auf den Publibike in Zürich übernommen hatte.[3]
Vor Eröffnung der neuen Leihnetze, hatte Publibike im Jahr 2017 ein Defizit von 5 Millionen Franken zu verzeichnen, wobei der Umsatz weniger als 3 Mio. Franken betrug. 2019 betrugen die Verluste 10,9 Mio. Franken.[4][5] 2020 wurden die Verleih-Preise angehoben.[6] Bereits von 2012 bis 2015 resultierte ein Verlust von 3,8 Mio. Franken.[7]
Publibike gehört zu den Gründungsmitgliedern des im Dezember 2021 auf Initiative der Mobilitätsakademie gegründeten Branchenverbands Swiss Alliance for Collaborative Mobility (kurz CHACOMO).[8]
Im Jahr 2022 hat die Post Publibike an Markus Bacher (Geschäftsführer von Publibike), Thomas Binggeli (Gründer von Thömus) und den IT-Unternehmer Guido Honegger (Gründer von green.ch) verkauft.[9] Das Unternehmen plant, dass die bestehende E-Bike-Flotte im Jahr 2022 mit GPS-Modulen ausgerüstet werden soll.[10] Im Juni 2022 wurden die Verleih-Preise, wie bereits vor zwei Jahren, erneut erhöht.[11][12][13] Im gleichen Jahr wurde bekannt, dass Publibike und Intermobility (Velospot) fusionieren.[14][15] Im folgenden Jahr wurde die Vermarktung der Werbeflächen auf den Velos und an den Stationen an die Goldbach Publishing ausgelagert.[16]
Ende Juli 2026 wurde bekannt, dass der britische Investor Visionedgeone (VE1) die Aktienmehrheit der Publibike AG übernommen hat. Markus Bacher bleibt CEO und als Minderheitsaktionär am Unternehmen beteiligt.[17][18]
Über die Publibike-App können Interessenten ein Kundenkonto erstellen. Die App zeigt den Standort der Publibike-Stationen auf einer Karte an, vor Ort sind diese an einer Stele erkennbar. Das elektronische Veloschloss, das sich hinter der Sattelstütze befindet, wird mit einem Druck auf den silbernen Button geweckt. Danach öffnet der Nutzer das Schloss nun mit der geöffneten App auf dem Smartphone per Bluetooth oder hält alternativ den Swisspass (RFID-Chip) an die Empfangselektronik. Nach der Fahrt kann das Velo an einer beliebigen Publibike-Stationen abgestellt werden. Das Veloschloss muss von Hand geschlossen werden, bis der Bügel einrastet. Die entstandenen Fahrtkosten werden im Kundenkonto angezeigt und dort auch automatisch abgebucht. Die Ausleihe der Velos ist rund um die Uhr möglich.[19]
Für die Nutzung gibt es zwei verschiedene Abonnements: Das «B-Quick», ohne Jahresgebühr, ist vor allem auf Spontane, Touristen und Neugierige ausgerichtet, während das Abo «B-Fit», eher für Pendler und Stadtbewohnerinnen konzipiert wurde.