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Prösen

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Die Schleuse Prösen

Prösen ist die größte Ortschaft der Gemeinde Röderland im Landkreis Elbe-Elster im Süden des Landes Brandenburg.[1]

Die Ortschaft Prösen hat 1.650 Einwohner (Stand Dezember 2024).[2] Sie liegt unmittelbar an der Bahnstrecke Zeithain–Elsterwerda und nahe der Bahnstrecke Berlin–Dresden, sowie den Bundesstraßen 101 und 169. Der Ort liegt am Elsterwerda-Grödel-Floßkanal.

Prösen auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910).
Prösen

Bereits im 3./4. Jahrhundert existierte eine größere germanische Siedlung im Bereich der heutigen Prösener Eigenheimsiedlung „Am Fuchsberg“. Während mehrmonatiger archäologischer Ausgrabungen in den Jahren 1999 und 2000 wurden Reste von Lang- und Grubenhäusern, Pfostenreihen, von Brunnen und Abfallgruben freigelegt. Das Fundmaterial umfasst Keramik, darunter Drehscheibenware sowie die Nachbildung eines römischen Glasgefäßes, bronzene Fibeln, eine römische Münze und Eisenschlacke.[3][4][5][6]

Prösen wurde im Jahre 1140 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist vermutlich abgeleitet aus dem slawischen „Brasa“ (die Birke).[7] Die Bewohner betrieben im Wesentlichen Ackerbau.

1835 wurde der Ort von einem Feuer zum größten Teil zerstört. Zu dieser Zeit zählte das Dorf 62 Wohnhäuser mit 134 Einwohnern. An Vieh wurden 39 Pferde, 333 Stück Rindvieh, 2 Ziegen und 52 Schweine gezählt.[8]

Die Prösener Schule ist die älteste in der Parochie Stolzenhain. Mit Beginn der Industrialisierung arbeiten viele Einwohner in den Fabriken von Elsterwerda und im Eisenwerk Gröditz. Der Ort liegt am linken Ufer des Floßkanals und an den Bahnstrecken Elsterwerda–Dresden und Riesa–Elsterwerda, an deren Verlauf ein Haltepunkt mit Stückgutverkehr eingerichtet wurde. Deshalb konnte sich auch in Prösen eine Metallgießerei, eine Schlosserei, eine Fabrik zur Herstellung von Landmaschinen sowie eine elektrische Mühle etablieren.

Die Kirche in der Mitte des langgestreckten Ortes wurde 1751 erbaut. 1539 wird eine Kapelle erwähnt. 1903 bekam Prösen einen eigenen Pfarrer und bildete eine eigene Parochie.[9] 1912 wurde die erste Hochspannungsleitung Europas entlang dem Elsterwerda-Grödel-Floßkanal erbaut und in Betrieb genommen.

Am 26. Oktober 2003 schloss sich Prösen mit fünf weiteren bis dahin eigenständigen Gemeinden des Amts Röderland zur neuen Gemeinde Röderland zusammen.[10] Prösen ist heute der größte Ortsteil der Gemeinde und zugleich deren Verwaltungssitz.

Bevölkerungsentwicklung

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Einwohnerentwicklung von Prösen ab 1875 bis 2002[11]
JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner
1875800 19463.304 19892.510 19952.353 20012.271
1890800 19503.126 19902.475 19962.374 20022.257
19101.000 19642.777 19912.395 19972.350
19251.656 19712.846 19922.351 19982.334
19332.204 19812.595 19932.371 19992.307
19392.650 19852.578 19942.365 20002.299

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Dorfkirche Prösen

Das gesellschaftliche Leben der Ortschaft wird in erster Linie von den ortsansässigen Vereinen (Heimatverein Großenhainer Straße e. V., Ortsfeuerwehrverein Prösen, Sportverein 1919 Prösen,[12] Kleintierzüchterverein) geprägt. Alljährlich werden sowohl ein Dorffest als auch ein Sportfest veranstaltet.

Im Ort haben sich einige Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt. Prösen ist Sitz der ALGATEC Solar AG, einem mittelständischen Unternehmen, das Solarmodule aus kristallinen Zellen fertigt. Für das Jahr 2009 ist eine erhebliche Erweiterung der Produktionskapazität auf 175 MW geplant; außerdem ist die Schaffung von weiteren 190 Arbeitsplätzen angekündigt. Am 1. Oktober 2009 übernahm die AG die Aktienmehrheit der börsennotierten Sunline Solar AG im bayrischen Fürth. Das 1985 gegründete Unternehmen, welches Insolvenz anmeldete, gilt als einer der Pioniere der deutschen Solarbranche.[13]

Persönlichkeiten

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  • Reinhard Höppner (1948–2014), Politiker und Autor, Sohn des Dorfpfarrers Franz Höppner
Ralf Minge (Bildmitte) in einem Spiel gegen Hansa Rostock 1989
  • Ralf Minge (* 1960), Fußballspieler, -trainer und -funktionär, ist in Prösen aufgewachsen.
Commons: Prösen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten und Einzelnachweise

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  1. Röderland | Service Brandenburg. Abgerufen am 2. Mai 2024.
  2. Prösen – Haida. Gemeinde Röderland, abgerufen am 21. März 2025.
  3. Rainer Mülling: Parzelle für Parzelle erforscht : neues von der spätgermanischen Siedlung in Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2000. Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e. V. in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte und dem Archäologischen Landesamt Berlin. Stuttgart 1999, S. 80–81.
  4. Dirk Westendorf: Eine kaiserliche Siedlung von Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 1999. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Wünsdorf 2000, DNB 95916314X.
  5. Dirk Westendorf: Die Kleinfunde der Rettungsgrabung 1999 auf der germanischen Siedlung am "Fuchsberg" in Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2000. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Wünsdorf 2001, ISBN 3-910011-22-5.
  6. Susanne Hanik: Tierknochen der germanischen Siedlung in Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2000. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Wünsdorf 2001, ISBN 3-910011-22-5.
  7. Emilia Crome: Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda. Akademie-Verlag, Berlin 1968, DNB 456303359.
  8. Übersicht der Bevölkerung und des Viehstandes im Jahre 1835. In: Die Schwarze Elster - Unsere Heimat in Wort und Bild. Bad Liebenwerda Nr. 596, 1985, S. 8–10.
  9. O. Bornschein, O. F. Gandert: Heimatkunde für den Kreis Liebenwerda. Verlag C. Ziehlke, 1929, DNB 572768133.
  10. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands
  11. Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg Online als PDF-Datei
  12. Vereins-Homepage des Sportvereins 1919
  13. Lausitzer Rundschau. 7. Oktober 2009, S. 9.

Koordinaten: 51° 26′ N, 13° 30′ O