Promotus
(Flavius) Promotus († 391) war ein spätantiker römischer Heermeister unter Kaiser Theodosius I.
Leben und Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über die frühe Laufbahn des Promotus ist wenig bekannt. Vor 386 scheint er ein militärisches Kommando in Africa (comes Africae?) innegehabt zu haben. Symmachus richtete an ihn Empfehlungsschreiben.[1]
Im Jahr 386 wurde er zum Heermeister der Infanterie in Thrakien ernannt (magister peditum per Thracias). In dieser Funktion gelang ihm ein bedeutender Sieg über die greutungischen Goten unter ihrem Anführer Odotheus, die versuchten, die Donau zu überschreiten. Promotus lockte sie in eine Falle und fügte ihnen am Fluss eine schwere Niederlage zu.[2]
Im Jahr 388 wurde er von Theodosius I. zum Heermeister der Reiterei (magister equitum) befördert. Zusammen mit Timasius, Arbogastes und Richomeres führte er im Westen den Feldzug gegen den Usurpator Magnus Maximus an.[3] Für seine Verdienste erhielt er für das Jahr 389 das Konsulat zusammen mit Timasius.
Nach der Rückkehr des Theodosius in den Osten rettete Promotus 391 den Kaiser bei Thessaloniki aus einer gefährlichen Lage während Kämpfen gegen gotische Verbände.[4] Anschließend übertrug ihm Theodosius den Oberbefehl über die weiteren Operationen gegen die „Barbaren“, zumeist Goten.[5]
Tod
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Promotus geriet jedoch in einen heftigen Konflikt mit dem aufstrebenden Prätorianerpräfekten Rufinus. Es kam 391 in Konstantinopel zu einem öffentlichen Streit, bei dem Promotus Rufinus ohrfeigte. Rufinus überredete den Kaiser, Promotus wieder zu den Truppen nach Thrakien zu versetzen. Dort geriet er Ende 391 in einen Hinterhalt und wurde getötet. Zeitgenossen und spätere Quellen (darunter Claudianus) sahen Rufinus als Drahtzieher hinter dem Anschlag.[6]
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Promotus hinterließ eine Witwe namens Marsa und zwei Söhne. Die Söhne wurden gemeinsam mit den Kindern des Theodosius I. am Hof erzogen.[7] In seinem Haus in Konstantinopel fand nach dem Tod ihres Vaters auch Aelia Eudoxia, die Tochter des Franken Bauto, Aufnahme. Zosimos lobt Promotus als integeren und vom Reichtum unabhängigen Diener des Staates.[8] Auf seinem ehemaligen Landgut in Konstantinopel entstand 404 ein gotisches Kloster.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Arnold Hugh Martin Jones, John Robert Martindale, John Morris: Flavius Promotus. In: The Prosopography of the Later Roman Empire (PLRE). Band 1, Cambridge University Press, Cambridge 1971, ISBN 0-521-07233-6, S. 750–751.
- Wilhelm Enßlin: Promotus 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XXIII,1, Stuttgart 1957, Sp. 734 f.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Symmachus, Epistulae 3,74–80.
- ↑ Zosimos, Neue Geschichte 4,35,1; 38,1–39,4; Claudianus, De IV consulatu Honorii 623ff.
- ↑ Philostorgios, Historia Ecclesiastica 10,8; Zosimos, Neue Geschichte 4,45,2.
- ↑ Zosimos, Neue Geschichte 4,49,3.
- ↑ Zosimos, Neue Geschichte 4,50,1.
- ↑ Zosimos, Neue Geschichte 4,51,1–3; vgl. Claudianus, In Rufinum I 316–317; De consulatu Stilichonis 1,94–96.
- ↑ Zosimos, Neue Geschichte 5,3,2.
- ↑ Zosimos, Neue Geschichte 4,51,3.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Promotus |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Heermeister |
| GEBURTSDATUM | 4. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 391 |