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Promecarb

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Strukturformel
Strukturformel von Promecarb
Allgemeines
Name Promecarb
Andere Namen
  • (3-Methyl-5-propan-2-ylphenyl)-N-methylcarbamat (IUPAC)
  • 3-Isopropyl-5-methylphenyl-N-methylcarbamat[1]
  • Carbamult[1]
Summenformel C12H17NO2
Kurzbeschreibung

fast geruchsloser, farbloser kristalliner Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 2631-37-0
EG-Nummer 220-113-0
ECHA-InfoCard 100.018.285
PubChem 17516
ChemSpider 16563
Wikidata Q7249684
Eigenschaften
Molare Masse 207,273 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

87–87,5 °C[1]

Siedepunkt

117 °C (13 Pa)[1]

Dampfdruck

4·10−3 Pa (25 °C)[3]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (80 mg·l−1)[1]
  • leicht löslich in polaren organischen Lösungsmitteln[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​311​‐​410
P: 273​‐​280​‐​301+310+330​‐​302+352+312[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Promecarb ist eine synthetische Alkylbenzolverbindung aus der Klasse der Carbamate, die als nicht-systemisches Kontakt-Insektizid genutzt wurde.[2]

Promecarb wurde Mitte der 1960er-Jahre in Deutschland entwickelt[5] und im Jahr 1965 eingeführt. Zu den Herstellern und Lieferanten von Produkten, die diesen Wirkstoff in der Vergangenheit verwendeten, zählen AgrEvo und die Schering AG. Er wurde unter den Marktnamen Carbamult, Minacide und Morton EP vertrieben.[6]

Stand 2025 ist Promecarb in den EU-Mitgliedsstaaten, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich nicht zugelassen.[6][7]

Promecarb wird häufig als emulgierbare Konzentrate oder benetzbares Pulver geliefert.[6]

Biologische Bedeutung

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Promecarb kann im Boden durch Mikroorganismen wie Pseudomonas putida, Flavobacter sp. oder Aeromonas liquefaciens abgebaut werden.[8] In Tribolium castaneum wurde eine Resistenzbildung nachgewiesen.[6]

Einzelnachweise

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  1. a b c d e f g h i j Eintrag zu Promecarb in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 26. Juli 2023. (JavaScript erforderlich)
  2. a b Chemical Datasheet: PROMECARB. In: CAMEO Chemicals. Abgerufen am 26. Juli 2023.
  3. a b PROMECARB. In: Hazardous Substances Data Bank. PubChem, abgerufen am 26. Juli 2023.
  4. Eintrag zu promecarb (ISO) in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 27. Juli 2023. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. PROMECARB INSECTICIDE. In: D. M. Considine, G. D. Considine (Hrsg.): Foods and Food Production Encyclopedia. Springer, Boston 1982, ISBN 978-1-4684-8513-4, S. 1608, doi:10.1007/978-1-4684-8511-0_16.
  6. a b c d Eintrag zu Promecarb in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of Hertfordshire, abgerufen am 12. Januar 2026.
  7. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Promecarb in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag im nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnis der Schweiz, abgerufen am 12. Januar 2026.
  8. Charles O. Knowles, Herman J. Benezet: Microbial degradation of the carbamate pesticides desmedipham, phenmedipham, promecarb, and propamocarb. In: Bull. Environ. Contam. Toxicol. Band 27, 1981, S. 529–533, doi:10.1007/BF01611060.