Pradell
| Pradell (Zerstreute Häuser) | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Lienz (LZ), Tirol | |
| Pol. Gemeinde | Kals am Großglockner | |
| Ortschaft | Lesach | |
| Koordinaten | 46° 59′ 27″ N, 12° 38′ 27″ O | |
| Postleitzahl | 9981 Kals am Großglockner | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Zählsprengel/ -bezirk | Kals am Großglockner (70712 000) | |
Die südlich Häusergruppe von Pradell von Süden | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS | ||
Pradell ist ein Streusiedlung (Zerstreute Häuser) der Ortschaft Lesach in der Gemeinde Kals am Großglockner.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pradell umfasst den linksseitigen Talboden des Kalser Tals zwischen dem Ködnitztal im Norden und der Abzweigung der Kalser Straße nach Lana im Süden. Während die Ortschaft im Westen vom Kalserbach begrenzt wird, befinden sich östlich die bewaldeten Westabhänge des Lesacher Riegel (Lesacher Wald). Benachbarte Ortschaften sind das nördlich bzw. am gegenüberliegenden Ufer des Ködnitzbaches gelegene Ködnitz, das östlich bzw. am gegenüberliegenden Ufer des Kalserbachs befindliche Lana sowie Unterlesach im Süden und Oberlesach im Südosten.
Pradell besteht aus zwei Häusergruppen, durch die die Kalser Straße führt. Die südliche Häusergruppe umfasste mit den Hofstellen Santner (Lesach 17), Aßmair (Lesach 18), Meilinger (Lesach 19) sowie dem Gebäude Lesach 33 insgesamt vier Gebäude sowie die Pradelkapelle. Die Nördliche Häusergruppe um die ehemalige Hofstelle Innerzeiner beherbergt die Gebäude Lesach 21, 22, 23, 35 und 35.[1]
Geschichte und Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ortschaft Pradell wird urkundlich erstmals im Jahr 1299 urkundlich als Pradel erwähnt. Die Schreibweise Pradell ist erstmals 1601 dokumentiert. Der Ortsname leitet sich vom romanischen pratellu („Kleine Wiese“) ab.[2]
Pradell wurde ursprünglich zur Ortschaft Oberlesach gezählt. Spätestens seit dem Jahr 1971 bildet Pradell gemeinsam mit Oberlesach und Unterlesach die Ortschaft Lesach.[3] Mitte des 19. Jahrhunderts bestand die Streusiedlung Pradell aus mehreren, verstreut liegenden Höfen. Im Süden bildeten die Bauernhöfe Santner, Aßmair und Meilinger das eigentliche Pradell. Nördlich lagen die Zeiner und Pradeler Felder, an der sich der Außerzeiner Hof anschloss. Im äußersten Norden der Ortschaft befanden je zwei Gebäude der Hofstellen Innerzeiner bzw. Leirer.[4] Die Hofstelle Leirer existiert heute nicht mehr. Vielmehr mündet hier mittlerweile der Ködnitzbach in den Kalserbach. Die Mündung bestand Mitte des 19. Jahrhunderts noch weiter nördlich. Des Weiteren ist die Hofstelle Außerzeiner mittlerweile unbesiedelt.
Pradell wurde in den Ortsverzeichnissen nicht immer separat ausgewiesen. Im Jahr 1923 zählte man in Pradell 19 Menschen in vier Gebäuden. Ein Hinweis, dass zu diesem Zeitpunkt die Hofstellen Außereiner und Leirer möglicherweise nicht (mehr) besiedelt waren.[5] Im Jahr 1951 lebten in der Ortschaft 40 Menschen in sieben Gebäuden,[6] 1961 wies die Statistik für Pradell sechs Gebäude und 40 Einwohner aus.[7] Auch in den darauf folgenden Jahrzehnten änderte sich an der Größe von Pradell nur wenig. Im Jahr 1971 lebten in Pradell 33 Menschen in zehn Gebäuden,[3] 1981 waren es 31 Menschen in sieben Gebäuden[8] und 1991 22 Menschen in neun Gebäuden. Im Jahr 1991 waren dabei neun Gebäude bewohnt und es bestanden noch drei land- bzw. forstwirtschaftliche Betriebe.[9] 2025 wurde jedoch nur noch die Hofstelle Meilinger (Lesach 19) landwirtschaftlich bewirtschaftet.
Sehenswürdigkeiten
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Die südliche Häusergruppe von Pradell bildet ein Ensemble, deren drei Einhöfe Aßmair, Meilinger und Santner im Kern vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammen. Die Pradellkapelle, auch Meilingerstöckl genannt, wurde hingegen erst 1934 errichtet.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tiroler Rauminformationssystem, abgerufen am 23. September 2025
- ↑ Gemeinde Kals, Sprachschichten & Namen A–Z
- ↑ a b Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1971. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 12. Mai 1971. Tirol. Wien 1974, S. 67
- ↑ vlg. den Franziszeischen Kataster
- ↑ Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Wien 1930, S. Tir. 5
- ↑ Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Juni 1951. Wien 1953, S. 202 Tir.
- ↑ Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961 nach dem Gebietsstand vom 1. Januar 1964. Wien 1965, S. T. 299
- ↑ Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1981. Tirol. Wien 1984, S. 113
- ↑ Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1991. Tirol. Wien 1993, S. 220
