Zum Inhalt springen

Pozzo del Merro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Luftbild
Querschnitt
Niphargus cornicolanus

Der Pozzo del Merro ist eine wassergefüllte Doline (Sinkhole) in der Landschaft nordöstlich von Rom in Italien. Am Grund dieser rund 80 m tiefen, kegelförmigen Senke befindet sich mit einer Tiefe von etwa 392 m die zweittiefste bekannte unterwasserliegende Schachthöhle der Welt.

Im Jahr 2000 wurden zwei ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (ROVs) eingesetzt, um die Tiefen des Pozzo del Merro zu erkunden. Das erste, „Mercurio“ (Merkur), erreichte seine maximale Einsatztiefe von 210 m, ohne den Grund zu erreichen. Das zweite ROV, „Hyball 300“, gelangte bis in eine Tiefe von 310 m, ebenfalls ohne den Boden zu berühren.[1] Eine dritte Tauchfahrt im Jahr 2002 mit dem moderneren Roboter „Prometeo“ erreichte schließlich in 392 m Tiefe den Grund, entdeckte dort jedoch einen schmalen, horizontal weiterführenden Gang.[1]

Die Doline entstand, ähnlich wie die Zacatón-Cenote in Mexiko, durch vulkanische Aktivität, die das Karbonatgestein erodierte.[2]

Flora und Fauna

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als endemische Art kommt im Wasser der Höhlenflohkrebs Niphargus cornicolanus vor.

Der Pozzo del Merro ist Teil des 1997 eingerichteten Naturschutzgebiets Riserva naturale Macchia di Gattaceca e Macchia del Barco.[3]

Commons: Pozzo del Merro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Simon Ant: MSTD – Caves and Wrecks technically explored! In: web.infinito.it. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Oktober 2014; abgerufen am 24. August 2018 (englisch).
  2. Volcanically Influenced Speleogenesis: Forming El Sistema Zacatón, Mexico and Pozzo Merro, Italy, the Deepest Phreatic Sinkholes in the World. In: gsa.confex.com. Abgerufen am 24. August 2018 (englisch).
  3. Giorgio Caramanna, Alessio Argentieri, Vincenzo Buonfiglio: Il sinkhole allagato del „Pozzo del Merro“: 20 anni di esplorazione e studio. In: Acque Sotterranee – Italian Journal of Groundwater. 2022, S. 73–78 (italienisch, acquesotterranee.net [abgerufen am 3. April 2025]).

Koordinaten: 42° 2′ 21″ N, 12° 40′ 50″ O