PostEurop

PostEurop ist ein europäischer Verband von Postunternehmen mit Sitz in Brüssel, Belgien. Die Organisation ist eine regionale Vereinigung („Restricted Union“) des Weltpostvereins (UPU) und dient der Zusammenarbeit europäischer Postbetreiber auf regionaler Ebene.[1][2]
Die Organisation umfasst 53 Mitgliedsunternehmen aus 51 Staaten und Territorien.[2] Mitglieder sind nicht nur nationale Postgesellschaften europäischer Staaten, sondern auch Postverwaltungen abhängiger Gebiete und autonomer Territorien wie der Isle of Man, Jersey, Guernsey, der Ålandinseln oder der Vatikanstadt. Zudem ist Bosnien und Herzegowina mit mehreren regionalen Postunternehmen vertreten.[3]
Die Mitgliedsunternehmen betreiben zusammen mehr als 185.000 Postfilialen und 27.000 Paketstationen.[2] Nach Angaben von PostEurop befördern sie jährlich rund 60 Milliarden Sendungen und beschäftigen etwa zwei Millionen Menschen.[4]
PostEurop wurde 1993 nach einer Entscheidung der CEPT gegründet, um die Interessen nationaler Postbetreiber gegenüber Regierungen und Regulierungsbehörden des Postsektors zu vertreten.[5]
Geschichte
[Bearbeiten]PostEurop entstand aus der postalischen Zusammenarbeit innerhalb der CEPT („Conférence européenne des administrations des postes et des télécommunications“), die 1959 als Zusammenschluss europäischer Post- und Telekommunikationsverwaltungen gegründet worden war.[6]
In den frühen 1990er Jahren begannen Reformen des europäischen Postmarktes im Zusammenhang mit der Schaffung des europäischen Binnenmarkts.[5] 1992 gründeten die europäischen Post- und Telekommunikationsbetreiber mit PostEurop und der European Telecommunications Network Operators’ Association (ETNO) eigene Organisationen.[7][6] Hintergrund war die organisatorische Trennung operativer Post- und Telekommunikationsdienste von regulatorischen und politischen Aufgaben.[6] Die CEPT entwickelte sich daraufhin zu einer Organisation europäischer Regulierungsbehörden und politischer Koordinierung.[7][6]
PostEurop wurde 1993 offiziell gegründet und übernahm im selben Jahr die Verwaltung der Europamarken sowie die Verantwortung für die Fortführung der EUROPA-Tradition.[5] Gleichzeitig wurde das EUROPA-Logo eingeführt.[5]
Nach Angaben der Organisation gehörten zu den 26 Gründungsmitgliedern unter anderem die Deutsche Post AG, die Österreichische Post, die Royal Mail, La Poste, Poste italiane, PostNL und die Swiss Post.[5]
1996 unterzeichnete PostEurop eine Absichtserklärung mit dem Weltpostverein und wurde offiziell als regionale Vereinigung („Restricted Union“) anerkannt.[5]
2005 verabschiedete PostEurop die sogenannte „Vilamoura Strategy“, mit der die Organisation stärker auf die Interessenvertretung ihrer Mitglieder ausgerichtet werden sollte.[5]
2022 führte PostEurop ein neues Erscheinungsbild mit modernisiertem Logo ein.[5] 2023 beging die Organisation ihr 30-jähriges Bestehen.[5]
Organisation
[Bearbeiten]PostEurop wurde nach belgischem Recht gegründet und unterhält eine Geschäftsstelle in Brüssel.[5] Die Organisation wird durch einen Generalsekretär geleitet und von einem gewählten Verwaltungsrat („Board of Directors“) beaufsichtigt.[2][5]
Die Generalversammlung der Mitglieder findet jährlich statt und dient der Abstimmung zentraler organisatorischer und strategischer Fragen.[2]
Zu den Tätigkeitsfeldern von PostEurop gehören die Förderung der Zusammenarbeit europäischer Postunternehmen in den Bereichen Logistik, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Paketdienste und grenzüberschreitender Briefverkehr.[2]
Europamarken
[Bearbeiten]Seit 1993 organisiert PostEurop die jährlichen Ausgaben der Europamarken.[5][4]
Die gemeinsamen Briefmarkenausgaben wurden erstmals 1956 von der CEPT herausgegeben.[4] Die Marken erscheinen jährlich zu einem gemeinsamen Thema und gelten als Symbol europäischer Integration und Zusammenarbeit.[4] Sie sollen auf gemeinsame kulturelle Wurzeln, Geschichte und Ziele Europas aufmerksam machen.[4]
Seit 2000 wird ein Wettbewerb um die beste Europamarke veranstaltet.[4][5] Seit 2007 erfolgt die Abstimmung öffentlich über das Internet.[4][5] 2011 führte PostEurop zusätzlich einen Jury-Wettbewerb mit philatelistischen Fachjuroren ein.[5]
2026 begehen die EUROPA-Marken ihr 70-jähriges Bestehen.[4]
Mitglieder
[Bearbeiten]2024 hatte PostEurop 53 Mitgliedsunternehmen aus 51 Staaten und Territorien.[3] Bosnien und Herzegowina ist mit drei Unternehmen vertreten: BH Pošta, Hrvatska pošta Mostar und Pošte Srpske.[3]
Mitglied aus Deutschland ist die Deutsche Post AG, aus Österreich die Österreichische Post und aus der Schweiz die Swiss Post. Weitere Mitglieder sind unter anderem die Royal Mail, La Poste, Poste italiane, Poczta Polska, PostNord, Omniva, CTT Correios de Portugal, Magyar Posta, Turkish PTT und Ukrposhta.[3]
Mitglieder sind zudem kleinere europäische Postverwaltungen wie die Jersey Post, die Guernsey Post, die Isle of Man Post Office sowie die Post des Vatikanstaats.[3]
Die Eesti Post (heute Omniva) trat der Organisation 1994 bei.[5]
Weblinks
[Bearbeiten]- PostEurop. In: Offizielle Website. Abgerufen am 13. Mai 2026 (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Restricted Unions. In: Weltpostverein. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- 1 2 3 4 5 6 About Us. In: PostEurop. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- 1 2 3 4 5 Members. In: PostEurop. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 2025 EUROPA Stamps Competition – Fact Sheet. (PDF) In: PostEurop. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Our History. In: PostEurop. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- 1 2 3 4 CEPT. (PDF) In: ANACOM. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- 1 2 About CEPT – Background. In: CEPT. Abgerufen am 13. Mai 2026.