Porter Hall
Clifford Porter Hall (* 19. September 1888 in Cincinnati, Ohio; † 6. Oktober 1953 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Porter Hall tourte zunächst mit Theaterproduktionen durch die USA. Seit den 1920er-Jahren war er am Broadway aktiv, insgesamt sind dort neun Produktionen mit ihm im Zeitraum von 1926 bis 1934 belegt.[1] Erst 1931 hatte der damals 43-Jährige seinen ersten Filmauftritt, in der Komödie Secrets of a Secretary mit Claudette Colbert. Sein endgültiger Durchbruch im Filmgeschäft erfolgte drei Jahre später mit einer wichtigen Rolle in der zum Klassiker avancierten Krimikomödie Der dünne Mann.
Insgesamt drehte Hall über 80 Filme, die ihn zu einem bekannten Charakterdarsteller seiner Zeit machten. Besonders häufig wurde er auf schurkische, missgelaunte, geizige oder hinterhältige Persönlichkeiten besetzt. Eine Zeitung beschrieb ihn 1936 als „Hollywoods Filmschurken Nr. 1“, der auf der Leinwand gemordet habe und ermordet wurde, Witwen betrogen und Freunde beraubt habe, aber dennoch populär sei.[2] Eine seiner bekanntesten Rollen war der humorlose Psychologe Granville Sawyer im Filmklassiker Das Wunder von Manhattan, der den Weihnachtsmann in die Psychiatrie einweisen will. Privat galt Hall im Gegensatz zu seinen Rollen als freundliche Persönlichkeit.[3] Ein weiterer Widerspruch zu seinem richtigen Leben war auch seine Darstellung eines Atheisten in Der Weg zum Glück. Im tatsächlichen Leben war er nämlich Diakon in seiner Kirchengemeinde.[4]
Der eher schmächtige Schauspieler mit dem kleinen Kinn und den durchdringenden Augen drehte mit zahlreichen der berühmten Regisseure Hollywoods. Darunter etwa Billy Wilder, bei dem er im Film-noir-Klassiker Frau ohne Gewissen (1944) einen zufälligen Mordzeugen verkörperte und in Reporter des Satans (1951) als ehrenwerter Chefredakteur einer Lokalzeitung in einer ausnahmsweise positiven Rolle das moralische Gewissen des Films verkörpert. Preston Sturges ließ Hall in seinen Komödien Sullivans Reisen (1941) und Sensation in Morgan’s Creek (1944) in komödiantischen Rollen auftreten. Weitere Regisseure, mit denen Hall drehte, waren beispielsweise Frank Capra bei Mr. Smith geht nach Washington (1939), Howard Hawks bei Sein Mädchen für besondere Fälle (1940), Leo McCarey u. a. bei Kein Platz für Eltern (1937) und Cecil B. DeMille bei Die Unbesiegten (1947). In der William-Faulkner-Verfilmung Griff in den Staub (1949) verkörperte er einen mürrischen Farmer mit rassistischen Vorurteilen, der sich aber auch gefühlvoll und rechtschaffen erweist.
Hall starb mitten in seiner Filmkarriere an einem Herzinfarkt. Sein letzter Film Die Banditeninsel von Karabei wurde nach seinem Tod veröffentlicht. Mit seiner Frau Geraldine war er seit 1927 verheiratet, es war seine einzige Ehe. Sie hatten zwei Kinder namens David und Sarah. Er liegt im Forest Lawn Memorial Park in Hollywood bestattet.[5] Regisseur Russ Meyer nannte einen Charakter in seinem Kultfilm Blumen ohne Duft (1970) nach Hall.
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1931: Secrets of a Secretary
- 1934: Der dünne Mann (The Thin Man)
- 1934: Murder in the Private Car
- 1935: The Case of the Lucky Legs
- 1936: Der versteinerte Wald (The Petrified Forest)
- 1936: Louis Pasteur (The Story of Louis Pasteur)
- 1936: Eine Prinzessin für Amerika (The Princess Comes Across)
- 1936: Gefahr! (And Sudden Death)
- 1936: Der Satan und die Lady (Satan Met a Lady)
- 1936: Der General starb im Morgengrauen (The General Died at Dawn)
- 1936: Der Held der Prärie (The Plainsman)
- 1937: Der Mord im Nebel (Bulldog Drummond Escapes)
- 1937: Kein Platz für Eltern (Make Way for Tomorrow)
- 1937: Schiffbruch der Seelen (Souls at Sea)
- 1937: Ein Mordsschwindel (True Confession)
- 1937: Frisco-Express (Wells Fargo)
- 1938: Gefährliche Mitwisser (Dangerous to Know)
- 1938: Bulldog Drummond: Der künstliche Diamant (Bulldog Drummond’s Peril)
- 1939: Musik fürs Leben (They Shall Have Music)
- 1939: Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith Goes to Washington)
- 1940: Sein Mädchen für besondere Fälle (His Girl Friday)
- 1940: Schwarzes Kommando (Dark Command)
- 1940: Arizona
- 1941: Sullivans Reisen (Sullivan’s Travels)
- 1943: Desperados – Aufruhr der Gesetzlosen (The Desperadoes)
- 1943: Sensation in Morgan’s Creek (The Miracle of Morgan’s Creek)
- 1943: Eine Frau für den Marshall (The Woman of the Town)
- 1944: Stehplatz im Bett (Standing Room Only)
- 1944: Frau ohne Gewissen (Double Indemnity)
- 1944: Der Weg zum Glück (Going My Way)
- 1944: Das Zeichen des Whistler (The Mark of the Whistler)
- 1945: Spionage in Fernost (Blood on the Sun)
- 1945: Weekend im Waldorf (Week-End at the Waldorf)
- 1945: Küsse und verschweig mir nichts! (Kiss and Tell)
- 1947: Das Wunder von Manhattan (Miracle on 34th Street)
- 1947: Singapur (Singapore)
- 1947: Die Unbesiegten (Unconquered)
- 1948: Startbahn ins Glück (You Gotta Stay Happy)
- 1948: Ich heirate dich doch (That Wonderful Urge)
- 1949: The Beautiful Blonde from Bashful Bend
- 1949: Griff in den Staub (Intruder in the Dust)
- 1951: Reporter des Satans (Ace in the Hole)
- 1952: Stärker als Ketten (Carbine Williams)
- 1952: An der Spitze der Apachen (The Half-Breed)
- 1953: Pony-Express (Pony Express)
- 1953: Sittenpolizei (Vice Squad)
- 1954: Die Banditeninsel von Karabei (Return to Treasure Island)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Porter Hall in der Internet Broadway Database (englisch)
- Porter Hall bei IMDb
- Clifford Porter Hall bei matineeclassics.com (englisch)
- Porter Hall in der Datenbank Find a Grave
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Porter Hall – Broadway Cast & Staff | IBDB. Abgerufen am 5. August 2026.
- ↑ Porter Hall. In: Honolulu Star-Bulletin. Honolulu, Hawaii 10. Oktober 1936, S. 28 (newspapers.com [abgerufen am 5. August 2026]).
- ↑ IMDb Biografie
- ↑ IMDb Biografie
- ↑ Porter Hall (1888-1953) – Find a Grave... Abgerufen am 5. August 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hall, Porter |
| ALTERNATIVNAMEN | Hall, Clifford Porter (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 19. September 1888 |
| GEBURTSORT | Cincinnati, Ohio, USA |
| STERBEDATUM | 6. Oktober 1953 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien, USA |