Pingyao
Koordinaten: 37° 12′ N, 112° 9′ O


Pingyao (chinesisch 平遙 / 平遥, Pinyin Píngyáo) ist eine Stadt in der Provinz Shanxi in China, rund 80 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Taiyuan gelegen. Die Stadt ist wegen ihres mingzeitlichen Stadtbildes bekannt, das von der UNESCO auch im Jahre 1997 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Die Stadt liegt im gleichnamigen Kreis Pingyao (chinesisch 平遙縣 / 平遥县, Pinyin Píngyáo xiàn). Das Kreisgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 1.253 km2 und hat 450.697 Einwohner (Stand: Zensus 2020).[1] In der Altstadt selbst lebten Ende der 1990er-Jahre noch rund 45.000 Personen; im Zuge der Neuentwicklung als touristisches Zentrum ist die Einwohnerzahl auf etwa 10.000 (Stand 2022) zurückgegangen.[2]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pingyao liegt am östlichen Rand des nordchinesischen Lößplateaus, am Übergang des Beckens von Taiyuan in das Schwemmgebietes der Flüsse Hui Ji und Liu Gen. Das Klima ist kontinental geprägt, mit langen kalten Wintern und milden bis warmen Sommern. Westlich der Stadt fließt der Fluss Fen, einer der Zuflüsse des Huang He. Den Hauptteil der Bevölkerung stellen Han-Chinesen, weitere Bevölkerungsgruppen sind Hui-Chinesen, Mandschu und Mongolen.
Geschichte
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Erste Nachweise menschlicher Besiedelung in der Region reichen bis in die Altsteinzeit zurück. Die Geschichte der Stadt selbst lässt sich bis in die Zeit der westlichen Zhou-Dynastie um die Wende vom 9. zum 8. vorchristlichen Jahrhundert zurückverfolgen. In diese Zeit fällt wohl auch die Errichtung eines Erdwalls als erste Stadtbefestigung. Zur Zeit der Frühlings- und Herbstannalen gehörte Pingyao zum Reich der Jin. In diese Zeit fällt auch die erste Erwähnung der Stadt unter dem Namen Zhongdu.
Nach mehreren Namenswechseln während der Qin- und Han-Zeit, erhielt die Stadt im Jahr 424 n. Chr. unter der Herrschaft der nördlichen Wei ihren endgültigen Namen Pingyao, den sie bis heute behalten hat. Mit der Einteilung Chinas in 36 Landkreise unter der Herrschaft des ersten Kaisers Qin Shi Huang Di im Jahr 221 vor Christus wurde Pingyao die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Während der Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche wurde Pingyao im Jahr 960 während eines Krieges zwischen der nördlichen Song und der nördlichen Han-Dynastie erobert, geplündert und niedergebrannt.
1370, unter der Herrschaft des Ming-Kaisers Hongwu, wurde die Stadt wesentlich erweitert und die nun größere Stadtbefestigung als Mauer mit Erdkern errichtet. Seitdem entwickelte sich Pingyao durch die gesamte Zeit der Ming und Qing Dynastien zu einem Finanzzentrum Chinas und beherrschte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den chinesischen Finanzsektor. Durch den Aufstieg der chinesischen Küstenstädte im Zuge der wirtschaftlichen Einflussnahme der westlichen Kolonialmächte verlor Pingyao aber Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts seine Bedeutung insbesondere an Hongkong und Shanghai und erholte sich von diesem Bedeutungsverlust bis heute nicht. Durch die dadurch fehlende Finanzkraft und Bedeutung wurde Pingyao aber weitgehend von den Zerstörungen durch Modernisierung und Kulturrevolution verschont und konnte so seine historisch gewachsene Altstadt erhalten. Pingyao besitzt heute die längste vollständig erhaltene mingzeitliche Stadtmauer Chinas, die seit 1988 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China steht, und weist noch eine Vielzahl historischer Hofhäuser auf. 1997 wurde Pingyao in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.[3]
Pingyao Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- The Story of Pingyao. Shanxi Science and Technology Press, ISBN 7-5377-2395-8
- Bericht der Beurteilungskommission der UNESCO (PDF)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Infoseite der UNESCO zu Pingyao
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ citypopulation.de: PÍNGYÁO XIÀN, Landkreis in Shānxī, abgerufen am 10. Januar 2022
- ↑ / Xinhuanet: Sanwei Pingyao – qiannian gucheng xinshidai baohu fazhan guancha, Artikel vom 27. Dezember 2022, abgerufen am 28. Mai 2026
- ↑ UNESCO World Heritage Centre: Ancient City of Ping Yao. Abgerufen am 13. August 2017 (englisch).