Der Dschengisch Tschokusu; kirgisischЖеңиш Чокусу; in China: Tomur Feng (chinesisch托木爾峰/托木尔峰, PinyinTuōmù’ěr Fēng); auch: Pik Pobedy bzw. Pik Pobeda (russisch für „Sieges-Gipfel“ in Anlehnung an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg), ist mit 7439m der höchste Berg im Tian Shan und auch der höchste Berg Kirgisistans.[1]
Außerdem wird er oft als „der nördlichste Siebentausender der Welt“ bezeichnet. Geografisch exakt ist das jedoch der nördlicher gelegene Khan Tengri (7010m), der als 7000er anerkannt ist, obwohl er ohne seine Eiskappe nur 6995 Meter misst.
Die Erstbesteigung erfolgte wahrscheinlich 1956 durch eine Mannschaft von Witali Abalakow. Es ist nicht auszuschließen, dass bereits am 19.September 1938 Leonid Gutman, Jewgeni Iwanow und Alexander Sidorenko auf dem Gipfel standen. Allerdings verschätzten sie sich um über 500 m und glaubten, sich auf nur 6930 m Höhe zu befinden.[2] Die erste Winterbesteigung gelang am 2. Februar 1990 einem internationalen Team. Waleri Chrischtschaty, Sergei Bogomolow, Gennadi Bogomolow, Sergei Owtscharenko und Gennadi Michailow erreichten den Gipfel.[3]Anatoli Bukrejew hatte zuvor auf einer Höhe von 7400 Metern umkehren müssen. Die zweite Winterbesteigung glückte einem kirgisischen Team am 8. Februar 2017.
Der Berg ist einer der fünf auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR liegenden Siebentausender-Gipfel. Der Schneeleopard-Orden wurde an die Bergsteiger verliehen, die alle fünf Gipfel bezwungen haben.
Auf dem Bergkamm des Dschengisch Tschokusu befinden sich mehrere Nebengipfel:
4,2km westlich des Hauptgipfels liegt der Pik (Jawaharlal) Nehru (oder Neru; russischПик Джавахарла́л Не́ру, 6742m⊙42.04934380.0440896918), benannt nach dem indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru.
2,5km westlich vom Hauptgipfel liegt der Pik Wascha-Pschawela (oder Westgipfel, 6918m⊙42.04503680.0806247041), benannt nach dem georgischen Schriftsteller und Naturphilosophen Wascha-Pschawela.
Der Ostgipfel (6762m⊙42.03721380.1982326762, Schartenhöhe 362m) des Dschengisch Tschokusu befindet sich 4,65km östlich vom Hauptgipfel. An dessen Nordostgrat fällt der Gebirgszug zum 5488m hohen Tschong-Terek-Pass ab. Dort liegt der östliche Endpunkt des Kokschaal-Tau.
↑Kay Tschersich: Kirgistan, Terskej-Alatau-Traverse von Kyzyl Suu nach Ak Suu, Trekking im Tienschan (= OutdoorHandbuch. Band 151). Conrad Stein Verlag, Welver 2005, ISBN 3-89392-551-1, S. 14.
↑American Alpine Journal, 1991, Band 33, Seite 71f. (online)