Pframa
| Pframa (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Pframa | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Gänserndorf (GF), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Gänserndorf | |
| Pol. Gemeinde | Eckartsau | |
| Koordinaten | 48° 9′ 53″ N, 16° 46′ 52″ O | |
| Höhe | 147 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 336 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 5,49 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 03498 | |
| Katastralgemeindenummer | 06220 | |
| Zählsprengel/ -bezirk | Pframa (30813 002) | |
Ortsansicht mit Kirche | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Pframa ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Eckartsau im Bezirk Gänserndorf im niederösterreichischen Weinviertel mit 336 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1970 bildete der Ort eine selbständige Ortsgemeinde.[2]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nördlich der Donau und an der Donau Straße gelegen, zweigen von dieser im Ort die Landestraßen L3007 und L3008 ab. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 140 Adressen.[3]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort wurde erstmals im Jahr 1025 als Frumanaha erwähnt, als König Konrad II. dem Grafen Arnold, seiner Gemahlin Reginlinde und ihren Söhnen hier ein Fiskalgut im Ausmaß von 50 Königshufen schenkte. Der Ortsname setzt sich aus den Begriffen althochdeutsch fruma ‚alt‘ und althochdeutsch aha ‚Ache‘ zusammen und kann als Altwasser interpretiert werden, was sich auf einen ehemaligen Donauarm bezieht, an dem das Dorf errichtet wurde. Eine andere Auslegung basiert auf althochdeutsch pfrume ‚Pflaume‘ und deutet den Ortsnamen als Pflaumenbach.[4]
Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Hochstift Regensburg, das mit der Besetzung Regensburgs durch französische Truppen alle Gebiete verlor. Deren Lehensnehmer waren zunächst die Babenberger, die Pframa an das Stift Lilienfeld vergaben und ab 1387 gelangte der Ort an das Ministerialengeschlecht der Eckartsauer. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Ort einige Zeit unbewohnt und wurde erst in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts mit kroatischen Bauern wiederbesiedelt, die vor den Osmanen geflohen waren. Später waren hier die Freiherren von Teufel, Graf Khuen, die Familie der Grafen Herberstein und die Grafen Kinsky begütert, bevor die Habsburger im Jahr 1760 die Herrschaft erwarben.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 37 Häusern genannt, das nach Eckartsau eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Eckartsau besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne.[5] Nach dem Umbruch 1848 konstituierte sich Pframa als Gemeinde. Die Einwohner waren kroatische Bauern mit einer Grundbestiftung von 40 Joch Ackerland von guter Beschaffenheit, schrieb Schweickhardt im 19. Jahrhundert, erwähnte aber auch die oftmaligen Überschwemmungen, die den Ertrag von Weizen, Korn, Gerste und Hafer mindern. Eines der größten Hochwässer war das Donauhochwasser 1830. Eine weitere Katastrophe ereignete sich im Jahr 1853, als ein schadhafter Rauchfang eine Feuersbrunst verursachte und die gesamte Ortschaft niederbrannte. Einzig die Kirche, ein daneben stehendes Haus und der Maria-Theresien-Schüttkasten blieben unversehrt.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Pframa ein Gastwirt, ein Gemischtwarenhändler, ein Maurermeister, eine Milchgenossenschaft, zwei Schmiede, ein Schuster, ein Tischler, ein Wagner, ein Zementwarenerzeuger und mehrere Landwirte ansässig.[6]
Im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung vereinigten sich per 1. Jänner 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Eckartsau, Kopfstetten, Pframa, Wagram an der Donau und Witzelsdorf.[2]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 2: N–Z. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 65 (Ausgabe 1770; Pframa in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 5. Band: Neusiedl bis Rohrendorf. Sollinger, Wien 1835, S. 87 (Pframa – Internet Archive).
- Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 67, Sektion Orth, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 6,3 MB]).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 93.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 39. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 27. Dezember 2025. (LGBL. NÖ. Nr. 116/1971)
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ 1000 Jahre Pframa! auf marktgemeinde-eckartsau.at
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Zweiter Band: M–Z. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 118 (Pframa in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 396
