Zum Inhalt springen

Peter Glatthard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Peter Glatthard (* 26. August 1934 in Bern; † 11. August 2025[1]) war ein Schweizer Germanist. Er wirkte von 1978 bis 1999 als ordentlicher Professor an der Universität Bern und leitete in dieser Zeit auch das Ortsnamenbuch des Kantons Bern.

Leben und Schaffen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glatthard erhielt seine erste Berufsausbildung am staatlichen Lehrerseminar Hofwil, wonach er als Primar- und Sekundarlehrer arbeitete. Darauf studierte er an der Universität Bern Germanistik, Romanistik und Geschichte. In seiner Dissertation, die von Paul Zinsli betreut wurde, ging es um die Ortsnamen und die Siedlungsgeschichte zwischen Aare und Saane (Kantone Bern und Freiburg), einem westschweizerdeutschen Sprachgrenzraum (publiziert 1977). Seine Habilitationsschrift handelte von der höchstalemannischen Sprache im Haslital (Berner Oberland), einer inneralpinen Pass- und Verkehrslandschaft in Grenz- und Durchgangslage, die auch sprachlich eine Drehscheibe zwischen Nord und Süd, West und Ost ist (publiziert 1981).

1977 wurde Glatthard zum Privatdozenten ernannt, und 1978 trat er – als Nachfolger von Roland Ris – das Ordinariat für Dialektologie und Volkskunde an der Universität Bern an. In seinen Vorlesungen und Veranstaltungen deckte er ein breites Gebiet ab, das Themen wie Sprachgeschichte, Schweizerdeutsch, Wortgeographie, Übersetzungstechnik, Ortsnamenforschung, Autobiographien aus dem 16. Jahrhundert, Märchen und Sagen umfasste. Emeritiert wurde er 1999; Nachfolgerin auf dem Lehrstuhl (der jedoch neu umschrieben wurde) war Elke Hentschel.

Schon ab 1969 arbeitete Glatthard an der «Forschungsstelle für Namenkunde der westlichen deutschen Schweiz», an der das Ortsnamenbuch des Kantons Bern erstellt wird; in seiner Eigenschaft als Ordinarius war er von 1978 bis 1999 zugleich desser Leiter. Von 1979 bis 2014 wirkte er überdies im Vorstand des «Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch», ab 1998 als dessen Vizepräsident. Von 1987 bis 2019 war er Mitglied des Stiftungsrates der Simon-Gfeller-Stiftung, und lange Zeit gehörte er dem Vorstand (ab 1993 als dessen Präsident) der Berner Musikgesellschaft an.

Glatthard lebte in Münsingen im Berner Mittelland.

Monographien

  • Ortsnamen zwischen Aare und Saane. Namengeographische und siedlungsgeschichtliche Untersuchungen im westschweizerdeutschen Sprachgrenzraum (= Sprache und Dichtung. Neue Folge. Band 22. Sonderreihe: Berner Arbeiten zur Dialektologie und Volkskunde). Bern/Stuttgart 1977.
  • Dialektologisch-volkskundliche Probleme im Oberhasli (= Sprache und Dichtung. Neue Folge. Band 29. Sonderreihe: Berner Arbeiten zur Dialektologie und Volkskunde). Bern/Stuttgart 1981.

Gemeinschaftsarbeiten

  • Ortsnamenbuch des Kantons Bern (Alter Kantonsteil). Begründet von Paul Zinsli. I. Dokumentation und Deutung. Erster Teil: A–F. Hrsg. von Paul Zinsli in Zusammenarbeit mit Rudolf Ramseyer und Peter Glatthard. Bern 1976.
  • Ortsnamenbuch des Kantons Bern (Alter Kantonsteil). Begründet von Paul Zinsli. I. Dokumentation und Deutung. Zweiter Teil: G–K/CH. Hrsg. von Paul Zinsli und Peter Glatthard in Zusammenarbeit mit Rudolf J. Ramseyer, Niklaus Bigler und Erich Blatter. Bern 1987.
  • Berner Nachrichten vom 12. Mai 1978.
  • Festgrüsse für Peter Glatthard zu seinem 75. Geburtstag am 26. August 2009, überreicht von seinen ehemaligen Schülern und Mitarbeitern Erich Blatter, Andreas Burri und Erika Derendinger, angereichert mit vorab veröffentlichten Namenartikeln aus dem vierten Teilband des Ortsnamenbuchs des Kantons Bern von This Fetzer, Roland Hofer, Thomas Franz Schneider und Inga Siegfried. Selbstverlag, Bern 2009.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Peter Glatthard-Gfeller. In: hommages.ch (abgerufen am 22. September 2025).