Peach Technologies AG ist ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Schindellegi (Gemeinde Feusisberg) im Kanton Schwyz, das auf die Wiederaufbereitung von Tintenpatronen und Toner (sogenannte ReUse-Produkte) spezialisiert ist. Die Produkte werden unter der Marke Peach vertrieben.
Das Unternehmen wurde im Jahr 1997 unter dem Namen 3T Supplies AG gegründet.[1] Nach Angaben der Schweizer Wirtschaftspresse entstand es im Umfeld früherer Führungskräfte des Schreibwaren- und Druckerzubehörherstellers Pelikan.[2][3]
Die Marke Peach wurde vom Unternehmer Ueli Wolfensberger etabliert, der 1998 parallel die Peach International Ltd. gründete.[2][4] Ende 2005 erfolgte die Fusion der Peach International Ltd. mit der 3T Supplies AG; seitdem tritt das Unternehmen einheitlich unter der Marke Peach auf.[4] Im Jahr 2026 wurde das Unternehmen in Peach Technologies AG umbenannt.[1]
Peach Produktionsstandort in Český Brod, Tschechien
Peach vertreibt wiederaufbereitete Druckertinten und Toner für gängige Druckermarken, darunter HP, Brother, Canon und Epson. Der Vertrieb erfolgt über eigene Online-Shops, große Marktplätze sowie als Private-Label-Angebot für Retailer und Fachhändler.
Für Produktion und Logistik unterhält das Unternehmen einen europäischen Standort in Český Brod (Tschechien).
Bei der Wiederaufbereitung werden die von den Druckerherstellern stammenden Tintenpatronen und Toner (sog. Empties) gesammelt, gereinigt, neu befüllt, elektronisch zurückgesetzt und einzeln auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft; verschlissene Komponenten werden je nach Produktmodell ersetzt. Ziel des Verfahrens ist die Verlängerung des Produktlebenszyklus und die damit verbundene Reduktion negativer Umweltbelastungen.
Im Unterschied dazu werden bei sogenannten New Compatibles neue Gehäuse und Elektronikkomponenten gefertigt, ohne auf die gebrauchten Tintenpatronen und Toner der Druckerhersteller zurückzugreifen. Solche Produkte stammen heute überwiegend aus China und dominieren zunehmend den Markt für Druckverbrauchsmaterialien.[5] Da New Compatibles keine Originalkomponenten enthalten, scheiden sie als Grundlage für eine kreislaufwirtschaftsorientierte Wiederaufbereitung aus, was dazu führt, dass sie nach der Nutzung in der Regel entsorgt werden.[5] Die massenhafte Verbreitung dieser Produkte hat in der Vergangenheit wiederholt zu Patentrechtsstreitigkeiten mit Druckerherstellern[6][7] sowie wettbewerbsrechtlichen Klagen gegen die Verkäufer geführt.[8]
Im Rahmen des Programms HP SecuReuse wurde Peach als einer von drei Partnern ausgewählt, gebrauchte Patronen von HP lizenziert wiederaufzubereiten.[9] Das Programm ermöglicht ein Cloud-basiertes Zurücksetzen von HP-Chips, sodass wiederaufbereitete Patronen vollständig mit HP-Druckern kompatibel bleiben und aktuelle Firmware-Updates unterstützen.[10]
Das Unternehmen ist Partner von Circular Economy Switzerland, einer Interessensvereinigung zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz.[11]
Laut dem europäischen Branchenverband ETIRA (European Toner and Inkjet Remanufacturers Association) weisen wiederaufbereitete Tintenpatronen und Toner eine um bis zu 60 Prozent geringere CO₂-Emission auf als Neuware.[13] Wissenschaftliche Studien belegen Einsparpotenziale von bis zu 76 Prozent gegenüber neu produzierten Patronen.[14]
12David Böcking, Claus Hecking:Druckerpatronen-Kopien: Die Tintenkiller auf Amazon. In: Der Spiegel. 21.Dezember 2017, ISSN2195-1349 (spiegel.de[abgerufen am 29.Mai 2026]).
↑Mark Krystofik, Callie Babbitt, Gabrielle Gaustad:When consumer behavior dictates life cycle performance beyond the use phase: Case study of inkjet cartridge end-of-life management. In: International Journal of Life Cycle Assessment. doi:10.1007/s11367-014-0713-6.