Paul Kutter
Paul Kutter (geboren am 4. Januar 1868 in New York; gestorben vermutlich nach 1933) war ein deutscher Kunsthistoriker.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kutters Vater war vermutlich Gustav Kutter (1. Juni 1829 – 21. Januar 1876), der am 10. März 1870 einer der Mitbegründer der Deutschen Bank wurde.[1] Kutter hielt sich seit 1850 in New York auf, wo auch Paul Kutter geboren wurde. Gustav Kutter war Mitinhaber der Firma „Kutter, Luckemeyer & Co.“, die eine Niederlassung in New York und in Berlin hatte.
Kutter besuchte ab März 1883 das Königliche Gymnasium in Erfurt,[2] das er mit dem Abitur abschloss, und begann anschließend ein Studium der Rechtswissenschaften. Im Jahr 1894 wurde er preußischer Gerichtsreferendar.[3] Kutter und seine Mutter waren seit 1890 Mitglieder des im April 1889 gegründeten allgemeinen Deutschen Vereins für Schulreform „Die Neue Deutsche Schule“.[4]
Er gab seine juristische Laufbahn auf, um sich der Kunstgeschichte zuzuwenden und studierte dieses Fach von 1902 bis 1904 an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Dort hörte er Vorlesungen bei Botho Graef, Adolph Goldschmidt, August Kalkmann, Reinhard Kekulé von Stradonitz und Heinrich Wölfflin. Er besuchte seit dem Wintersemester 1904 Vorlesungen an der Kaiser Wilhelms-Universität in Straßburg bei Clemens Baeumker, Georg Dehio, Adolf Michaelis, Ernst Polaczek, Wilhelm Spiegelberg und Theobald Ziegler und schloss sein Studium mit einer Dissertation über den Kupferstecher und Maler Joachim von Sandrart und seine Werke ab.[5] Als Kunsthistoriker verfasste er unter anderem Beiträge für die Zeitschrift Der Cicerone, Theodor von Frimmels Studien und Skizzen zur Gemäldekunde und das Allgemeine Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Im Jahr 1912 gab er eine kleinere Broschüre heraus, in der er sich über die bittere Armut der in München tätigen jungen Künstler beklagte, worüber selbst in der deutschsprachigen Sonntagspost berichtet wurde, die in Chicago erschien.[6] Er schrieb mehrere Artikel für das Wallraf-Richartz-Jahrbuch, so dass er zu jener Zeit möglicherweise im Rheinland oder direkt in Köln lebte.
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joachim von Sandrart. Eine kunsthistorische Studie. Universitätsbuchdruckerei von Heitz, Straßburg 1907 (archive.org – Dissertationsschrift mit Lebenslauf).
- Joachim von Sandrart als Künstler: nebst versuch eines Katalogs seiner noch vorhandenen Arbeiten (= Studien zur deutschen Kunstgeschichte. Band 83). J. H. Ed. Heitz (Heitz & Mündel), Straßburg 1907 (archive.org – erweiterte Ausgabe der Dissertation mit 7 Lichtdrucktafeln).
- Das materielle Elend der jungen Münchener Maler. W. Foth Nachfahren, München 1912.
- Bilder aus der Sammlung Peltzer in Köln. In: Der Cicerone. Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers. 5. Jahrgang, Heft 11, 1913, S. 412–421, doi:10.11588/diglit.26374.142.
- Die ältesten figuralen Grabmäler im Rheinland. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 1, 1924, JSTOR:24655986, S. 62–89.
- Des Mathias Quad von Kinkelbach-Nachrichten von Künstlern. Der älteste deutsche Versuch einer Kunstgeschichte, gedruckt zu Köln 1609. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 3–4, 1926/1927, S. 227–233.
- Die Grabmäler der Werkstatt des Kölner Domhochaltarmeisters in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 5, 1928, JSTOR:24656033, S. 13–26.
- Die Grabmäler des Landgrafen Philipp II. und seiner Gemahlin in der Stiftskirche zu St. Goar. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Neue Folge, Band 2–3, 1934, JSTOR:24660181, S. 280–288.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Historical Association of Deutsche Bank: Kutter, Gustav. (bankgeschichte.de).
- ↑ Verzeichnis der Schüler im März 1883. In: Programm des K. Gymnasiums zu Erfurt. Gerhardt & Schreiber, Erfurt 1883, S. 18–20 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Personalchronik der öffentlichen Behörden. In: Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt. 1894, S. 202 (Ernannt sind: zu Referendaren Johannes Grebin, Emil Künstler, Max Pabst, Paul Kutter und Kurt Schilling).
- ↑ Die Neue deutsche Schule. Monatsschrift für Begründung einer d. Zeitbedürfnis entsprechenden Jugendbildung. 2. Jahrgang. I. F. Richter, Hamburg 1891, S. 285.
- ↑ Paul Kutter: Lebenslaut. In: Joachim von Sandrart. Eine kunsthistorische Studie. Universitätsbuchdruckerei von Heitz, Straßburg 1907, nach S. 74 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Aus Kunstkreisen – Künstlerelend in München. In: Sonntagpost. 24. Jahrgang, Nr. 20. Tribune International Corp, Chikago 19. Mai 1912, S. 1 (archive.org).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kutter, Paul |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunsthistoriker |
| GEBURTSDATUM | 4. Januar 1868 |
| GEBURTSORT | New York |
| STERBEDATUM | nach 1933 |