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Paul Hinckeldeyn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Paul Nicolaus Hinckeldeyn (* 2. Oktober 1853 in Lübeck; † 10. Februar 1931 in Lübeck) war ein lübeckischer Kaufmann und Mitglied der Bürgerschaft.

Hinckeldeyn gehörte einer angesehenen alten lübeckischen Familie an. Sein Vater, Carl Adolph, war Kunst- und Handelsgärtner und wurde Mitinhaber der Firma Christ. v. Brocken nachdem er am 22. November 1827 dessen am 10. Juni 1836 verstorbene Tochter Johanna Magdalena Henriette heiratete.

Am 24. November 1842 heiratete Hinckeldeyn Augusta Sophie Juliana Elisabeth Burmester. Pauls ältere Geschwister Carl August Johannes[1], Architekt und preußischer Baubeamter, Johannes Carl Heinrich Friedrich, Arzt und Bürgerschaftsmitglied, und seine Schwester Ida Auguste Sophia, Begründerin der heutigen lübeckischen Thomas-Mann-Schule, waren ihre Kinder. Paul war das jüngste von Hinckeldeyns zehn Kindern.[2]

Hinckeldeyn besuchte das Katharineum und begann, seiner Begabung nach für jenen Beruf vorbestimmt, 1872 seine kaufmännische Laufbahn als Lehrling bei der in jenem Jahr gegründeten noch heute bestehenden lübeckischen Exportfirma Buck & Willmann. Im Anschluss leistete er bei einem Garderegiment in Berlin als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst ab. Nun ging er zur Erweiterung seiner Ausbildung nach Finnland.

Schon 1878 kehrte er nach Lübeck zurück, wo Buck & Willmann[3] Hinckeldeyn die Bereisung Finnlands, ihres Hauptabsatzgebietes übertrug. Große Redlichkeit und kaufmännisches Geschick verhalfen dem Pionier des lübeckischen Handels verbunden mit Verständnis für die Psyche des finnischen Kaufmannes schnell zu hohem Ansehen in Finnland.

Zum 1. Januar 1891 trat Hinckeldeyn, womit begann auch seine Tätigkeit im Öffentlichem Leben begann, als Teilhaber in die Firma Taht & Severin[4] ein.

1902 wurde Hinckeldeyn erstmals in die Handelskammer, Vorstand der Kaufmannschaft, berufen und 1903 trat er in die Bürgerschaft ein. In beiden Körperschaften war er bid 1915 tätig und galt er als eines der fleißigsten Mitglieder. Er war Bürgerlicher Deputierter in der Finanzbehörde und im Kirchenrat, gehörte den Vorsteherschaften der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit und des Heiligen-Geist-Hospitals an, den Vorständen des Vereins für Musikfreunde und Landesverein vom Roten Kreuz, des Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs, des Vereins von Kunstfreunden, des Vereins für Heimatschutz sowie vielen anderen gemeinnützigen Einrichtungen und Vereinen gehörte er viele Jahre an.

LBEG

Hinckeldeyn wurde 1911 in den Vorstand der LBEG gewählt. Auch nach seinem bei Ende des Kriegs infolge zunehmenden Alters erfolgten Ausscheiden aus seiner kommunalen und kaufmännischen Tätigkeit diente er diesem Unternehmen bis zu seinem Tode und genoss hierbei die volle Anerkennung seiner Mitarbeiter.

Mit ihm, so hieß es in seinem Nachruf, ging einer der Letzten vom Stamm hanseatischer Kaufleute der Vorkriegszeit. Ein Weggenosse unvergesslicher Kaufleute wie Hermann Fehling, Senator Dimpker und Bürgermeister Neumann, mit denen er in Freundschaft verbunden war. Trotz der Herbheit seines Wesens erfreute er, dessen Richtschnur für seine uneigennützige Arbeit für Lübeck nur das Wohl der Vaterstadt galt, sich weghen seiner vornehmen Gesinnung und Herzensgüte der Hochachtung aller, die mit ihm im öffentlichen Leben zusammentrafen. Sein Beispiel treuer Pflichterfüllung prägte er streng, aber gerecht und wohlwollend als Vorgesetzter das Vorbild für eine große Zahl von ihm ausgebildeter Kaufleute.

Nach kurzer aber schwerer Krankheit verstarb Hinckeldeyn 77-jährig.

Im November 1930 feierte Hinckeldeyn mit seiner Frau, Tochter, Enkeln und Urenkeln die Goldene Hochzeit.

  • G. Severin.: Paul Hinckeldeyn †. In: Lübeckische Blätter, 73. Jahrgang, Nummer 7, Ausgabe vom 15. Februar 1931, S. 113–114.
  1. „Exzellenz Wirklicher Geheimrat Karl Adolf Hinckeldeyn“, In: Vaterstädtische Blätter, 1907
  2. Carl Adolph HINCKELDEYN
  3. Buck & Willmann
  4. Taht & Severin war eine historische Reederei und Spedition mit Sitz in Lübeck (ehemals Schüsselbuden 15 / Schuppen 2). Das Unternehmen war insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Agentur für die Fehmarn-Dampfer und den Ostseebäderverkehr (u. a. nach Travemünde) tätig