Der Pariser Platz wurde zwischen 1732 und 1734 bei der zweiten barocken Stadterweiterung (auch der angrenzenden Friedrichstadt) unter Friedrich WilhelmI. durch Philipp Gerlach angelegt. Er war anfangs nur mit Stadtpalais des Adels bebaut. Der ursprüngliche Name des Platzes war– gemäß seiner Form– Viereck oder– nach dem Französischen– Quarree. Zusammen mit den zur gleichen Zeit entstandenen Plätzen Achteck oder Octogon (seit 1814 Leipziger Platz) und dem kreisförmigen Rondell (seit 1946/1947: Mehringplatz) gab er die neuen südwestlichen Stadtgrenzen vor und formte die Quadratur des Kreises, eine seinerzeit beliebte Figurenfolge.
Im Jahr 1814 erhielt er anlässlich der Eroberung von Paris durch preußische Truppen in den Befreiungskriegen seinen Namen. Ab etwa 1850 wurde die Bebauung des Platzes in klassizistischem Stil vereinheitlicht. Im Jahr 1880 gestaltete der Gartenbaudirektor Hermann Mächtig den Platz neu, dabei entstanden an den Seiten des Platzes zwei rechteckige Schmuckbeete. In deren Mitte befand sich je ein rundes Brunnenbecken mit einer aus einer bronzenen Akanthusblätterkrone entspringenden Fontäne. Um die Wende des 19. zum 20.Jahrhundert wurde eine weitere Umgestaltung derartig vorgenommen, dass an diesem Platz Bogenlicht-Kandelaber nach Plänen von August Vogel aufgestellt wurden. Die Kandelaber wurden in der Hofgießerei Martin & Piltzing hergestellt.[2]
Der Pariser Platz erlitt im Zweiten Weltkrieg starke Zerstörungen, speziell 1945 (Schlacht um Berlin). Die verbliebenen Gebäude ließ die DDR bis zum Bau der Berliner Mauer ganz abreißen, nur der hintere Teil des Palais Arnim blieb erhalten. Nach dem Fall der Mauer wurde ab 1993 über den Wiederaufbau des Platzes kontrovers diskutiert. Im Ergebnis wurde der Platz nach Gestaltungsvorgaben von Bruno Flierl und Hans Stimmann wiederbebaut, ergänzt durch Maßgaben des Berliner Senats. Kernpunkte waren die Berliner Traufhöhe von 22Metern sowie die Auflage, für die neuen Gebäude ausschließlich stehende Fenster zu verwenden und maximal 50Prozent der Fassadenfläche in Glas auszuführen: Historische Elemente und moderne Bauweise sollten eine Einheit ergeben, um an die „goldenen Zeiten“ des Platzes anzuknüpfen.
Gartenarchäologische Grabungen ab 1990 führten zur Neugestaltung des Platzes entsprechend dem historischen Vorbild nach Plänen des Landesgartendenkmalpflegers Klaus von Krosigk einschließlich der Fontänen und Granitpflasterung.[5] Von 1998 bis 2002 führten die auf gemeinsamer Trasse verlaufenden BundesstraßenB2 und B5 über den Pariser Platz. Seit der 2002 erfolgten Umgestaltung des Platzes zu einem Fußgängerbereich mit eingeschränktem Fahrverbot (Ausnahmen: Fahrräder, Taxis und Anlieger) wird die Bundesstraßen-Trasse nunmehr südlich über Glinkastraße, Behrenstraße und Ebertstraße bzw. nördlich über die Dorotheenstraße um den Pariser Platz herumgeführt. Darüber hinaus bildet er das Pendant zum Platz des 18. März auf der westlichen Seite des Brandenburger Tores. Dort endet die den Tiergarten durchquerende Straße des 17. Juni.
Haus Sommer, Pariser Platz1, 1912–1935 Sitz der Bank Hugo Oppenheim & Sohn,[6] seit den 1990er Jahren Commerzbank,[7] südlich an das Tor angrenzend, Neubau in Anlehnung an das historische Gebäude,
Auf dem Grundstück Unter den Linden78/Pariser Platz4a ließ sich die Deutsche Länderbank in den Jahren 1921–1924 ein großes Geschäftshaus errichten, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Hier ist seit dem 8.Mai 2006 das Hauptstadtbüro des Politik-Magazins Der Spiegel ansässig,[8] und im Erdgeschoss Sitz einer Starbucks-Filiale. Von 2016 bis 2019 befand sich dort auch das privat geführte Brandenburger Tor Museum,
Palais Beauvryé, Pariser Platz5, seit 1835 Sitz der Französischen Botschaft, 1943 beschädigt und später abgerissen, seit dem Ende des 20.Jahrhunderts Standort des Neubaus der Botschaft Frankreichs,
Eugen-Gutmann-Haus der Dresdner Bank, Pariser Platz5a/6, wo sich zuvor das Palais Friedlaender-Fuld, Pariser Platz 5a, des Unternehmers Fritz von Friedlaender-Fuld befand,[9]
Es handelt sich an der Platzfront um Neubauten nach 1990 auf den historischen Grundstücken (ausgenommen das Brandenburger Tor), welche die ursprüngliche Gliederung weitgehend aufnehmen.
Dieter Zimmer, Carl-Ludwig Paeschke: Das Tor. Deutschlands berühmtestes Bauwerk in zwei Jahrhunderten. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1991, ISBN 3-421-06601-9.