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Paracatu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Município de Paracatu
Paracatu

Historisches Zentrum von Paracatu
Paracatu (Brasilien)
Paracatu (Brasilien)
Paracatu
Koordinaten 17° 13′ S, 46° 53′ WKoordinaten: 17° 13′ S, 46° 53′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Minas Gerais
Symbole
Wappen
Flagge
Gründung 1798
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Minas Gerais
Região intermediária Patos de Minas (seit 2017)
Mikroregion Paracatu
Höhe 688 m
Gewässer Rio Paracatu
Klima tropisches Savannenklima
Fläche 8231 km²
Einwohner 99.005 (2025[1])
Dichte 12 Ew./km²
Zeitzone UTC−3
Website www.paracatu.mg.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Wirtschaft
BIP 851.977.337 Tsd. R$
72.311 R$ pro Kopf
(2024)
HDI 0,744 (2010)
Karte

Paracatu ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten des Landes. Sie liegt im Norden des Bundesstaates und bildet ein regionales Zentrum zwischen Belo Horizonte und der Hauptstadt Brasília. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 99.000 geschätzt.[1]

Paracatu liegt im Nordwesten von Minas Gerais auf einer Höhe von etwa 688 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde gehört zum Einzugsgebiet des Rio São Francisco, wobei der Rio Paracatu als bedeutendster Fluss das Gebiet durchzieht. Die Landschaft ist durch Cerrado-Vegetation geprägt.

Das Klima ist ein tropisches Savannenklima mit einer ausgeprägten Regenzeit im Sommer und einer Trockenzeit im Winter. Die Durchschnittstemperaturen liegen in der Regel zwischen 18 und 32 °C. Paracatu gehört zu den flächenmäßig größten Gemeinden des Bundesstaates.

Die Region Paracatu wird seit Ende des 16. Jahrhunderts von Europäern erkundet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Gold- und Silbervorkommen entdeckt, woraufhin sich die Gegend besiedelte. Die Siedlung wurde 1798 durch königliche Urkunde zur Stadt Vila de Paracatu do Príncipe erhoben. Der anfängliche Reichtum verflüchtigte sich jedoch schnell, und der Rückgang der Goldgewinnung aus dem Schwemmland führte zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Aus ihrer Blütezeit bewahrte die Stadt zwei im 18. Jahrhundert erbaute Kirchen.[2]

Ein neuer Aufschwung erfolgte im 19. Jahrhundert durch Viehzucht und Landwirtschaft, was die Stadt zu einem regionalen Kulturzentrum aufstiegen ließ. Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte die Region mit dem Bau von Brasília erneut einen Wachstumsschub, und Paracatu profitierte von seiner Lage an der Autobahn BR-040.[2]

Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 99.000 Personen geschätzt.[1] Ein Großteil der Bevölkerung lebt in urbanen Gebieten. Die Bevölkerungsstruktur ist mehrheitlich ethnisch gemischt, mit knapp einem Fünftel an Afrobrasilianerern.[3] In und um Paracatu leben viele Quilombola-Gemeinschaften (Nachfahren entflohener Sklaven), oft in Armut.[4]

Jahr Einwohner
1991 62.774
2000 75.216
2010 84.718
2022 94.023
Volkszählungen[3]

Die Wirtschaft von Paracatu ist stark durch den Bergbau geprägt. Die Goldmine Paracatu förderte 2013 knapp 500.000 Unzen Gold. Die Anlage nahm die Produktion 1987 auf und befindet sich seit 2004 vollständig im Besitz des Unternehmens Kinross Gold.[5]

Daneben ist die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Die Region ist ein wichtiger Produzent von Sojabohnen, Mais und Rindfleisch. Moderne Agrartechnologien und großflächige Betriebe prägen die landwirtschaftliche Struktur. Auch der Dienstleistungssektor wächst, insbesondere in den Bereichen Handel, Logistik und öffentliche Verwaltung.

Paracatu gehört zum römisch-katholischen Bistum Paracatu. Neben der katholischen Kirche sind verschiedene evangelische Freikirchen vertreten.

Commons: Paracatu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Paracatu – Panorama. IBGE, abgerufen am 13. April 2026 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. 1 2 Paracatu. In: IBGE. Abgerufen am 13. April 2026.
  3. 1 2 City Population: Paracatu. Abgerufen am 13. April 2026.
  4. Repórter Brasil - Incra não cumpre meta e titula 2 territórios quilombolas em 2009. Archiviert vom Original am 7. Mai 2010; abgerufen am 13. April 2026.
  5. Paracatu Mine. In: Mining Technology. Abgerufen am 13. April 2026 (amerikanisches Englisch).