Paracatu
| Município de Paracatu Paracatu | |||
|---|---|---|---|
Historisches Zentrum von Paracatu | |||
|
| |||
| Koordinaten | 17° 13′ S, 46° 53′ W | ||
| Symbole | |||
| |||
| Gründung | 1798 | ||
| Basisdaten | |||
| Staat | Brasilien | ||
| Bundesstaat | Minas Gerais | ||
| ISO 3166-2 | BR-MG | ||
| Região intermediária | Patos de Minas (seit 2017) | ||
| Mikroregion | Paracatu | ||
| Höhe | 688 m | ||
| Gewässer | Rio Paracatu | ||
| Klima | tropisches Savannenklima | ||
| Fläche | 8231 km² | ||
| Einwohner | 99.005 (2025[1]) | ||
| Dichte | 12 Ew./km² | ||
| Zeitzone | UTC−3 | ||
| Website | www.paracatu.mg.gov.br (brasilianisches Portugiesisch) | ||
| Wirtschaft | |||
| BIP | 851.977.337 Tsd. R$ 72.311 R$ pro Kopf (2024) | ||
| HDI | 0,744 (2010) | ||
Paracatu ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten des Landes. Sie liegt im Norden des Bundesstaates und bildet ein regionales Zentrum zwischen Belo Horizonte und der Hauptstadt Brasília. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 99.000 geschätzt.[1]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Paracatu liegt im Nordwesten von Minas Gerais auf einer Höhe von etwa 688 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde gehört zum Einzugsgebiet des Rio São Francisco, wobei der Rio Paracatu als bedeutendster Fluss das Gebiet durchzieht. Die Landschaft ist durch Cerrado-Vegetation geprägt.
Das Klima ist ein tropisches Savannenklima mit einer ausgeprägten Regenzeit im Sommer und einer Trockenzeit im Winter. Die Durchschnittstemperaturen liegen in der Regel zwischen 18 und 32 °C. Paracatu gehört zu den flächenmäßig größten Gemeinden des Bundesstaates.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Region Paracatu wird seit Ende des 16. Jahrhunderts von Europäern erkundet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Gold- und Silbervorkommen entdeckt, woraufhin sich die Gegend besiedelte. Die Siedlung wurde 1798 durch königliche Urkunde zur Stadt Vila de Paracatu do Príncipe erhoben. Der anfängliche Reichtum verflüchtigte sich jedoch schnell, und der Rückgang der Goldgewinnung aus dem Schwemmland führte zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Aus ihrer Blütezeit bewahrte die Stadt zwei im 18. Jahrhundert erbaute Kirchen.[2]
Ein neuer Aufschwung erfolgte im 19. Jahrhundert durch Viehzucht und Landwirtschaft, was die Stadt zu einem regionalen Kulturzentrum aufstiegen ließ. Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte die Region mit dem Bau von Brasília erneut einen Wachstumsschub, und Paracatu profitierte von seiner Lage an der Autobahn BR-040.[2]
Demografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 99.000 Personen geschätzt.[1] Ein Großteil der Bevölkerung lebt in urbanen Gebieten. Die Bevölkerungsstruktur ist mehrheitlich ethnisch gemischt, mit knapp einem Fünftel an Afrobrasilianerern.[3] In und um Paracatu leben viele Quilombola-Gemeinschaften (Nachfahren entflohener Sklaven), oft in Armut.[4]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1991 | 62.774 |
| 2000 | 75.216 |
| 2010 | 84.718 |
| 2022 | 94.023 |
| Volkszählungen[3] | |
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wirtschaft von Paracatu ist stark durch den Bergbau geprägt. Die Goldmine Paracatu förderte 2013 knapp 500.000 Unzen Gold. Die Anlage nahm die Produktion 1987 auf und befindet sich seit 2004 vollständig im Besitz des Unternehmens Kinross Gold.[5]
Daneben ist die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Die Region ist ein wichtiger Produzent von Sojabohnen, Mais und Rindfleisch. Moderne Agrartechnologien und großflächige Betriebe prägen die landwirtschaftliche Struktur. Auch der Dienstleistungssektor wächst, insbesondere in den Bereichen Handel, Logistik und öffentliche Verwaltung.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Paracatu gehört zum römisch-katholischen Bistum Paracatu. Neben der katholischen Kirche sind verschiedene evangelische Freikirchen vertreten.
Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Goldbergbau
- Landschaft
- Landschaft
- Blick auf die Stadt
- Altstadt
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Paracatu – Panorama. IBGE, abgerufen am 13. April 2026 (brasilianisches Portugiesisch).
- 1 2 Paracatu. In: IBGE. Abgerufen am 13. April 2026.
- 1 2 City Population: Paracatu. Abgerufen am 13. April 2026.
- ↑ Repórter Brasil - Incra não cumpre meta e titula 2 territórios quilombolas em 2009. Archiviert vom am 7. Mai 2010; abgerufen am 13. April 2026.
- ↑ Paracatu Mine. In: Mining Technology. Abgerufen am 13. April 2026 (amerikanisches Englisch).

