Guinea-Pavian
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Guinea-Pavian (Papio papio) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Papio papio | ||||||||||||
| (Desmarest, 1820) |
Der Guinea-Pavian (Papio papio), auch Sphinx- oder Roter Pavian genannt, ist eine Primatenart aus der Gattung der Paviane innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae).
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Guinea-Paviane gehören zu den kleineren Pavianarten. Sie haben ein rötlich-braunes Fell und ein haarloses, dunkelviolettes oder schwarzes Gesicht mit der typischen langgezogenen Pavianschnauze. Die Männchen tragen auf ihrem Kopf und Schultern eine mähnenartige Behaarung.
Verbreitung und Lebensraum
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Guinea-Paviane bewohnen ein kleines Gebiet im westlichen Afrika. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Guinea, Senegal, Gambia, das südliche Mauretanien und das westliche Mali. Ihr Lebensraum sind Savannen und lichte Wälder.
Lebensweise
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Über die Lebensweise der Guinea-Paviane ist verglichen mit anderen Pavianarten wenig bekannt. Sie sind tagaktiv und halten sich häufig am Boden auf, klettern zur Nachtruhe jedoch meist auf Bäume. Das Vorhandensein geeigneter Ruhebäume limitiert die Gruppengröße und das Verbreitungsgebiet. Laut Beobachtungen von Forschern vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen leben Guinea-Paviane in gemischten Gruppen, wobei die Friedfertigkeit der Männchen untereinander im Gegensatz zu anderen Pavianarten einzigartig ist.[1]
Guinea-Paviane leben in Gruppen, die aus drei sozialen Ebenen bestehen. Die unterste Ebene wird von Forschern als „Unit“ bezeichnet, sie besteht aus einem Männchen, einem oder mehreren Weibchen und deren Nachkommen. Die nächsthöhere soziale Ebene, genannt „Party“, besteht aus drei bis vier „Units“, die durch eine auf Verwandtschaft basierende, dauerhafte Bindung zwischen Männchen miteinander verbunden sind. Die darüber liegende, dritte Ebene – „Gang“ – ist gekennzeichnet durch einen lockeren Zusammenhalt von Individuen, die insbesondere durch entferntere Verwandtschaft miteinander verbunden sind.[2]
Wie alle Paviane sind sie Allesfresser, die Früchte, Knospen, Wurzeln, Insekten und kleine Säugetiere zu sich nehmen.
Auch über die Fortpflanzung ist wenig bekannt. Nach einer rund 180-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt.
Gefährdung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes und des Verlustes ihres Lebensraumes werden Guinea-Paviane als potenziell gefährdet eingestuft.
Haltung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Deutschland werden Guinea-Paviane nur im Tiergarten Nürnberg gehalten.[3]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer-Verlag, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-540-43645-6.
- Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
- Dietmar Zinner, Matthias Klapproth, Andrea Schell […] und Julia Fischer: Comparative ecology of Guinea baboons (Papio papio). In: Primate Biology. Band 8, Nr. 1, PB, 8, 2021, S. 19–35, doi:10.5194/pb-8-19-2021.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Informationen bei Animal Diversity Web
- Papio papio in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: Primate Specialist Group, 2018. Abgerufen am 15. Juli 2025.
- Deutsches Primatenzentrum Pavian-Forschung an der Feldstation Centre de Recherche de Primatologie Simenti, Senegal
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Paviane bilden Männercliquen. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 9. September 2014.
- ↑ William J. O’Hearn, Christof Neumann, Roger Mundry, Federica Dal Pesco und Julia Fischer: Meat transfer patterns reflect the multi-level social system of Guinea baboons. In: iScience. Band 28, Nr. 11, 2025, 113619, doi:10.1016/j.isci.2025.113619.
- ↑ Populationsmanagement bei Pavianen. 14. Juli 2025, abgerufen am 15. Juli 2025 (deutsch).