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Panjer-Algorithmus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Panjer-Rekursion (oder auch Panjer-Algorithmus) ist ein Algorithmus um die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer speziellen zusammengesetzten Zufallsvariable

S:=∑i=1NXi:=∑n=0∞χ{ω∈Ω|N(ω)=n}∑i=1nXi

zu berechnen. Dabei sind N und Xi Zufallsvariablen, welche ein kollektives Modell bilden, und χ bezeichnet die Indikatorfunktion.

Der Algorithmus wurde in einer Publikation von Harry Panjer erstmals veröffentlicht.[1] Er wird im Versicherungswesen häufig benutzt.

Wir sind an der speziellen zusammengesetzten Zufallsvariable S=∑i=1NXi interessiert, wobei N und Xi die folgenden Vorbedingungen erfüllen müssen:

Schadenanzahlverteilung

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N ist eine „Schadenanzahlverteilung“, d. h. N∈ℕ0. N ist unabhängig von Xi.

Weiterhin muss N ein Element der Panjer-Klasse sein. Die Panjer-Klasse besteht aus allen Zufallsvariablen mit Werten in ℕ0, welche die folgende Relation erfüllen:

pk=(a+bk)⋅pk−1 mit   k≥1 und für a und b mit a+b≥0.

Der Wert p0 wird so bestimmt, dass ∑k=0∞pk=1 erfüllt ist.

Sundt bewies im Paper[2], dass nur die Binomialverteilung, die Poisson-Verteilung und die Negative Binomialverteilung in der Panjer-Klasse liegen. Sie haben die Parameter und Werte wie in der folgenden Tabelle beschrieben, wobei WN(x) die wahrscheinlichkeitserzeugende Funktion bezeichnet.

Verteilung P[N=k] a b p0 WN(x) E[N] Var(N)
Binomial (nk)pk(1−p)n−k pp−1 p(n+1)1−p (1−p)n (px+(1−p))n np np(1−p)
Poisson e−λλkk! 0 λ e−λ eλ(x−1) λ λ
Negative Binomial Γ(r+k)k!Γ(r)pr(1−p)k 1−p (1−p)(r−1) pr (p1−x(1−p))r r(1−p)p r(1−p)p2

Einzelschadenverteilung

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Wir nehmen an, dass Xi identisch verteilte unabhängige Zufallsvariablen sind, welche unabhängig von N sind. Weiterhin muss Xi auf einem Gitter hℕ0 mit Gitterlänge h>0 verteilt sein.

fk=P[Xi=hk].

Der Algorithmus verwendet eine Rekursion, um die Wahrscheinlichkeiten gk=P[S=hk] zu berechnen.

Der Startwert ist: g0=WN(f0)

mit den Spezialfällen
g0=p0⋅exp⁡(f0b) für a=0,
und
g0=p0(1−f0a)1+b/a für a≠0.

Die nachfolgenden Werte können folgendermaßen berechnet werden:

gk=P[S=hk]=11−f0a∑j=1k(a+b⋅jk)⋅fj⋅gk−j.
Abbildung 1

Abbildung 1 zeigt die approximierte Dichtefunktion von S=∑i=1NXi wobei N∼NegBin⁡(3,5;0,3) und X∼Frechet⁡(1,7;1). Die Einzelschadenverteilung wurde mit einer Gitterbreite h=0,04 diskretisiert (siehe auch Fréchet-Verteilung).

  • Schmidt, Klaus D.: Versicherungsmathematik, Springer Dordrecht Heidelberg London New York 2009, ISBN 978-3-642-01175-7.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Harry H. Panjer: Recursive evaluation of a family of compound distributions. In: ASTIN Bulletin. 12. Jahrgang, Nr. 1, 1981, S. 22–26, doi:10.1017/S0515036100006796 (englisch, casact.org [PDF]).
  2. ↑ B. Sundt and W. S. Jewell: Further results on recursive evaluation of compound distributions. In: ASTIN Bulletin. 12. Jahrgang, Nr. 1, 1981, S. 27–39, doi:10.1017/S0515036100006802 (englisch, casact.org [PDF]).