Otto Pollmann
Otto Franz Pollmann (* 3. März 1915 im Wesermünde; † 28. Februar 1958 in Leer (Ostfriesland)) war ein deutscher Marineoffizier der Kriegsmarine und Bundesmarine. Er gilt als erfolgreichster U-Boot-Jäger des Zweiten Weltkriegs.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beförderungen:
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Otto Pollmann war bereits vor Kriegsbeginn Berufsseemann und durchlief zunächst in der zivilen Handelsmarine eine Ausbildung zum Schiffsoffizier.
1939 trat er als Funkgefreiter und Reserveoffiziersanwärter in die Kriegsmarine ein. Von April 1939 bis Juli 1939 diente er als Funkgefreiter und III. Wachgänger auf dem Zerstörer Bernd von Arnim, wechselte dann zur 12. Ujagd-Flottille. Vom 25. Juli 1939 war er hier bis 1. April 1940 Funktelegraphleiter und Koppelmaat, bevor er bis 11. Juni 1941 als Zweiter Wachoffizier auf UJ 124 eingesetzt zu werden. Anschließend übernahm er in der Flottille für einen Monat das Boot B 1. Es folgte bis September 1941 eine Ausbildung bei der 1. Marine-Unteroffizier-Lehr-Abteilung in Kiel, wo er den Lehrgang für Unteroffizieranwärter und Reserveoffizieranwärter besuchte. Es folgte bis Januar 1943 sein Einsatz als Zweiter und ab 1. April 1942 Erster Wachoffizier bzw. in Vertretung auch Kommandant auf UJ 1214.
Anfang 1943 wurde er bei der 22. Ujagd-Flottille Kommandant des U-Jagdbootes UJ 2210, welches im Mittelmeer eingesetzt war. Pollmann wird mit diesem U-Jagdboot die Versenkung von 14 U-Booten zugeschrieben.[1] Die Zahl ist jedoch umstritten und kann nur teilweise substantiiert belegt werden, wie die Versenkung der Tigris im Februar 1943.[2]
Im Mai 1943 wurde Pollmann das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen. Am 26. Januar 1944 wurde er als Oberleutnant zur See d. R.; diesen Dienstgrad hatte er ab 1. Januar 1944; mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.[3] Kurz nach Verleihung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz im April 1944 wurde das von ihm kommandierte Boot UJ 2210 im Mittelmeer versenkt.
Zu Mitte Oktober 1944 kam er zur 1. Landungs-Division, welche im November des gleichen Jahres aufgelöst wurde und Pollmann zur Verfügung des Ujagdführers Ostsee gesetzt wurde. Vom 1. Januar 1945 bis Kriegsende war er Kommandant in der 11. U-Jagd-Flottille. Zu Kriegsende war er als Kompaniechef in Flensburg zum Schutz der Regierung Dönitz eingesetzt. Vom 25. November 1945 bis 31. Januar 1946 war er in Stöcksee bei Nienburg interniert.
Pollmann wohnte in Westrhauderfehn, dem Herkunftsort seiner Ehefrau, und trat am 1. Juli 1956 im Rang eines Korvettenkapitäns in die Bundesmarine ein. In der Bundesmarine war er mit dem Aufbau von U-Boot-Jagd-Einheiten betraut. Von war er bis zu seinem Tod im Stab der Flotte als Dezernent für die U-Boot-Jagd im Kommando der Marinewaffen. Pollmann starb am 28. Februar 1958. Zuletzt war er als Verbindungsoffizier in das NATO-Kommando in den Niederlanden eingesetzt.[4]
Sein Sohn Jörg Pollmann war von 1994 bis 2022 Hafenkapitän im Hamburger Hafen.[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Clemens Range: Die Ritterkreuzträger der Kriegsmarine. Stuttgart, Motorbuch Verlag, 1974, ISBN 3-87943-355-0.
- Klaus D. Patzwall und Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941–1945 Geschichte und Inhaber Band II Norderstedt, Verlag Klaus D. Patzwall, 2001, ISBN 3-931533-45-X.
- Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940–1945, 9 Bände, 4., überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
- Walter Lohmann, Hans H. Hildebrand: Die deutsche Kriegsmarine, 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. Band 3. Podzun, 1956, S. 279.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eintrag im Deutschen Marinearchiv ( vom 14. November 2007 im Internet Archive)
- Eintrag bei military.wiki (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Schaulen, Fritjof (2004). Eichenlaubträger 1940 - 1945 Zeitgeschichte in Farbe II, Ihlefeld-Primozic, Verlag: Pour le Mérite, Selent, 2004 S. 148.
- ↑ HMS Tigris, Uboat.net
- ↑ Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold. Podzun-Pallas-Verlag, 1984, ISBN 978-3-7909-0223-5, S. 67.
- ↑ Dörr, Manfred (1996) Die Ritterkreuzträger der Überwasserstreitkräfte der Kriegsmarine—Band 2:L–Z, S. Osnabrück, Germany: Biblio Verlag. ISBN 3-7648-2497-2, S. 133.
- ↑ Jörg Pollmann: Alles hört auf sein Kommando, Hamburger Abendblatt v.11.5.2019
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pollmann, Otto |
| ALTERNATIVNAMEN | Pollmann, Otto Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Marineoffizier |
| GEBURTSDATUM | 3. März 1915 |
| GEBURTSORT | Wesermünde, Deutsches Reich |
| STERBEDATUM | 28. Februar 1958 |
| STERBEORT | Leer (Ostfriesland) |
- Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- Militärperson (NATO)
- Korvettenkapitän (Marine der Bundeswehr)
- Oberleutnant zur See (Kriegsmarine der Wehrmacht)
- Leutnant zur See (Reichsmarine)
- Träger des Deutschen Kreuzes in Gold
- Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
- Deutscher
- Geboren 1915
- Gestorben 1958
- Mann
- U-Boot-Kommandant (Kriegsmarine der Wehrmacht)