Das Einzugsgebiet der Orke mit dem Teileinzugsgebiet der Aar im Norden und im OstenDas Einzugsgebiet der Orke mit dem Teileinzugsgebiet der Aar im Norden und im Osten
Der Fluss wird 1486 als die Orcken erstmals schriftlich erwähnt. Die gleichnamigen Orte Nieder- bzw. Oberorke erscheinen in den schriftlichen Aufzeichnungen schon im Jahr 1016 als Orcana. Die Deutung des Namens ist unsicher.[6]
Die Orke entspringt im westfälischen Hochsauerlandkreis im Nordostteil des Rothaargebirges. Ihre im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge befindliche Quelle liegt am Südwestrand des Medebacher Ortsteils Küstelberg und etwa 880m westlich des 791,3m hohen Schlossberggipfels. Der in steilem Talschluss des zunächst nach Südwesten gerichteten Tales auf etwa 645mü.NHN[1] gelegene Ursprung stellt den nördlichsten Punkt des Flusslaufs dar. Die Orke entspringt in einem kleinen –oberhalb ihres Zuflusses Reetsbergsiepen gelegenen– Quellgebiet aus der Vereinigung mehrerer Rinnsale.
Schon auf den ersten Metern wird die Orke von mehreren Holzbrücken überquert. Kurz darauf wird der überwiegend südostwärts verlaufende Fluss durch das Reetsbergsiepen, das Kesselsiepen und weitere Gerinne aus artenreichen Quellgründen verstärkt. Das anfangs rund 200Meter tief eingesenkte Tal hat ein gestuftes Längsprofil und, zusammen mit den bei Elkeringhausen von Winterberg herabkommenden Seitentälern von Helle und Ehrenscheider Bach, eine ausgeprägte Trogtalform. Das nordwestlich, jenseits der Rhein-Weser-Wasserscheide, benachbarte Quellgebiet der Ruhr liegt dagegen in gefälleärmeren Mulden, die talaufwärts wie abgeschnitten zum tiefen Orketal ausstreichen. Danach umfließt die Orke in weitem Linksbogen die markante Berggruppe aus Reetsberg (792,2m), Rösberg (früher Eggekopf genannt; 781m) und Alter Grimme (754,9m).
Unterhalb der Ehrenscheider Mühle und der ehemaligen Siedlung Wernsdorf, einer als Kulturdenkmal ausgewiesenen Wüstung, fließt die Orke im Vildischen Grund nach Osten, zwischen der Alten Grimme im Norden und der Hohen Seite (752,5m) im Süden. Zwischen dem Forsthaus Kaltenscheid und dem Medebacher Ortsteil Medelon verlässt sie das Rothaargebirge und erreicht eine der naturräumlichen Untereinheiten des Ostsauerländer Gebirgsrandes, die Medebacher Bucht. Hier münden, nach Durchfließen von Medelon, von Norden her drei größere Zuflüsse: zunächst bei der Ober- und Mittelmühle der Gelängebach, dann, unterhalb der Polter- und Niedermühle, der von Medebach kommende Medebach und die Brühne, im Oberlauf auch Hagemecke genannt.
Inzwischen ruhiger fließend erreicht die Orke bei Verlassen des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge den nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Östlich der Ortschaft Münden, einem Ortsteil von Lichtenfels, fließt der Orke der von Südwesten kommende Schwelgersbach zu. Dann leitet von der Orke ein künstlich angelegter Hochwasserkanal[7] von etwa 130m[8] Länge zur Wilde Aa (Aar) über.
Zwischen Münden und dem Lichtenfelser Ortsteil Dalwigksthal, wo die Orke auf rund 150m Fließstrecke entlang der Landesstraße3076 (Orketalstraße) unterirdisch kanalisiert verläuft, mündet von Nordwesten her ihr größter Zufluss, die Wilde Aa(Aar), ein. Im ab hier windungsreichen Talabschnitt steht auf einem südlich des Flusstals gelegenen Bergsporn die Burg Lichtenfels, darunter unmittelbar am Südufer des Flusses das Haus Sand. Die Orke tritt hier in ihr Durchbruchstal der Örkschen Schweiz (Waldeckischen Schweiz) ein, in dem auch, ein paar Kilometer flussabwärts in Tallage, das Schloss Reckenberg liegt. Nach Einmündung des von Norden aus Richtung Fürstenberg (Stadtteil von Lichtenfels) kommenden Heimbachs öffnet sich zum Austritt aus ihrer Schweiz die von steilen, mit Buchen bestandenen Hängen gesäumte Talsohle etwas und gibt den Vöhler Ortsteilen Nieder- und Oberorke Raum.
Etwas weiter südöstlich mündet die Orke bei Ederbringhausen (Ortsteil von Vöhl) nach Unterqueren der Bahnstrecke Warburg–Sarnau auf etwa 250m Höhe in die aus Richtung Südsüdwesten kommende Eder. Östlich der Mündung, die der südlichsten Stelle ihres Flusslaufs entspricht, und jenseits der Eder befindet sich die Ruine der Keseburg.
Das Einzugsgebiet der Orke ist 279,125km²[1] groß, davon 136,666km²[1] in Nordrhein-Westfalen und 142,46km² in Hessen. Zu den Orke-Zuflüssen gehören mit orographischer Zuordnung (l=linksseitig, r=rechtsseitig), Gewässerlänge, Mündungsort mit Orkeflusskilometer –wenn bekannt– Einzugsgebietsgröße (flussabwärts betrachtet; wenn nicht anders genannt laut [1]):
Reetsbergsiepen (l; 1,4km; unterhalb Küstelberg; bei km 37,5)
Den Oberlauf der Orke begleitet die Kreisstraße50, die von der Winterberger Kernstadt durch Elkeringhausen zur nach Küstelberg führenden Landesstraße740 verläuft. Durch den zwischen Alter Grimme und Hoher Seite liegende Talabschnitt mit dem Vildischen Grund führt zwischen der K50 bei Elkeringhausen und der (nordrhein-westfälischen) L617 (Hesborn–Medelon–Medebach) bei Medelon ein Fahrweg. Fortan wird sie bei und durch Medelon von der L617 begleitet. Ab der Ober- und Mittelmühle folgt der Orke die L858, die erst in die L740 und dann, jenseits der Landesgrenze, in die (hessische) L617 (Münden−Dalwigksthal) übergeht. Zwischen Dalwigksthal, wo die L3076 (Rhadern−Dalwigksthal−Sachsenberg) kreuzt, und Niederorke, wo die L3084 (Sachsenberg−Niederorke−Buchenberg) kreuzt, wird der Unterlauf von einem Fahrweg begleitet. Ab Niederorke führt die K85 bis zum Mündungsort Ederbringhausen entlang der Orke. Wenige Meter oberhalb der Mündung in die Eder unterquert die Orke die Bahnstrecke Warburg–Sarnau.
In Elkeringhausen und bei der Siedlung Wernsdorf wird die Orke von der Winterberger Hochtour gequert, einem Wanderweg, der die Ortsteile, Berge und Täler Winterbergs verbindet.[9] Entlang eines Flussabschnitts bei Medelon führt der 9,5km lange LehrpfadGewässerpfad Orke,[10] auf dem an 13Stationen mit Schautafeln Wissenswertes über den Lebensraum Fließgewässer und Aue zu erfahren ist.
↑Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser- und Emsgebiet 1985 (PDF; 10,2MB) (abgerufen beim NLWKN am 22.Oktober 2013)
↑Pegelwert Dalwigksthal vermehrt um den Gebietsabfluss des Resteinzugsgebietes (51,13km²), ermittelt für das Zwischeneinzugsgebiet der Pegel Auhammer, Dalwigksthal und Schmittlotheim (10,5l/s.km²)
↑Lage des Hochwasserkanals als Verbindung zwischen Orke und Aar: ⊙51.1527361111118.7723611111111 (Einlauf im Südwesten) und ⊙51.1533611111118.7739444444444 (Auslauf im Nordosten)