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Oranit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Oranit
אורנית
أورنيت
Oranit im Jahr 2011
Gebiet: Westjordanland
(Judäa und Samaria)
Gemeindeverwaltung: Oranit
Gegründet: 1985
Koordinaten: 32° 8′ N, 35° 0′ OKoordinaten: 32° 7′ 46″ N, 34° 59′ 43″ O
Höhe: 125 m
Fläche: 2,140 km²
Einwohner: 10.044 (2025)
Bevölkerungsdichte: 4.693 Einwohner je km²
Postleitzahl: 4481300
Bürgermeister: Oder Piron-Zomer (seit März 2024)
Website:
Oranit (Palästinensische Autonomiegebiete)
Oranit (Palästinensische Autonomiegebiete)
Oranit

Oranit (hebräisch: אֳרָנִית) ist eine israelische Siedlung mit dem Status einer Lokalgemeinde im Nahtbereich des Westjordanlands, die an die Grüne Linie angrenzt und diese teilweise überschreitet. Sie ist im Westen vom Waldgebiet Horshim, im Südwesten von Rosch haAjin und Kfar Qasim, im Osten von Scha'arei Tikva sowie im Nordosten von Khirbet Abu Salman umgeben. Im Jahr 2025 betrug die Einwohnerzahl 10.044.

Die internationale Gemeinschaft betrachtet israelische Siedlungen im Westjordanland nach überwiegender Auffassung als völkerrechtswidrig, was von Israel bestritten wird.[1]

Nach Angaben des Applied Research Institute – Jerusalem (ARIJ) wurde zur Errichtung von Oranit Land aus zwei nahegelegenen palästinensischen Ortschaften in Anspruch genommen: Der überwiegende Teil stammte aus Azzun Atma, weitere 6 Dunam aus ʿIzbat Salman.[2]

Im April 1983 genehmigte die israelische Regierung die Gründung von Oranit als eine von drei geplanten Siedlungen im Gebiet West-Samarien.[3]

Nach Angaben von Amnesty International ging ein erheblicher Teil der Flächen des benachbarten Dorfes ʿIzbat Salman mit der Errichtung von Oranit verloren; weitere Flächen wurden im Zusammenhang mit dem Bau der Sperranlage im Westjordanland in den Siedlungsbereich einbezogen.[4] Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) schätzt, dass drei umliegende palästinensische Ortschaften infolge der Errichtung der Siedlung rund 3.000 Dunam Land verloren. Zunächst erhielten etwa 30 palästinensische Landwirte Zugang zu ihren Flächen über Tore der Siedlung; dieses wurde später aus Sicherheitsgründen eingeschränkt. In der Folge wurde die Siedlung auf Teile dieser Flächen ausgeweitet.[5]

Nach einem Bericht der israelischen Organisation Schalom Achschaw befinden sich 53,87 % des Landes, auf dem die Siedlung errichtet wurde, in palästinensischem Privatbesitz; auch nach israelischer Rechtsauffassung hätte auf diesem Land nicht gebaut werden dürfen.[6]

1985 zogen die ersten Einwohner nach Oranit. 1990 erhielt der Ort den Status einer Lokalgemeinde. Im Jahr 2009 verhängte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen zeitlich befristeten Baustopp für Oranit und andere israelische Siedlungen im Westjordanland. In diesem Zusammenhang wurden Bauarbeiten durch die israelische Zivilverwaltung vorübergehend eingestellt.[7]

Blick auf Oranit westlich des Horshim-Walds

Nach Angaben des ehemaligen Bürgermeisters Zvika Ma-Yafit bestehen Kontakte zur benachbarten Stadt Kafr Qasim, unter anderem in Form gemeinsamer Umweltprojekte wie eines Abwassersystems. Zudem sind Einwohner aus Kafr Qasim in Oranit beschäftigt.[8] Als Beweggrund für den Zuzug nach Oranit nennt er vor allem Aspekte der Lebensqualität.[9]

Zweite Intifada

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Am 19. September 2001 wurde Oranit von einem Bombenanschlag betroffen. Eine Bombe traf ein Fahrzeug der Sicherheitskräfte in Oranit und verwundete zwei Personen.[10]

Kulturhalle „Tarbuta“ in Ornit
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Steigerung
1985230--
1986618166 %
19871.10078 %
19881.60045 %
19891.91019 %
19902.24017,28 %
19954.05080,80 %
20005.07025,19 %
20055.5008,48 %

Einer Erhebung aus dem Jahr 2009 zufolge ist die Bevölkerung vergleichsweise jung und annähernd gleichmäßig zwischen Männern und Frauen verteilt. Etwa 15 % der Einwohner sind orthodox, von denen rund zwei Drittel im religiösen Viertel der Gemeinde leben. Oranit wurde auf der israelischen sozioökonomischen Skala mit 8 von 10 eingestuft.[11]

Bildung und Kultur

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Im Rahmen eines Bildungsprojekts im MultiCenter, einem Computerzentrum im Industriegebiet Park Afek, entwickelten israelische und palästinensische Kinder aus Oranit, Rosch haAjin und Kafr Qasim gemeinsam ein Computermodell einer virtuellen Stadt des Zusammenlebens. Nach Angaben der Projektleitung lernen die Kinder dabei die Sprache und Kultur der jeweils anderen kennen, diskutieren Strategien zur Förderung von Toleranz und zur Vermeidung von Gewalt und erstellen mithilfe eines vom MultiCenter entwickelten Programms eine virtuelle „Wunschstadt“ mit Karte, Logo und Charta.[12]

Zu den Einrichtungen der Gemeinde zählen unter anderem ein öffentliches Schwimmbad sowie Tennisplätze.[9]

Persönlichkeiten

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  • Shahak Shapira (* 1988), Künstler, Satiriker und Comedian, aufgewachsen in Oranit
  1. The Geneva Convention. 10. Dezember 2009 (bbc.co.uk [abgerufen am 8. April 2026]).
  2. The Western ‘Izab Locality Profile. In: Applied Research Institute – Jerusalem (ARIJ). 2013, abgerufen am 8. April 2026 (englisch).
  3. Tom Voltz: Chapter : Encyclopedia of the Palestine Problem. Archiviert vom Original am 5. Juli 2008; abgerufen am 8. April 2026.
  4. Enduring occupation: Palestinians under siege in the West Bank - Amnesty Intl. report/Non-UN document (4 June 2007). Archiviert vom Original am 17. Juli 2010; abgerufen am 8. April 2026.
  5. Impact of first phase of security barrier (Part 2) - UNRWA report (1 July 2003). Archiviert vom Original am 2. Dezember 2020; abgerufen am 8. April 2026.
  6. Settlements 'violate Israeli law' (BBC, 21. November 2006);
    Rory McCarthy: 39 % of Israeli settlements 'on private land' (The Guardian, 22. November 2006);
    Yair Sheleg: 40 percent of settlements were built on Palestinian land (Memento des Originals vom 7. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Ha'aretz, 21. November 2006);
    Dror Etkes: A settlements mafia (Ha'aretz, 22. November 2006);
    Nadav Shragai: Blow to settlement movement (Ha'aretz, 23. November 2006).
  7. In Israeli settlements, residents and builders push back on 10-month freeze. In: Christian Science Monitor. ISSN 0882-7729 (csmonitor.com [abgerufen am 8. April 2026]).
  8. Jewish Sightseeing in Oranit, Israel. Abgerufen am 8. April 2026.
  9. 1 2 Tim Golden: Dreams of Land Collide as Israeli Settlers Grow in Numbers. In: The New York Times. 3. Juli 2002, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 8. April 2026]).
  10. Virginia Quirke: Jewish woman killed in attack on car. In: The Guardian. 21. September 2001, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 8. April 2026]).
  11. Local Authorities in Israel 2009 – Municipality Profiles: Oranit. In: Israel Central Bureau of Statistics. 2009, abgerufen am 8. April 2026 (hebräisch).
  12. Youngsters build virtual coexistence. 1. Februar 2001.