Ophioglossum pendulum
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Ophioglossum pendulum | ||||||||||||
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| L. |
Ophioglossum pendulum ist eine epiphytische Farnart aus der Familie der Natternzungengewächse (Ophioglossaceae) mit Verbreitung in tropischen Breiten der Alten Welt, eingebürgert als Neophyt auch in Nordamerika. Ob die Art in einer weit gefassten Gattung Ophioglossum verbleiben sollte, oder die Untergattung Ophioderma, mit dieser Art, zur eigenständigen Gattung hochgestuft werden, ist derzeit noch umstritten, es zeichnet sich aber eine Aufsplittung von Ophioglossum s.l. ab. Folgt man dieser Auffassung, wäre der Artname Ophioderma pendulum (syn. Ophioderma pendula).
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ophioglossum pendulum[1][2][3][4] wächst als Epiphyt auf den Ästen von Baumarten. Dem Holz aufliegend ist ein kurzes, fleischiges, weiß oder hellbraun gefärbtes, meist horizontal kriechendes Rhizom, von dem fleischige Wurzeln abgehen. Dieses ist verstreut behaart, aber ohne Schuppenhaare.[4] Dem Rhizom entspringen ein bis sechs lang herabhängende Blätter. Diese sind linear bandförmig, glatt, oft etwas gewellt und, je nach Region 30 bis 50,[2] bis 100[3] oder sogar 200[3], ausnahmsweise wohl bis 400[1] Zentimeter lang, bei einer Breite von 0,6 bis 9, meist 2 bis 3 Zentimeter. Die Blätter können einfach oder zur Spitze hin einmal, seltener mehrfach gabelteilig geteilt sein. Die Spreite ist an der Basis verschmälert, ein Blattstiel fehlt ganz oder ist sehr kurz. Die Blätter sind beiderseits grün gefärbt, relativ dünn und etwas fleischig. Der Rand der Blattspreite ist ganzrandig, die Aderung netznervig, mit undeutlicher oder ganz fehlender Mittelader und deutlichen, aber nicht hervortretenden Nerven. Die fertile, sporentragende Blattspreite sitzt mit einem kurzen Stiel Oberseite der sterilen Spreite, in der Mitte oder nahe von deren Basis, an. Sie ist immer deutlich kürzer als diese. Sie erreicht etwa 5 bis 30, selten von 6 oder bis 45 Zentimeter Länge. Ausnahmsweise können pro sterilem Blatt (Trophophyll) auch zwei solche Sporophylle abgehen. Die Sporangien sitzen linear entlang der beiden Spreitenränder des Sporophylls an, jederseits maximal etwa 200 Sporangien. Die Sporen sind dreieckig bis kugelig mit glatter Oberfläche mit dreistrahlig y-förmiger (trileter) Sutur.
Die Art ist eine der wenigen epiphytischen Arten der Natternzungengewächse. Ähnlich, und früher oft nicht als eigene Art unterschieden, ist die ebenfalls epiphytische Ophioglossum falcatum (Presl) Fowler, bei Abtrennung in eine eigene Gattung Ophioderma falcatum (Presl.) Deg. genannt. Dese ist aber nur auf Inseln im Pazifik verbreitet. Weitere, erst später abgetrennte ähnliche Arten kommen in Indonesien und auf den Philippinen vor.[5]
Der Gametophyt lebt, wie typisch für die Familie, unterirdisch, er besitzt kein Blattgrün und ist zu seiner Ernährung auf symbiontische Pilze angewiesen.[6]
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Art ist verbreitet, überwiegend im tropischen Regenwald[2] im Osten Indiens, überwiegend im Himalaya, über in Nepal, Sikkim, den Süden Chinas einschließlich der Insel Taiwan bis Korea und den Süden Japans. Südlich davon auf der indonesischen und Malaiischen Halbinsel und den Inseln Malaysias, Indonesiens und der Philippinen über Neuguinea bis Australien. Außerdem kommt sie auf vielen Inseln und Inselgruppen im Indischen und Pazifischen Ozean vor. Entgegen älterer Angaben fehlt sie aber in Hawaii.[7] Sie wächst auf Madagaskar und Sansibar, fehlt aber dem angrenzenden Festland Ostafrikas.[1]
Die Art wurde in den Süden der USA eingeschleppt, wo sie als Epiphyt auf Palmen wächst.[8]
Taxonomie und Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Art wurde schon von Carl von Linné in der zweiten Auflage der Species Plantarum erstbeschrieben. Basis seiner Beschreibung waren die Beschreibung und Abbildungen im sechsten Band des Werks Herbarium Amboinense des Georg Eberhard Rumpf, bei diesem Scolopendria major genannt. Die Abbildung Rumpfs in diesem Werk wurde 1988 als Typusexemplar (Lektotyp) festgelegt.
Da die Natternzungengewächse eine evolutionär sehr alte, dabei morphologisch merkmalsarme Verwandtschaft sind, ist die Abgrenzung von Gattungen und Arten seit jeher problematisch. Traditionell wurde eine weit gefasste Gattung Ophioglossum in verschiedene Untergattungen gegliedert. Die traditionelle Untergattung Ophioderma, deren Typusart Ophioglossum pendulum ist, wurde schon 1836 durch Stephan Ladislaus Endlicher in seinem Werk Genera Plantarum als eigene Gattung behandelt, danach aber von den meisten Botanikern als Synonym, oder als Untergattung, von Ophioglossum, aufgefasst. Die Pteridophyte Phylogeny Group, ein Zusammenschluss von Farn-Systematikern, stellten sie 2016 in ihrem Konsens-System PPG1 wieder als eigenständige Gattung her.[9] Das wurde weithin akzeptiert, aber nicht von allen Botanikern. In einer umfassenden Studie mittels verschiedener molekularer Marker, die frühere Ergebnisse zusammenfasst, ergab sich ein Schwestergruppenverhältnis von Ophioderma und der traditionellen Gattung Cheiroglossa, die zusammen die Schwestergruppe von Ophioglossum s.str. bilden. Ophioderma selbst zerfällt in zwei Artengruppen, die pendulum-Klade und die falcatum-Klade (mit Ophioderma falcatum, aber auch einigen Herkünften von polynesischen Inseln, die bisher O.pendulum zugeordnet worden waren).[10] Das Ergebnis wurde in einer späteren kombinierten Studie bestätigt.[11] Demnach ist vermutlich mit weiteren, morphologisch bisher nicht unterschiedenen Kryptospezies innerhalb der Artengruppe zu rechnen.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 J.E. Burrows & R.J. Johns: Ophioglossaceae. Flora of Tropical East Africa. CRC Press, London 2001. doi:10.1201/9781003762409. 20 Seiten.
- 1 2 3 Ophioglossum pendulum, Flora of China online (Zhang Xianchun, Quanru Liu & Norio Sahashi: Fam. Ophioglossaceae, in Flora of China, Vol. 2)
- 1 2 3 S. Jash & A.B. De (2020): The genus Ophioglossum (Ophioglassaceae) in West Bengal, India. Fern Gazette, Journal of the British Pteridological Society 21(3): 123–132.
- 1 2 B.S. Kholia and C.R. Fraser-Jenkins (2014): Rediscovery of Ophioglossum pendulum L. from eastern Himalaya with a note to historical background and new distribution record to Sikkim. Indian Journal of Forestry 37(3) : 347-354.
- ↑ Victor B. Amoroso, Yvonne Love L. Cariño, Joevina C. Nobleza, Fulgent P. Coritico (2020): Ophioderma subsessile (Ophioglossaceae), a New Snake Tongue Fern Species from Mindanao, Philippines. Philippine Journal of Science 150 (S1): 215–221.
- ↑ Qiao‐Yi Xie, Li‐Yaung Kuo, Chiung‐Chih Chang, Chien‐Jung Lin, Wen‐Hong Wang, Ko‐Hsuan Chen (2024): Prevalent arbuscular mycorrhizae in roots and highly variable mycobiome in leaves of epiphytic subtropical fern Ophioderma pendulum. American Journal of Botany 2024;e16319. doi:10.1002/ajb2.16319
- ↑ Harold St.John (1940): Ophioglossum, Rollandia, and Scaevola. Hawaiian Plant Studies 9. Occasional Papers of Bernice P. Bishop Museum 15 (28): 351–359.
- ↑ Ophioderma pendulum (Linnaeus) C. Presl. Flora of the Southeastern United States.
- ↑ Pteridophyte Phylogeny Group (Eric Schuettpelz et al.) (2016): A community-derived classification for extant lycophytes and ferns. Journal of Systematics and Evolution 54 (6): 563–603. doi:10.1111/jse.12229
- ↑ Liang Zhang, Xue-Ping Fan, Sahanat Petchsri, Lin Zhou, Rossarin Pollawat, Xin Zhang, Xin-Mao Zhou, Ngan Thi Lu, Ralf Knapp, Sahut Chantanaorrapin, Ponpipat Limpanasitticha, Hang Sun, Xin-Fen Gao, Li-Bing Zhang (2020): Evolutionary relationships of the ancient fern lineage the adder’s tongues (Ophioglossaceae) with description of Sahashia gen. nov. Cladistics (2020): 1–14. doi:10.1111/cla.12408
- ↑ Liang Zhang, Li-Bing Zhang (2022): Phylogeny, character evolution, and systematics of the fern family Ophioglossaceae based on Sanger sequence data, plastomes, and morphology. Molecular Phylogenetics and Evolution 173: 107512. doi:10.1016/j.ympev.2022.107512
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ophioglossum pendulum bei PROSEA.
- Ophioglossum pendulum L. auf powo.science.kew.org (engl.)
- Ophioderma pendulum (Old World Adderstongue, Ribbon Fern). www.aboutferns.org