Olsacherit (IMA-Symbol Ols[2]) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ mit der chemischen Zusammensetzung Pb2[SO4|SeO4][4] und ist damit chemisch gesehen ein Blei-Selenat mit zusätzlichen Sulfationen.
Olsacherit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt scharf konturierte, nadelige Kristalle bis etwa zwei Millimeter Länge, die nach der b-Achse gestreckt sind. Das Mineral ist üblicherweise farblos und durchsichtig mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann Olsacherit aber auch durchscheinend weiß sein.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich im Aufbau noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VI/B.13-020. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate und Wolframate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Sulfate, mit fremden Anionen“, wo Olsacherit zusammen mit Grandreefit, Lanarkit, Leadhillit, Macphersonit, Pseudograndreefit und Susannit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VI/B.13 bildet.[3]
Olsacherit gehört zu den sehr seltenen Mineralbildungen, von denen nur wenige Proben existieren, die an bisher rund 10 dokumentierten Fundorten (Stand 2023)[12] gesammelt wurden. Neben seiner Typlokalität Mina Virgen de Surumi im Pakajake Canyon in der Provinz Chayanta trat das Mineral in Bolivien nur noch auf den Abraumhalden der El Dragón Mine in der Provinz Antonio Quijarro zutage.
C. S. Hurlbut Jr., L. F. Aristarain:Olsacherite, Pb2(SO4)(SeO4), a new mineral from Bolivia. In: The American Mineralogist. Band54, 1969, S.1519–1527 (englisch, online verfügbar bei rruff.info[PDF; 530kB; abgerufen am 5.Mai 2019]).
Olsacherite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 5.Mai 2019(englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.370 (englisch).
123456
Olsacherite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 67kB; abgerufen am 5.Mai 2019]).
12345Olsacherite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 14.November 2023(englisch).
↑
Hurlbutite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 67kB; abgerufen am 5.Mai 2019]).
↑Jorge Eduardo Rusansky, Hebe Dina Gay:Necrológica Dr. Lorenzo Francisco Aristarain (1926–2013).In:scielo.org.ar.Scientific Electronic Library Online,abgerufen am 5.Mai 2019(englisch,publiziert in: Revista de la Asociación Geológica Argentina Band 71, Nr. 3, Buenos Aires 2014).
12M. H. Hey:Twenty-sixth list of new mineral names. In: Mineralogical Magazine. Band37, Nr.292, Dezember 1970, S.954–967 (englisch, online verfügbar bei rruff.info[PDF; 924kB; abgerufen am 5.Mai 2019]).