Olaf Broch

Olaf Broch (* 4. August 1867 in Horten; † 28. Januar 1961 in Oslo) war ein norwegischer Slawist.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da in seiner Geburtsstadt der Besuch einer höheren Schule nicht möglich war, ging Broch als Jugendlicher nach Oslo (dem damaligen Christiania), wo er 1885 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Philologie an der Universität in Oslo. Während des Studiums verbrachte er auf Anregung seines Vaters ein Jahr in Russland. 1893 bestand er das Staatsexamen. Anschließend vertiefte er seine Kenntnisse der russischen Sprache. Auf seinen Reisen in ost- und südosteuropäische Länder knüpfte er vielfältige Kontakte zu Sprachwissenschaftlern, so zu dem kroatischen Slawisten Vatroslav Jagić.
1896 wurde er Dozent und 1900 Professor für slawische Philologie an der Universität in Oslo. Im Jahr 1902 erhielt er eine Einladung der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg, russische Dialekte zu untersuchen. Noch bevor er dieses Projekt abgeschlossen hatte, erhielt er einen neuen prestigeträchtigen Auftrag: die Erstellung einer zusammenfassenden Darstellung der Phonetik der slawischen Sprachen. Das Ergebnis war sein Hauptwerk Slavische Phonetik, das 1911 erschien. Sein besonderes Interesse galt den Sprachen und Dialekten entlang von Landesgrenzen. Bekannt wurde er für seine Arbeit zum Russenorsk, eine Pidgin-Sprache, die russische Pomoren und nordnorwegische Fischer verwendeten, wenn sie entlang der Küste Nordnorwegens Tauschhandel trieben. Seine Publikation dazu wurde 1927 veröffentlicht.
Broch war auch als Übersetzer tätig, wobei speziell seine Übersetzungen aus dem Russischen hervorzuheben sind. 1911 erschien seine Übersetzung von Anna Karenina von Lew N. Tolstoi und 1915 die erste vollständige Übersetzung der Brüder Karamasow von Fjodor M. Dostojewski ins Norwegische.
Broch war Mitglied der Norwegischen Akademie der Wissenschaften und wurde 1923 deren Generalsekretär. 1935 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[1] Er war korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften (seit 1916) und auswärtiges Mitglied der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften.[2] Die Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste nahm ihn 1920 als korrespondierendes Mitglied auf.[3]
Er war Träger des Sankt-Olav-Ordens (Komtur).
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Olaf Broch: Studien von der slovakisch-kleinrussischen Sprachgrenze im östlichen Ungarn, Band 1. Grondahl og Sons, 1897, S. 76.
- Olaf Broch: Weitere Studien von der slovakisch-kleinrussischen Sprachgrenze im östlichen Ungarn. J. Dybwad, 1899, S. 104.
- Olaf Broch: Die Dialekte des südlichsten Serbiens. A. Hölder, 1903.
- Olaf Broch: Slavische Phonetik. Carl Winter, Heidelberg 1911, S. 347.
- Olaf Broch: Über einen weißrussischen Dialekt aus der Gegend südlich von Vilna. In: Zeitschrift für Slavische Philologie. Band 26, Nr. 1, 1957, S. 1–46.(JSTOR:24000037)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Arne Gallis: Professor Olaf Broch zum Gedächtnis (1867–1961). In: Scando-Slavica. Band 7, Nr. 1, 1961, S. 327–332, doi:10.1080/00806766108600354.
- A bibliography of Olaf Broch’s published writings. In: Scando-Slavica. Band 3, Nr. 1, 1957, S. 1–15, doi:10.1080/00806765708600255.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Biographie von Olaf Broch im Norsk Oversetterleksikon (norwegisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Mitglieder – historisch: Olaf Broch. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ Foreign Members: Olaf Broch. National Academy of Sciences of Ukraine, abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ Verstorbene ausländische Mitglieder: Olaf Broch. Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste, abgerufen am 19. August 2026 (serbisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Broch, Olaf |
| KURZBESCHREIBUNG | norwegischer Slawist |
| GEBURTSDATUM | 4. August 1867 |
| GEBURTSORT | Horten (Norwegen) |
| STERBEDATUM | 28. Januar 1961 |
| STERBEORT | Oslo |
- Slawist
- Linguist
- Hochschullehrer (Universität Oslo)
- Mitglied der Norwegischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften
- Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine
- Mitglied der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste
- Übersetzer aus dem Russischen
- Übersetzer ins Norwegische
- Träger des Sankt-Olav-Ordens (Komtur)
- Norweger
- Geboren 1867
- Gestorben 1961
- Mann