Offo

Offo († um 605 in Schuttern) war Mönch und Klostergründer. Er soll im Jahr 603 das Kloster Schuttern gegründet haben. Der Legende nach war Offo ein angelsächsischer König, der dem Aufruf Papst Gregor des Großen († 604) folgend sein Reich verlies und Mönch wurde. Mit Hilfe des Straßburger Bischofs Arbogast († 618) gründete er auf merowingischem Königsgut das Kloster.
Überlieferung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tatsächlich lauteten die frühen Namensformen des Klosters Offunwilarii 817, Offinwilare 825, Offoniswilare 975 und Offonis cella 1016. Es gibt jedoch keinerlei Hinweise darauf, wer diese Person wirklich war. Wahrscheinlich entstammte Offo einer lokalen Adelssippe, die eine erste Kirche stiftete.
Doch erst im ausgehenden Mittelalter wurde Offo unter Abt Hermann Burner (1262–1295) zum König propagiert. So erscheint Offo 1276 erstmals im Konventssiegel. Dargestellt ist die thronende Gottesmutter mit Kind, die von einem knienden Würdenträger ehrfürchtig eine Kirche dargeboten bekommt. Dieser wird in einer Beischrift explizit als rex offo fundator ibidem bezeichnet.
Des Weiteren wurde 1283 bei der Weihe der nach einem verheerenden Brand zerstörten Kirche auch ein Offo-Mausoleum erwähnt. Das Gründergrab soll im Lettner integriert gewesen sein und war mit Statuen ausgestattet. Die Inschrift der tumba lautete rex offo fundator hic sepultus. Dieses Mausoleum wurde jedoch 1304 bei dem Überfall der Kenzinger und Endinger wieder zerstört.
Auch die weltliche Siedlung Schuttern griff Offo 1437 als bekrönten Mönch eine Kirche darbietend in ihrem Wappen auf. In leicht abgewandter Form ist dieses Motiv noch heute in Gebrauch.
Als der Klosterbibliothekar Paul Volz (1480–1544) mit der Klosterchronik von Schuttern begann, befand er sich in regem Austausch mit anderen Gelehrten seiner Zeit.[1] Volz berief sich auf Offo als Klostergründer und suchte Belege. Als ältesten Beleg führte er eine heute als Fälschung des 12. Jhdts. erkannte Urkunde von 705 heran. Darin schenkte König Dagobert I. auf Anraten des Bischofs Arbogast dem Kloster einen Hof in Herrlisheim. Volz schreibt Offo auch die Gründung seiner Geburtsstadt Offenburg (Offonis pyrgum) zu. Weiterhin brachte er die sich noch in Umlauf befindlichen Straßburger Engelspfennige, die als Engelländer oder Altoffenburger bezeichnet wurden, in Verbindung zu Offo.
Der Gelehrte Johannes Trithemius (1462–1516) widersprach der These von Paul Volz. Er schrieb die Gründung Schutterns vielmehr dem Heiligen Pirmin um 734 zu und berief sich dabei auf dessen Vita. Diskutiert wurden auch die problematischen Parallelen zwischen Offo und Offa von Essex.
Doch in Schuttern setzte sich schließlich Offo durch. Die Äbte Konrad Frick (1518–1535) und Rudolph Garb (1535–1550) ergänzten ihre Wappen gar mit dem Wappen Englands als Hinweis auf ihren offo rex angliae. Die Verehrung setzte sich fort. So findet der Klostergründer beim barocken Neubau der Schutterer Kirche 1722/1773 als Statue einen würdigen Platz auf der unteren Balustrade. Gemeinsam mit Heinrich II. flankieren diese eine höherstehende Maria mit Kind, zu der sie emporschauen.[2]
Tradition
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gedenktag Offos ist der 14. Januar. Der sogenannte Offotag wurde mit einer traditionellen Liturgie und einer Almosenspende gefeiert. Noch um 1700 wurde der Tag mit einer großen Armenspeisung begangen, bei der bis zu 1.000 Almosenempfänger aus der Region nach Schuttern pilgerten, in Notzeiten entsprechend mehr. Auch die Lokalprominenz wurde zum Festtag geladen.
Erst in der jüngeren Geschichte avancierte Offo zum Volksheiligen. Kirchenrechtlich kanonisiert wurde er jedoch nie. Heute wird der Tag mit einem Festgottessdienst und einer Lebensmittelsammlung für die Tafel begangen.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geschichtsquellen: Werk/1191. Abgerufen am 27. April 2026.
- ↑ Schuttern Benediktiner - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 27. April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Offo |
| ALTERNATIVNAMEN | Uffo |
| KURZBESCHREIBUNG | Klostergründer |
| GEBURTSDATUM | 6. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | nach 603 |