Oberhergheim
| Oberhergheim | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Thann-Guebwiller | |
| Kanton | Ensisheim | |
| Gemeindeverband | Centre Haut-Rhin | |
| Koordinaten | 47° 58′ N, 7° 24′ O | |
| Höhe | 197–207 m | |
| Fläche | 19,86 km² | |
| Einwohner | 1.315 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 66 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68127 | |
| INSEE-Code | 68242 | |
| Website | oberhergheim.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Oberhergheim ist eine französische Gemeinde mit 1.315 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Thann-Guebwiller und zum Kanton Ensisheim. Die Bewohner werden Oberhergheimois und Oberhergheimoises genannt.
Die Gemeinde erhielt 2022 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.[1]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Oberhergheim liegt am linken Ufer der Ill, auf der rechten Seite verläuft der Canal Vauban, der hier nach Nordosten in Richtung Neuf-Brisach abbiegt. Im Westen reicht das Gemeindegebiet bis an die Alte Thur.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Gemarkung wurden Fundstücke der Keltenzeit und eine römische Straßenstation entdeckt. Ersterwähnung 742 als Heruncovillare. Bereits im 13. Jahrhundert wurden Ober- und Niederhergheim unterschieden. Der Ort war ursprünglich im Besitz der Abtei Murbach und kam dann an deren Schirmvögte, die Habsburger. Diese vergaben das Dorf im 13. Jahrhundert als Lehen an die Herren von Hattstatt. Von diesen ging es im 16. Jahrhundert an die Schauenburger. Im 18. Jahrhundert erwarb der königliche Statthalter in Straßburg, Baron von Klinglin, den Ort. Das von ihm erneuerte Schloss der Schauenburger wurde in der Revolution zerstört.
Im Westfälischen Frieden ging der Ort 1848 mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Oberhergheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Gebweiler, Bezirk Oberelsaß).[2]
Im Zweiten Weltkrieg befand sich ein deutsches Ersatzteillager für Flugzeuge in Oberhergheim. Am 5. Februar 1945 erlebte der Ort die Befreiung von der deutschen Besatzung.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1.042[2] | 874 | 894 | 903 | 957 | 1071 | 1102 | 1212 | 1266 |
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Sankt-Leodegarskirche (Église Saint-Léger) wurde 1844 an der Stelle einer mittelalterlichen Vorgängerkirche erbaut. Bemerkenswert ist die schöne spätklassizistische, vom Turm überragte Westfassade der Louis-Philippe-Zeit. Toskanische Pilasterpaare und ein bekrönender Dreiecksgiebel gliedern die Fassadenmitte. In der Kirche befindet sich eine denkmalgeschützte Callinet-Orgel aus dem Jahre 1853, die sowohl gestalterisch als auch musikalisch als eine der besterhaltenen und repräsentativsten ihrer Zeit gilt.
- Die Geodätische Stele (französisch Stèle géodésique) liegt im Ortsteil Maschinenzug und wurde unter Napoleon 1804 zum Zwecke der Landesvermessung errichtet. Details siehe im Weblink der zugehörigen Literatur ab Seite 176. Die Stele ist seit 1979 als Monument historique klassifiziert.[3]
- Die Schule, ursprünglich Mädchenschule stammt vom Colmarer Architekten Laubser, von dem auch die Pläne für die Kirche stammen und der damals zahlreiche Schulhäuser im Departement entwarf.
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Kirche St. Leodegar
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Schule
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Friedhofskapelle
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Geodätische Stele
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Martin Drölling (1752–1817),[4] bekannter Kunstmaler, Vater des Kunstmalers Michel-Martin Drolling (1786–1851) und von Louise-Adéone Drolling (1797–1834), einer der wenigen erfolgreichen Kunstmalerinnen der damaligen Zeit, wurde in Oberbergheim geboren.
- Joseph Saur (1908–2012) wurde ebenfalls in Oberhergheim geboren, war ein Maler, Bildhauer und Holzschnitzer, der sich überwiegend der sakralen Kunst gewidmet hat. Er hat in seiner langen künstlerischen Schaffenszeit eine Vielzahl von Kirchen im Elsass ergänzt, verschönert und renoviert.[5][6][7]
- Léonard Saur (1933–2019), stammt auch aus Oberhergheim und war der Neffe von Joseph Saur. Beide vereinte die gleiche künstlerische Begabung und sie arbeiteten sehr viel gemeinsam. In der Zeit von 1965 bis 1971 war Léonard Saur auch als Bürgermeister von Oberhergheim tätig.[8]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 374–376.
- Martin Rickenbacher: Napoleons Karten der Schweiz – Landesvermessung als Machtfaktor 1798–1815. hier + jetzt Verlag, 2011, ISBN 978-3-03919-825-2, S. 176 ff.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Kirchenorgel
- Download: Martin Rickenbacher, Napoleons Karten der Schweiz – Landesvermessung als Machtfaktor 1798–1815
Nachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Oberhergheim. Conseil national des villes et villages fleuris, abgerufen am 2. August 2023 (französisch).
- ↑ a b Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Gebweiler
- ↑ Stèle géodésique in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Oft auch „Drolling“ geschrieben.
- ↑ Joseph Saur in Alsace-Histoire (franz.)
- ↑ Joseph Saur in Alsace.Catholique (franz.)
- ↑ Joseph Saur in Geneawiki (franz.)
- ↑ Léonhard Saur in Geneawiki (franz.)
Oberhergheim Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Weinbauort in Frankreich Kategorie:Ort an der Ill (Elsass)
