Anfang der 1930er Jahre beschäftigten sich die Chemiker bei E. I. du Pont de Nemours and Company in Wilmington mit der Reaktion von Dicarbonsäuren mit Diaminen zu Polyamiden. Im Februar 1935 gelang es Wallace Hume Carothers aus einer Schmelze von Nylon-6,6 Fasern zu ziehen und auf dieser Basis die erste rein synthetischeChemiefaser herzustellen. Der Name der Verbindung bezieht sich auf die jeweils sechs Kohlenstoffatome in den beiden Ausgangsstoffen.[3][4] Die Herstellung von Fasern aus der Lösung wurde in einem im Jahr 1936 angemeldeten Patent beschrieben.[5] 1938 begann die Produktion der Faser, die ab dem darauf folgenden Jahr großindustriell unter dem Namen Nylon produziert wurde. Die ersten Nylonstrümpfe kamen 1940 auf den Markt, wobei sich die Produktion im Zweiten Weltkrieg auf militärische Anwendungen fokussierte. 1945 wurden bereits etwa 15.000t pro Jahr in den USA produziert.[6] Im Jahr 2022 erreichte die weltweite Produktionsmenge 1,4 Mio. Tonnen.[7]
Nylon 66 kann durch Reaktion von Adipinsäure (1) und Hexamethylendiamin (2) hergestellt werden. Dabei entsteht das Ammoniumsalz (AH-Salz) (3), das in einem Autoklav bei 15bar Druck und etwa 250°C unter Wasserabspaltung zum Polyamid (4) umgesetzt wird.[8][3][9]
Mit der Aufgabenstellung ein vergleichbares Material ohne Patentverletzung zu entwickeln wurde 1938 erstmals von Paul Schlack (I.G. Farben) Polycaprolactam (Perlon) synthetisiert.[11][12]
↑George Wypych: Handbook of Polymers for Electronics. Elsevier, 2021, ISBN 978-1-92788584-0, S.148.
12William H. Brown, Thomas Poon:Einführung in die Organische Chemie. Wiley, 2020, ISBN 978-3-527-82385-7, S.548.
↑Hans R. Kricheldorf:Menschen und ihre Materialien: Von der Steinzeit bis heute. John Wiley & Sons, 2013, ISBN 978-3-527-67002-4, S.155 (books.google.de).
↑PatentUS2190770A:Synthetic linear polyamides.Angemeldetam16.April 1936,veröffentlichtam20.Februar 1940,Anmelder:E. I. du Pont de Nemours & Company,Erfinder:Wallace H. Carothers(Seite 7, Example II).