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Novembermond

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Novembermond
Produktionsland Deutschland, Frankreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Alexandra von Grote
Drehbuch Alexandra von Grote
Produktion Ottokar Runze,
Marie-Annick Jarlégan
Musik Egisto Macchi
Kamera Bernard Zitzermann
Schnitt Susann Lahaye
Besetzung

Novembermond ist ein Film von Regisseurin Alexandra von Grote, gedreht im Jahr 1985 in Deutschland und Frankreich.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges flieht die deutsche Jüdin November Messing von Berlin nach Paris. Die illegale Arbeit im Bistro „La Cigale“, dessen Besitzerin eine frühere Freundin ihres Vaters ist, sichert zunächst Novembers Überleben. Im Bistro lernt sie die Geschwister Laurent und Férial kennen. Die beiden Frauen verlieben sich ineinander.

Als die Deutschen Frankreich besetzen, flieht November zunächst in den Süden des Landes, wo sie von Férials Verwandten versteckt wird. Nach der Besetzung des Südens gerät sie in die Hände der Gestapo, kann jedoch entfliehen. Sie schlägt sich bis nach Paris durch, wo sie bei Ferial und deren Mutter Unterschlupf findet. Um zusätzliche Lebensmittelrationen zu ergattern sowie zu verhindern, dass die Gestapo nach November sucht, beschließt Férial, ihren Verehrer Marcel, der als Redakteur eines antisemitischen Hetzblattes über beste Kontakte zur Besatzungsmacht verfügt, um eine Stelle als Sekretärin und Repräsentationsdame zu bitten. Die Schein-Kollaboration rächt sich nach der Befreiung: Beide Frauen überleben den Krieg, doch sie zahlen einen hohen Preis.

Die Autorin und Regisseurin in Personalunion gilt als „exzellente Kennerin der französischen Zeitgeschichte“. Sie hat während ihrer Ausbildung Mitte der 1960er Jahre in Paris gelebt. Sie führte für diesen, ihren zweiten, Film viele Gespräche mit Betroffenen und suchte sorgfältig nach passenden Schauplätzen und Interieurs. Das Thema lesbische Liebe in Zeiten des Nationalsozialismus war bis dahin noch nicht behandelt worden.[1] (Aimée & Jaguar erschien erst 1999.)

Das Lexikon des internationalen Films meint, „Alexandra von Grotes […] souverän inszenierter zweiter Film“ sei „ein Stück französischer Zeitgeschichte und zugleich eine Liebesgeschichte über die Stärke der Frauen“.[2]

Der Fischer Film Almanach 1986 attestiert dem Film eine „beklemmende Dichte und Authentizität“. Über die gezeigten Schreckensereignisse hinaus sei er „auch ein Film gegen jede Gewalt und Verfolgung von Minderheiten, wo auch immer auf dieser Welt“.[1]

Die Autorinnen von Der Frauenfilm in der Reihe Heyne Filmbibliothek schlossen ihren Eintrag zu Novembermond mit der Feststellung, dass von Grote „die lesbische Beziehung nicht in den Vordergrund“ rücke, sondern gefühlvoll vermittele, „wie schwer es war, in dieser unmenschlichen Zeit überhaupt zu lieben“.[3]

Die Filmzeitschrift Cinema nannte die Inszenierung eine traditionelle „Zelluloid-Romantik“, in der sich die „dramatische Liebe […] allen Schicksalsschlägen zum Trotz durchsetzt“. Gleichzeitig werfe „der Film Licht auf die verschiedensten Aspekte der Kollaboration – ein Thema, das in Frankreich gern gemieden“ werde.[4]

Leslie Halliwell teilt in seinem Film Guide die positiven Aussagen der anderen nicht, indem er meint, es sei ein eher oberflächlicher, anekdotenreicher Film, der wenig Einblick in die damalige Zeit biete. Er bewertete den „vernachlässigbaren“ Film mit null von vier möglichen Sternen.[5]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Walter Schobert, Horst Schäfer (Hrsg.): Fischer Film Almanach 1986. Filme, Festivals, Tendenzen. Unter Mitarbeit von Albert Schwarzer, Wolfgang Schwarzer, Eberhard Spieß und Paul Werner. Mit Beiträgen von Dietrich Kuhlbrodt und Kraft Wetzel (= Fischer Cinema). Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-596-24464-1, Novembermond, S. 152 f.
  2. Novembermond. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 30. Juli 2017.
  3. Gudrun Lukasz-Aden, Christel Strobel: Der Frauenfilm. Filme von und für Frauen. Hrsg.: Cornelia Zumkeller (= Heyne Filmbibliothek. Band 32/90). Wilhelm Heyne Verlag, München 1985, ISBN 3-453-86090-X, Novembermond, S. 152.
  4. Novembermond. In: Cinema. Die Filmillustrierte. Heft 91, Dezember 1985, Film-Journal, S. 80.
  5. Leslie Halliwell: Halliwell’s Film & Video Guide 2003. Revised and Updated. Hrsg.: John Walker. 18. Auflage. Harper Collins Entertainment, London 2002, ISBN 0-00-714412-1, The Film Guide A–Z, S. 607 (englisch: “Slight, anecdotal film with little insight into the period.”).