NixOS
| NixOS | |
|---|---|
| Entwickler | NixOS Foundation, NixOS community |
| Lizenz(en) | Open Source (MIT)[1] |
| Erstveröff. | 01.12.2013 |
| Akt. Version | 26.05[2] |
| Kernel | monolithisch (Linux (Kernel)) |
| Architektur(en) | x86-64, AArch64 |
| nixos.org | |
NixOS ist eine Linux-Distribution auf Basis des Paketmanagers Nix. NixOS basiert auf dem Ansatz deklarativer Systemkonfiguration, um reproduzierbare und zuverlässige Systemkonfiguration und in Folge reibungslose Systemaktualisierungen zu erlauben.[3]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]NixOS begann 2003 als Forschungsprojekt des niederländischen Softwareingenieurs Eelco Dolstra. Das Ziel war, einen besseren Umgang mit typischen Problemen bei der Auslieferung und Installation von Software zu erkunden.[4] 2013 wurde die erste stabile Version von NixOS mit der Versionsnummer 13.10 veröffentlicht.[5] 2015 wurde die NixOS Foundation gegründet, um Projekte rund um das Ökosystem von NixOS zu fördern.[6] NixOS wird in einer Analyse der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) im Juni 2017 als eines der 30 Open-Source-Projekte mit der höchsten Entwicklungsgeschwindigkeit genannt.[7]
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]April 2025 belegte NixOS den Platz 17 des Popularitätsindex der Website DistroWatch.[8] Im Juli 2017 lag NixOS noch auf Platz 73.[9]
Im Oktober 2017 fand die zweite Konferenz zum Thema Nix in Unterföhring bei München statt.[10] Nahmen an der NixCon 2019 in Brünn weniger als 150 Personen teil, waren es während der Veranstaltung in Berlin im Jahr 2024 mehr als 400.[11]
Funktionen und Besonderheiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]NixOS zeichnen einige spezifische Besonderheiten aus, welche die Distribution von anderen Linux-Distributionen unterscheiden:[12]
- deklarative Systemkonfiguration
- atomare Upgrades und Rollbacks
- reproduzierbare Systemkonfiguration
- multi-user-fähige Paketverwaltung
Kontroversen in der Community
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entwickler warfen Eelco Dolstra vor, er würde als Projektgründer den Stiftungsvorstand und Teile der Community unter Druck setzen, um Entscheidungen durchzusetzen. So soll er unter anderem technische Entscheidungen blockiert haben.
Ein weiterer Kritikpunkt der Community entstand durch das geplante Sponsoring der NixCon 2023 durch das Unternehmen Anduril, einem Unternehmen für Verteidigungstechnologie, das NixOS verwendet. Dolstra befürwortete dies gegen die mehrheitliche Meinung der Community. Für 2023 wurde das Sponsoring nicht angenommen, ebenso wenig bei der NixCon 2024 in Berlin. Bei der NixCon NA 2024 hingegen war das Unternehmen unter den Sponsoren. Dolstra wird zudem noch Befangenheit vorgeworfen, da er für das Unternehmen Determinate Systems arbeitet und zwischen diesem und Anduril eine Beziehung vermutet wurde.[13]
Nach einer Analyse von Heise online waren die Vorwürfe gegenüber Dolstra zwar größtenteils wahr, aber sehr überspitzt dargestellt.[14]
Dolstra ist Anfang Mai 2024 von seinen Vorstandsposten zurückgetreten[15] und es wurde eine verfassungsgebende Versammlung ernannt, deren Auftrag ist, eine neue Verwaltungsstruktur zu entwickeln.
Nutzung in niederländischen Behörden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im September 2026 wurde bekannt, dass die niederländischen Behörden eine modulare Behördensoftware entwickeln, die auf NixOs aufbaut. Dieses System hat den Namen Digitaal Autonome Werkomgeving Overheid (DAWO) und besitzt als Hauptkomponente eine "MijnBureau" genannte Suite. Darin enthalten sind Nextcloud für Dateien, Collabora für Office-Aufgaben, Element für die Kommunikation und OpenProject für das Projektmanagement. Ebenso wird mit dem französischen Projekt La Suite und dem deutschen openDesk Projekt, die vergleichbare Ziele verfolgen, zusammengearbeitet. Auslöser war in den Niederlanden, dass Microsoft das E-Mail-Postfach des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag abschaltete.[16][17]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ NixOS License. Abgerufen am 11. Juli 2017 (englisch).
- ↑ yayayayaka & jopejoe1: NixOS 26.05 released. NixOS contributors, 30. Mai 2026, abgerufen am 15. Juni 2026.
- ↑ NixOS Linux. Abgerufen am 11. Juli 2017 (englisch).
- ↑ Eelco Dolstra: Integrating Software Construction and Software Deployment. Hrsg.: Universität Utrecht. Utrecht (nixos.org [PDF]).
- ↑ NixOS 13.10 released. 1. Dezember 2013, abgerufen am 13. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Stichting NixOS Foundation. Abgerufen am 11. Juli 2017 (englisch).
- ↑ The 30 Highest Velocity Open Source Projects – Cloud Native Computing Foundation. In: Cloud Native Computing Foundation. 5. Juni 2017 (cncf.io [abgerufen am 11. Juli 2017]).
- ↑ DistroWatch: DistroWatch.com: Put the fun back into computing. Use Linux, BSD. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 12. April 2025; abgerufen am 19. April 2025.
- ↑ DistroWatch: DistroWatch.com: NixOS. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Juli 2017.
- ↑ NixCon 2017 – A conference about Nix and NixOS. Abgerufen am 11. Juli 2017 (englisch).
- ↑ Jacek Galowicz: NixCon 2024: Die Community wächst und gedeiht. In: heise online. c't Magazin, 29. Oktober 2024, abgerufen am 19. April 2025.
- ↑ About NixOS. Abgerufen am 11. Juli 2017 (englisch).
- ↑ Daroc Alden: A leadership crisis in the Nix community. LWN.net, 29. April 2024, abgerufen am 19. April 2025 (englisch).
- ↑ Jacek Galowicz: Analyse: Streit in der Nix Community – geht alles den Bach runter? heise online, 1. Juni 2024, abgerufen am 19. April 2025.
- ↑ edolstra: NixOS Foundation board: Giving power to the community. In: discourse.nixos. 1. Mai 2024, abgerufen am 19. April 2025 (englisch).
- ↑ Carolin Riethmüller: Niederlande bauen souveränen Behördendesktop auf NixOS-Basis. heise online, 30. September 2026, abgerufen am 5. Oktober 2026.
- ↑ Gesperrtes Postfach als Weckruf: Wie ein Microsoft-Eingriff die Niederlande zu Linux brachte. t3n, 4. Oktober 2026, abgerufen am 5. Oktober 2026.