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Night Warning

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Film
Titel Night Warning
Originaltitel Butcher, Baker, Nightmare Maker
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1981
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Royal American Pictures
Stab
Regie William AsherMichael Miller
Drehbuch Stephen BreimerAlan Jay GlueckmanBoon Collins
Produktion Stephen Breimer
Musik Bruce Langhorne
Kamera Robbie GreenbergJan de Bont
Schnitt Ted Nicolaou
Besetzung und Synchronisation

Night Warning (Verweistitel: Mrs. Lynch, Originaltitel: Butcher, Baker, Nightmare Maker) ist ein US-amerikanischer Psychothriller und Horrorfilm von William Asher aus dem Jahr 1981 mit Susan Tyrrell und Jimmy McNichol in den Hauptrollen. Er handelt von einem verwaister Teenager, dessen herrschsüchtige Tante ihn um jeden Preis bei sich behalten will. Der Film thematisiert den Iokastekomplex und löste aufgrund seiner frühen positiven Darstellung einer schwulen Figur Diskussionen aus. In Deutschland war er einige Jahre indiziert.

Der Schüler Billy Lynch lebt bei seiner beschützenden Tante Cheryl, die ihn seit seiner Kindheit großzieht, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Billy als begabtem Basketball-Spieler wird ein Stipendium für die University of Denver in Aussicht gestellt, doch Cheryl verbietet ihm diese Chance und will, dass er bei ihr bleibt, da er ihr Dankbarkeit schulde. In der Schule wird Billy von seinem Teamkollegen Eddie gemobbt, der eifersüchtig auf Billys Kameradschaft mit Trainer Tom Landers ist. An Billys 17. Geburtstag ändert Cheryl ändert ihre Meinung zum Stipendium und bittet Billy, den Fernsehtechniker Phil Brody zu ihr zu schicken.

Nachdem Brody an ihrem Fernseher gearbeitet hat, macht Cheryl ihm sexuelle Avancen. Als er sich weigert, ersticht sie ihn, was Billy durchs Fenster miterlebt. Cheryl behauptet, Brody habe versucht, sie zu vergewaltigen. Der Detective (und ehemalige Marine) Joe Carlson steht dem Vergewaltigungsversuch skeptisch gegenüber. Nachdem er herausfindet, dass der Fernsehtechniker schwul war und eine Beziehung mit Billys Trainer hatte, geht er davon aus, dass der Mord das Ergebnis einer Dreiecksbeziehung zwischen Phil Brody, Tom Landers und Billy ist und dass Cheryl ihren Neffen deckt. Detective Carlson beschuldigt Billy, eine „Schwuchtel“ zu sein und zwingt Tom Landers, seinen Job an der High School aufzugeben. Carlson belästigt auch Julia mit Fragen nach ihrer sexuellen Beziehung zu Billy.

Cheryl gibt Billy mit Drogen versetzte Milch, sodass er beim Stipendien-Probetraining schlechte Leistungen erbringt. Sergeant Cook ist Cheryl gegenüber misstrauisch und glaubt im Gegensatz zu seinem Chef, dass Billy unschuldig ist. Nachdem sie Billy und Julia beim Sex erwischt, ist Cheryl wütend auf die beiden. Auf dem Dachboden findet Billy ein Foto von Chuck, einem Mann, von dem Cheryl behauptet, er sei ein alter Freunde seiner Mutter. Billy lässt Julia im Haus vorbeischauen, um Cheryl abzulenken, damit er auf dem Dachboden weiter recherchieren kann. Er findet seine Geburtsurkunde, aus der hervorgeht, dass Cheryl seine wahre Mutter ist und Chuck sein Vater. Währenddessen schlägt Cheryl Julia unten mit einem Fleischklopfer auf den Kopf. Anschließend betäubt sie Billy erneut mit Milch.

Julia erwacht in einem geheimen Kellerraum und entdeckt Chucks mumifizierte Leiche und seinen abgetrennten Kopf in einem Glas Formaldehyd. Nachbarin Margie kommt vorbei und wird misstrauisch, woraufhin Cheryl sie mit einer Machete tötet. Polizist Cook betritt das Haus auf der Suche nach Julia, die als vermisst gemeldet wurde, und wird ebenfalls von Cheryl getötet. Cheryl jagt Julia in den Wald und schlägt sie bewusstlos. Billy erwacht auf dem Dachboden, den Cheryl mit seinen Spielsachen aus Kindertagen geschmückt hat, und will die Polizei rufen. Cheryl greift ihn mit einem Messer an, doch Billy spießt sie mit einem Schürhaken auf. Billy ruft seinen Trainer Tom Landers an und bittet um Hilfe. Detective Carlson kommt im Haus an, sieht Cheryls Leiche und Tom, der Billys Stichwunden behandelt. Er macht Billy und Tom für die Verbrechen verantwortlich und richtet seine Waffe auf sie, obwohl Julia schreit, dass Cheryl verantwortlich sei. Tom und Carlson geraten in ein Handgemenge, bei dem Billy sich die Waffe schnappt und Carlson erschießt. Billy steht wegen Carlsons Tod vor Gericht, wird jedoch freigesprochen.

Produzent und Co-Autor Stephen Breimer schrieb gemeinsam mit Alan Jay Glueckman und Boon Collins das Drehbuch mit der Absicht, Elemente aus charakterbetonten Filmen über weibliche Bösewichte wie z. B. Was geschah wirklich mit Baby Jane? mit Slasher-Elementen zu kombinieren.[1]

Breimer wollte zunächst Bill Paxton für die Hauptrolle des Billy, gab ihm aber stattdessen eine kleine Nebenrolle als Billys bösartigen Klassenkameraden.[2] Dennoch ist es einer von Paxtons frühesten Filmauftritte.[3]

Für die Rolle der verrückten Tante Cheryl wählte Breimer persönlich die Schauspielerin Susan Tyrrell aufgrund ihrer Leistung in Fat City aus.[1] Auch Glueckman war von dieser Entscheidung begeistert, da er sie am Set von Forbidden Zone (1980) kennengelernt hatte.[2] Regisseur William Asher wies Tyrrell an, „alle Hebel in Bewegung zu setzen“, um ihrer Figur durch übertriebene Darstellung eine „überlebensgroße“ Qualität zu verleihen.[1]

Ursprünglich war Michael Miller als Regisseur engagiert, der jedoch nur die Eröffnungssequenz mit Kameramann Jan de Bont drehte, bevor er entlassen wurde, da die Produktion zu langsam voranschritt. Ersetzt wurde er durch Regisseur William Asher, der den Rest des Films mit Kameramann Robbie Greenberg drehte.[2]

Als Filmeditor wurde Ted Nicolaou engagiert, der bereits im Horrorfilm Tourist Trap für den Filmschnitt verantwortlich war und Jahre später als Horrorregisseur von Filmen wie Diener des Bösen von sich reden machte.

Besetzung und Synchronisation

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Rolle Darsteller Synchron­sprecher[4]
Billy Lynch Jimmy McNichol
Cheryl Roberts Susan Tyrrell
Detective Joe Carlson Bo Svenson
Eddie Bill Paxton Michael Harck
Margie Marcia Lewis
Julia Julia Duffy
Coach Tom Landers Steve Eastin
Phil Brody Caskey Swaim
Sgt. Cook Britt Leach

Veröffentlichung

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Der Film hatte seine Premiere am 20. November 1981 in mehreren Städten des US-Bundesstaats Oregon.[5] Anfang 1982 wurde er im kanadischen Vancouver gezeigt.[6] 1983 wurde er unter dem Titel Night Warning in weiteren US-Städten gezeigt.[7][8][9]

Von 1984 bis 2009 war der Film in Deutschland indiziert.[10] Auch in Großbritannien stand er zeitweise auf der sogenannten Video-Nasty-Liste. Der Film lief unter mehreren Titeln, um Zensurproblemen und schlechter Presse zu entgehen. Der Film wurde lange als Slasher vermarktet, was ihm womöglich geschadet hat.[3]

Quelle Bewertung
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[11]
John Kenneth Muir SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[12]
Retro-Film SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[13]

Variety würdigte 1982 Night Warning als großartigen Psycho-Horrorfilm, in dem Tyrrell eine Glanzleistung abliefere.[14]

Kevin Thomas von der Los Angeles Times schrieb 2004: „Night Warning entfaltet sich geschickt unter Ashers Leitung und verbindet schwarzen Humor mit überzeugender psychologischer Stichhaltigkeit.“[15]

Filmwissenschaftler John Kenneth Muir nannte 2012 in seinem Buch Horror Films of the 1980s den Film „ein wahres Juwel des Jahrzehnts“ und „die verdrehteste, bizarrste filmische Vision von Mutterschaft der 1980er Jahre“.[12]

Filmkritiker Donald Guarisco zählte den Film 2019 zu den Top 10 der Slasherfilme und bezeichnete ihn als einzigartigen Einstieg in die Slasherperiode der 1980er, basierend auf Einflüssen des 60er Jahre Gothic-Horrors.[16]

Auf dem Filmforum Nightmare Horrormovies wurde der Film 2013 als weitgehend unbekannte Horrorfilmperle bezeichnet, die Themen wie Inzucht, Fanatismus und Homophobie aufgreife und vermutlich auch deshalb auf der britischen Video-Nasty-Liste gelandet sei. Abgesehen vom spektakulären Autounfall und dem ersten Mord gebe es zunächst wenig, das den Film eindeutig als Horrorfilm erkennen lasse. Stattdessen entwickle er sich zu einem bizarren Krimi, in dem sich der Inspektor in homophoben Vorurteilen verrenne. Erst in der letzten halben Stunde entpuppe sich der Film als Slasher. Die Mischung aus ödipalem Drama, Krimi und Slasher sei ungewöhnlich, weise jedoch nur wenige Längen auf und unterhalte Krimi- wie Slasherfans. Bemängelt wird, dass die deutsche Fassung schlecht synchronisiert und stark gekürzt sei.[17]

Die Filmwebsite Retro-Film würdigte 2025, es gebe Horrorfilme, die auf Messer, Masken und Mythen setzen – oder solche wie Night Warning, die zeigten, dass der wahre Horror aus der eigenen Familie kommen könne. Wer einen typischen Slasher erwarte, werde enttäuscht; stattdessen sei es ein Film über Kontrolle, toxische Abhängigkeit, sexuelle Untertöne, gesellschaftliche Intoleranz und eine Polizei, die zum Problem beitrage statt es zu lösen. Der Film sei kein austauschbarer Slasher, sondern ein unterschätzter Beitrag des frühen 80er-Horrors und ein schleichender Psychotrip, der komplett von Susan Tyrrell getragen werde. Das körnige Bild und der dumpfe Ton verstärkten die beklemmende Wirkung eines düsteren, realistischen Horror im VHS-Stil. Für Retro-Horror-Fans sei der Film ein Pflichtfilm, für reine Slasher-Fans eine Herausforderung.[3]

Der Film war 1982 für einen Saturn Award als Bester Low-Budget Film nominiert. Bo Svenson wurde mit einem Ehren-Saturn für außergewöhnliche Mitwirkung ausgezeichnet.

Kritiker und Wissenschaftler sehen in der Handlung eine Anlehnung an den Ödipuskomplex mit Anleihen der Themen Adoption und inzestuöse Sehnsucht von einer Mutter zu ihrem Sohn (Iokastekomplex).[18][19][20] Der Filmwissenschaftler John Kenneth Muir z. B. schreibt in seinem Buch Horror Films of the 1980s über das Thema Mutterschaft in Night Warning, insbesondere die verzerrte Beziehung, die Billys „Tante“ Cheryl (eigentlich seine Mutter) zu ihm hat. Muir weist auf mehrere Motive rund um dieses Thema hin und deutet die Milch, mit der Cheryl ihn unter Drogen setzt, als „Symbol ihrer verdrehten Mutterschaft. Billy wird durch die Milch machtlos und durch Cheryls unangemessene und feindselige Behandlung infantilisiert.“ Muir schreibt, dass Billy Cheryl, als er sie in Notwehr tötet, mit einem Schürhaken – einem phallischen Symbol – aufspießt und dass ihr toter Körper nach dem Kampf in einer Art sexueller Position um seinen herum zusammenbricht.[12]

Muir vermutet außerdem, dass sich der Film mit dem Stereotyp auseinandersetze, dass herrische Mütter schwule Söhne erzeugen, da Billys Sexualität im gesamten Film von seinen Mitmenschen in Frage gestellt wird.[12] Die Frage nach Billys Sexualität wird im Film nicht eindeutig beantwortet.[21]

Night Warning ist als früher Film bekannt, der einen homosexuellen männlichen Charakter als positive Figur darstellt, indem er Billys schwulen Basketballtrainer zeigt, der Homophobie ausgesetzt ist und Billy und Julia später zu Hilfe kommt. Darsteller Steve Eastin erinnerte sich, dass das Drehbuch die Sexualität der Figur nicht aufbausche: „Er ist ein schwuler Mann, aber er ist kein Perverser. Er mag einfach Männer und er hat einen Freund und sein Freund wird ermordet.“[22]

Wissenschaftler Jeffery Dennis erkennt im Film gar eine Umkehrung sozialer Normen, bei der stattdessen heterosexuelles Verlangen als „unterdrückend und unheimlich“ gezeigt wird. Tante Cheryl nennt Homosexuelle „sehr, sehr krank“ während sie selbst ein halbes Dutzend Menschen ermordet, Billy begrapscht, unter Drogen setzt und schließlich erstechen will.[21]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Kamera-Interview mit Stephen Breimer, enthalten als Bonusmaterial auf der 2017 Blu-ray vom Label Code Red
  2. 1 2 3 Urban Influence: SuSu, Svenson, Sexual Tension | New Beverly Cinema. Archiviert vom Original am 10. Juli 2017 (englisch).
  3. 1 2 3 Night Warning (1981) – Wenn Familie schlimmer ist als jeder Serienkiller. In: Retro-Film.de. 13. Dezember 2025, abgerufen am 27. Februar 2026.
  4. Night Warning. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 26. Februar 2026.
  5. Article clipped from The Los Angeles Times. In: The Los Angeles Times. Los Angeles, California 6. Dezember 1981, S. 789 (newspapers.com [abgerufen am 27. Februar 2026]).
  6. Article clipped from The Vancouver Sun. In: The Vancouver Sun. Vancouver, British Columbia, Canada 26. März 1982, S. 113 (newspapers.com [abgerufen am 27. Februar 2026]).
  7. Article clipped from The San Francisco Examiner. In: The San Francisco Examiner. San Francisco, California 7. Januar 1983, S. 57 (newspapers.com [abgerufen am 27. Februar 2026]).
  8. Article clipped from Santa Cruz Sentinel. In: Santa Cruz Sentinel. Santa Cruz, California 14. Januar 1983, S. 47 (newspapers.com [abgerufen am 27. Februar 2026]).
  9. Article clipped from The Daily Journal. In: The Daily Journal. Franklin, Indiana 18. Januar 1983, S. 2 (newspapers.com [abgerufen am 27. Februar 2026]).
  10. Gerald Wurm: Night Warning (1981) (Schnittberichte.com). Archiviert vom Original am 25. April 2016.
  11. http://web.archive.org/web/20250410062720/https://www.allmovie.com/movie/butcher-baker-nightmare-maker-am8155
  12. 1 2 3 4 John Kenneth Muir: Horror Films of the 1980s. McFarland, Jefferson, North Carolina 2012, ISBN 978-0-7864-5501-0, S. 333334 (englisch).
  13. https://www.retro-film.de/night-warning-1981-wenn-familie-schlimmer-ist-als-jeder-serienkiller/
  14. Variety Staff: Night Warning. In: Variety. 31. Dezember 1982 (variety.com [abgerufen am 26. Februar 2026]).
  15. Kevin Thomas: Deathly delights vamp it up in a retro horror show. In: Los Angeles Times. 12. Februar 2004, abgerufen am 27. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
  16. Donald Guarisco: Slasher Top Tens: Donald Guarisco From Schlockmania. In: B&S About Movies. 28. Oktober 2019, abgerufen am 11. April 2026 (englisch).
  17. Night Warning. In: nightmare-horrormovies.de. 14. August 2013, abgerufen am 27. Februar 2026.
  18. Amnon Kabatchnik: Blood on the Stage, 480 B.C. to 1600 A.D.: Milestone Plays of Murder, Mystery, and Mayhem. Rowman & Littlefield, New York 2014, ISBN 978-1-4422-3547-2, S. 53 (englisch).
  19. Chris Alexander: In Praise of 1982’s Night Warning. In: ComingSoon.net. 30. November 2016, abgerufen am 27. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
  20. Charlie Largent: Butcher, Baker, Nightmare Maker. In: Trailers From Hell. 23. April 2024, abgerufen am 27. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
  21. 1 2 Jeffery P. Dennis: Queering teen culture: all-American boys and same-sex desire in film and television. Harrington Park Press, New York 2006, ISBN 978-1-56023-348-0, S. 125 (englisch).
  22. Kamera-Interview mit Steve Easton von 2008, enthalten als Bonusmaterial auf der 2017 Blu-ray vom Label Code Red