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Nicolas Chorier

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Titelseite der Aloisia Sigaea

Nicolas Chorier (* 1. September 1612 in Vienne; † 14. August 1692 in Grenoble) war ein französischer Jurist und Schriftsteller.

Chorier war Stadtadvokat von Grenoble. Sein Hauptwerk, Aloisia Sigaea Toletana, gilt als Meilenstein in der Geschichte der Pornographie.[1] In Anlehnung an Pietro Aretino ist es überwiegend als Dialog zwischen Frauen, die sich über sexuelle Erlebnisse austauschen, aufgebaut. Chorier schrieb den Text unter dem Pseudonym „Johannes Meursius“ und behauptete, es handele sich um eine Übersetzung aus dem Spanischen durch den damals jüngst verstorbenen niederländischen Altphilologen und Historiker Johannes van Meurs. Das genaue Erscheinungsjahr (1659 oder 1660?) und der Erscheinungsort der ersten Ausgabe sind unbekannt; im 17. und 18. Jahrhundert fand das Werk in verschiedenen Übersetzungen weite Verbreitung in Westeuropa.

  • Aloisia Sigaea Toletana (französische Übersetzung unter dem Titel: L’Académie des dames; deutsche Übersetzung: Die Gespräche der Aloisia Sigaea).
  • Joannis Meursii Elegantiae Latini sermonis seu Aloisia Sigaea Toletana De Arcanis Amoris et Veneris Adjunctis Fragmentis quibusdam Eroticis editio nova. Weigel, Leipzig 1913
Commons: Nicolas Chorier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Lynn Avery Hunt: The Invention of Pornography: Obscenity and the Origins of Modernity, 1500–1800. Zone Book, New York 1993, ISBN 3-596-12479-4, S. 27.