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Neues Lager

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Neues Lager
Stadt Jüterbog
Koordinaten: 52° 0′ N, 13° 2′ OKoordinaten: 51° 59′ 58″ N, 13° 1′ 34″ O
Höhe: ca. 105 m ü. NHN
Postleitzahl: 14913
Vorwahl: 03372
Ortsansicht
Ortsansicht

Neues Lager ist ein Wohnplatz der Stadt Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.[1] Der Ort entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Ausbau des Truppenübungsplatzes Jüterbog.

Geografische Lage

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Der Wohnplatz liegt im Nordwesten der Gemarkung unmittelbar an der Bundesstraße 102, die in nordwestlicher Richtung aus der Stadt führt. Westlich und südlich grenzt die Gemeinde Niedergörsdorf an. Die Geschichte des Wohnplatzes ist eng mit dem nordwestlich gelegenen Alten Lager verbunden. Die Fläche liegt auf einer Höhe von rund 105 m ü. NHN.[2]

Baracken in Neues Lager im Jahr 1912

Der Ort entstand im Jahr 1889 als militärische Siedlung im Zusammenhang mit der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Jüterbog. Nachdem die Kapazitäten des seit den 1860er Jahren bestehenden Schießplatzes und des später sogenannten Alten Lagers nicht mehr ausreichten, beschloss die preußische Militärverwaltung 1889 die Anlage eines zweiten Truppenlagers südlich des bisherigen Areals. Hierfür wurden rund 1.629 Hektar Land erworben. Das neue Barackenlager wurde zunächst als Lager II bezeichnet; später setzte sich die Bezeichnung Neues Lager durch. Der Ausbau begann ab 1890. Gemeinsam mit dem Alten Lager entwickelte sich das Neue Lager zu einem bedeutenden Standort der preußischen Artillerieausbildung. Mit der Erweiterung des Schießplatzes entstand ein großflächiger militärischer Komplex, der bis zum Ersten Weltkrieg kontinuierlich wuchs.

Kaiserreich und Weimarer Republik

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Im Neuen Lager entstanden Kasernen, Wirtschaftsgebäude, Pferdeställe, Werkstätten und Versorgungseinrichtungen. Zudem befanden sich dort ein Standortlazarett sowie ein Heeresproviantamt für die Versorgung der Truppen des Standortes Jüterbog. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb der Truppenübungsplatz erhalten und wurde weiterhin militärisch genutzt. Im Jahr 1925 wurde Neues Lager als Abbau der zu dieser Zeit noch selbstständigen Gemeinde Altes Lager geführt. Dort lebten 116 Personen.

Zeit des Nationalsozialismus

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Von 1933 bis 1939 befand sich im Neuen Lager das Gemeinschaftslager „Hanns Kerrl“. Die Einrichtung wurde durch den preußischen Justizminister Hanns Kerrl gegründet und diente der politischen und weltanschaulichen Schulung von Rechtsreferendaren. Zwischen 1933 und 1939 absolvierten dort etwa 20.000 angehende Juristen einen verpflichtenden Abschnitt ihres Vorbereitungsdienstes. Ab September 1939 übernahm die Wehrmacht das Gelände vollständig. Das Standortlazarett wurde zu einem Reservelazarett erweitert und während des Zweiten Weltkriegs militärisch genutzt.

Sowjetische Nutzung

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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzten Einheiten der sowjetischen Streitkräfte das Areal. Das ehemalige Lazarett wurde als Militärhospital der in Deutschland stationierten sowjetischen Truppen weitergeführt. Zahlreiche Bestandsgebäude wurden um Garagen, Werkstätten und technische Einrichtungen ergänzt. Die militärische Nutzung endete nach dem Abzug der russischen Truppen Anfang der 1990er Jahre.

Im Jahr 1983 bestand in Neues Lager der VEB Kombinat Getreidewirtschaft Bezirk Potsdam Getreidewirtschaftsbetrieb Jüterbog Lager Neues Lager. Seit den 1990er Jahren werden Teile des Geländes zivil genutzt. Zahlreiche historische Militärbauten aus der Kaiserzeit sind erhalten geblieben, andere Gebäude wurden abgebrochen oder befinden sich im Verfall. Das ehemalige Militärhospital sowie einige Speicher stehen als Baudenkmal unter Schutz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Denkmalgeschützter Speicher am Speicherweg
  • Ehemaliges Garnisonslazarett Neues Lager
  • Drei denkmalgeschützte Speichergebäude des ehemaligen Proviantamts

Einzelnachweise

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  1. ↑ Auflistung als Wohnplatz im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 5. Juli 2026
  2. ↑ Neues Lager, Brandenburgviewer, abgerufen am 5. Juli 2026.