Neuendorf SO
| SO ist das Kürzel für den Kanton Solothurn in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Neuendorf zu vermeiden. |
| Neuendorf | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Gäu |
| BFS-Nr.: | 2404 |
| Postleitzahl: | 4623 |
| UN/LOCODE: | CH NEU |
| Koordinaten: | 626911 / 239160 |
| Höhe: | 437 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 420–495 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 7,14 km²[2] |
| Einwohner: | 2396 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 336 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 16,5 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Website: | www.neuendorf.ch |
Hauptstrasse mit Blick auf Kirche und Dorfspeicher | |
| Lage der Gemeinde | |
Neuendorf ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Solothurn. Sie liegt südlich des Jurafusses in der Dünnernebene und gehört zum Bezirk Gäu. Neuendorf besitzt einen intakten Dorfkern und hat seinen ländlichen Charakter bewahrt. Das Industriegebiet mit verschiedenen Logistikfirmen liegt deutlich vom Dorf getrennt nördlich der Autobahn A1.
Natur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nebst der Einwohnergemeinde verfügt Neuendorf über eine aktive Bürgergemeinde, welche über ca. 100 ha Allmendland, eine Halbstammanlage am Weidrain, ein kantonales Naturreservat Biotop Aegerten, die Kiesgrube Allmend sowie über ca. 236 ha Wald verfügt.[5] Der Wald wird vom Zweckverband Forst Mittleres Gäu bewirtschaftet.[6]
Geschichte
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Mit der erstmaligen Erwähnung des Weilers Werthe beginnt die Geschichte Neuendorfs um 1100. Westlich des Dorfes lag der Weiler Kipf, der im Zusammenhang mit einem Heuzehnten in einer Urkunde aus dem Jahre 1308 aufgeführt wird. In den Jahren 1400 bis 1600 liest man alle drei Namen – Kipf, Werd und Nüwendorf – nebeneinander. Wahrscheinlich wurden östlich von Kipf, entlang des Baches, neue Häuser gebaut, die man als neuen Dorfteil das «nüwe Dorf» benannte. Dieser Name setzte sich durch, so dass ab 1600 in den Urkunden nur noch der Name Neuendorf erwähnt wird. 1654 zerstörte eine grosse Feuersbrunst im Oberdorf 40 strohbedeckte Häuser (Firste) und die nur drei Jahre vorher neu erbaute Dorfkirche. Der zweite grosse Brand äscherte im Jahre 1767 erneut 12 Wohnhäuser und 16 Scheunen ein.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Grösster Arbeitgeber in Neuendorf und einer der grössten im Kanton Solothurn ist der 1974 eröffnete Migros-Verteilbetrieb Neuendorf. Dieses Logistikzentrum des Migros-Genossenschafts-Bundes beschäftigt mehr als tausend Mitarbeiter.
Neuendörfer Lied
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der ehemalige Neuendörfer Pfarrer, Paul Eggenschwiler, schrieb das Neuendörfer Lied, welches als traditionelles Dorflied gilt und von der Bevölkerung regelmässig an grösseren Anlässen gemeinsam gesungen wird.[7]
Text:
- Strophe Zmitz i ebne Matte, voll vo Sunn und Schatte, lit es Dorf im Fäld. Zwüsche viele Bäume chasch i Hüser träume und erläbsch e Wält. Refrain: Es git e Heimet, das esch mys Dorf, das esch mi Heimet, s esch Neuedorf. Es git e Heimet, das esch mys Dorf, das esch mi Heimet, s esch Neuedorf.
- Strophe S Dorf het no s vertroute Gsicht vo alte Baute, gueti Tradition. Drum si d Lüt so bhäbig und die Junge läbig, d Tochter wie dr Sohn.
- Viel Lüt si do blibe, tüe nes Handwärch trybe, angri göh i d Wält. Mänge tuet dört truure wie verwaisti Buure, wil ne d Heimet fählt.
- Wenn dr Sturm tuet wüete, Chileturm tuet hüete d Lüt und s Veh und s Land. Leid und Freude nütze, wenn me sich tuet stütze und als Fründ git d Hand.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1837 | 552 |
| 1850 | 602 |
| 1900 | 658 |
| 1950 | 936 |
| 2000 | 1771 |
| 2025 | 2402 |
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neuendorf steht seit 1983 im ISOS (Inventar schützenwerte Ortsbilder der Schweiz). Dabei wird das Dorf wie folgt umschrieben:
Ackerbauerndorf mit ausgesprochen langem historischem Strassenraum. Erstaunlich ursprünglich gebliebene Bauernhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert mit intakten Hofplätzen und unverbauten Hostetten in einer sich rasch entwickelnden Gemeinde.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In Blau (bis 1931 in Rot) ein weisses Tatzenkreuz
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erich Schenker: Neuendorf. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Gemeinde Neuendorf
- Bundesamt für Kultur: Neuendorf im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
- Dorfspeicher
- Kirche Neuendorf
- Brücke über die Dünnern mit Blick aufs Industriequartier
- Gasthaus zum Ochsen
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Bürgergemeinde Neuendorf
- ↑ Zweckverband Forst Mittleres Gäu
- ↑ Pfarrer Paul Eggenschwiler: Neuendörfer Lied. Hrsg.: Pfr. Paul Eggenschwiler.

