Neparmitz
Neparmitz Gemeinde Poseritz | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 54° 17′ N, 13° 19′ O | |
| Postleitzahl: | 18574 | |
| Vorwahl: | 038307 | |
Lage von Neparmitz in Mecklenburg-Vorpommern
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Gartenseite des Herrenhauses von Gut Neparmitz | ||
Neparmitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Poseritz im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern.
Geografie und Verkehrsanbindung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neparmitz liegt östlich des Kernortes Poseritz. Die Landesstraße L 29 verläuft nördlich und die L 30 östlich.
Orts- und Gutshistorie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Geschichte des Ortes ist eng mit der wechselhaften Entwicklung des Gutes verbunden. 1318 als Ortschaft ersterwähnt wurde Neparmitz Standort eines kleinen ritterlichen Besitzes, wobei unklar bleibt ob dieser frühzeitig befestigt war oder längere Zeit nur als Nebengut eines größeren Gutes der Nachbarschaft betrieben wurde. Zunächst im Besitztum der rügenschen Adelsfamilie von Raden wurden dann über die Jahrhunderte ungewöhnlich sehr viele Besitzerwechsel vorgenommen. Aus dem Gutsbesitz entwickelte sich ein freies allodes Eigentum. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Bau eines (neuen) Herrenhauses.
Die Größengaben des Gutes, mal um 353 ha, später 417 ha, durch den Nebenbesitz, waren in dieser Zeit unterschiedlich.[1][2] Neparmitz mit seinem Gutsbezirk das Nebengut Swantow gehörte 1893 zum Kirchspiel Swantow.[3] Nach der Volkszählung Mitte Juni 1925 hatte das Dorf mit dem Gut 184 Einwohner.[4]
Die letzten Eigentümer des Gutes über 1939 hinaus stellte die bürgerliche Familie Wahnschaffe, vertreten durch Bruno Wahnschaffe, folgend Oberleutnant Günther Wahnschaffe (1903–verm. 1944), Ehefrau Doris Mathilde Charlotte Klara Martha von Schleußner-Teistimmen.[5] Deren eigentliches Hauptgut blieb aber Warsleben (Ausleben) bei Oschersleben. Das Rittergut Neparmitz mit Anteile in Wulfsberg, beide zu Swantow zugehörig, hatte vor 1940 einen Umfang von 414 ha, Verwalter war M. Wolf.[6]
1945/1946 erfolgte die Enteignungen des Gutsbesitzes auch auf Rügen. Nach dem Krieg lebten dann viele Flüchtlinge in Neparmitz und den Nachbardörfern.[7]
Von 1956 bis 1990 war Neparmitz Teil des Kreises Rügen und somit dem DDR-Bezirk Rostock zugehörig, dann bis 2011 Landkreis Rügen. Heute ist Neparmitz eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wilhelm (von) Branca, um 1896 Gutsbesitzer in Neparmitz.[8]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sage: Der Brautstein bei Naparmitz, In: Alfred Haas: Pommersche Sagen. XII.: Wundersagen. 145, In: Eichblatts Deutscher Sagenschatz. Band 1, Eichblatt Selbstverlag, Leipzig-Gohlis 1921, S. 75.
- Gut Neparmitz, In: Sabine Bock, Thomas Helms, Norbert Buske: Schlösser und Herrenhäuser auf Rügen. 1. Auflage, Edition Temmen, Bremen 1993, ISBN 3-86108-408-2, S. 83–84.[9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche. I. Königreich Preussen. 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolaische Verlags-Buchhandlung, (R. Stricker), Berlin 1884, S. 240 f.
- ↑ Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern. [1914]. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 4. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 282 f.
- ↑ Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Stralsund 1893. Extra-Beilage zu Stück 34. F. W. Rietack-Berlin, Ausgegeben Stralsund 24. August 1893, S. 14.
- ↑ Präs. Saenger (Hrsg.): Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamtes. 67. Jahrgang-1927, Stand 1. 4. 1927/Gutsbezirke-1928, I. Abt., Selbstverlag, Berlin 1927, S. 403.
- ↑ Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil B (Briefadel). 1935. Jg., Justus Perthes, Gotha 1934, S. 511.
- ↑ H. Seeliger: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern. [1939]. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Güter-Adressbüchern GmbH, Leipzig 1939, S. 57.
- ↑ Martin Holz: Evakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene auf der Insel Rügen 1943-1961. In: Historische Kommission für Pommern: Veröffentlichungen. 5, Des Weiteren: Forschungen zur Pommerschen Geschichte. 39; Zugleich Diss. Univ. Greifswald 2001; Verlag Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2003, ISBN 3-412-14102-X, S. 641.
- ↑ Leuchs Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer etc. etc. 1896. Band 12: Pommern. 9. Ausgabe-1896, Selbstverlag von C. Leuch’s & Co., Nürnberg 1896, S. 273.
- ↑ Vgl. Sabine Bock, Thomas Helms: Schlösser und Herrenhäuser auf Rügen. 2. Auflage, Edition Temmen, Bremen 2004, ISBN 3-86108-912-2.

