In Israel wurden aufgrund des hohen Schutzbedarfs der Infanterie schon früh Kampfpanzer zu Truppentransportpanzern umgebaut. So wurden früher Centurion-Panzer umgebaut (Nagmachon), später auch erbeutete T-55 zu Achzarit-Transportpanzern. Daraus entstand die Idee, auf Basis des MerkavaI einen Transportpanzer zu entwickeln, da diese teilweise aus dem aktiven Dienst genommen wurden. Der Grund hierfür lag in der mittlerweile als unzulänglich empfundenen 105-mm-Zugrohrkanone. Die Entwicklung verlief bis 2004 nur schleppend, danach erhielt das Programm neuen Auftrieb, da wieder einmal die Verwundbarkeit der M113-Transportpanzer offenbar wurde.
Die ersten Prototypen auf Basis des MerkavaI wurden als Nemmera (Hebräisch: Leopardin) bezeichnet, spätere Versionen des Fahrzeugs als Namer. Am 15. Februar 2005 wurden Prototypen von der Giv’ati-Brigade getestet, das Fahrzeug besaß ab dem Zeitpunkt eine fernbedienbare Waffenstation, die vom Inneren des Fahrzeugs aus bedient wird. Auf der Eurosatory 2005 wurde der Panzer der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach den Erfahrungen des Libanonkrieges 2006 wurde entschieden, das Chassis des MerkavaIV als Entwicklungsbasis zu verwenden und die Fahrzeuge komplett neu zu bauen. Die erste Einheit wurde am 1. März 2008 präsentiert, am 15. September 2008 konnten Besucher einer Ausstellung in Rishon LeZion den Panzer ansehen.
Namer-Prototyp mit senkrechten SeitenSerienversion mit geneigten Seiten
Wie bei allen israelischen Panzerkonstruktionen wurde dem Schutz der Besatzung Vorrang vor allen anderen Konstruktionsmerkmalen gegeben. Das Fahrzeug ist mit einem Gefechtsgewicht von 60 Tonnen das am stärksten gepanzerte Infanterie-Transportfahrzeug überhaupt. Der Panzer hat das gleiche Schutzniveau wie ein Merkava-IV-Kampfpanzer. Die Verbundpanzerung ist modular ausgelegt, um beschädigte Teile schnell und einfach ersetzen zu können. Das Fahrzeug besitzt einen V-förmigen Unterboden gegen Landminen und Sprengfallen und ein ABC-Schutzsystem. Spätere Versionen sollen mit dem abstandsaktiven Hardkill-SchutzsystemIron Fist ausgerüstet werden.
Das Fahrzeug wird von einem 895kW (1200PS) leistenden V12-Dieselmotor Teledyne Continental AVDS-1790-9AR mit Luftkühlung angetrieben. Das Aggregat stammt aus dem MerkavaIII. Es wird dasselbe digitale „Battlefield Management System“ wie im MerkavaIV verwendet.
↑The Military Balance 2022 (1st ed.). Routledge. 14 February 2022. ISBN 9781032279008.
↑Yossi Yehoshua:Ya'alon approves addition of 200 advanced APCs for the IDF. In: Ynetnews. 22.September 2014 (ynetnews.com[abgerufen am 8.Oktober 2024]).