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Nahmitz

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Nahmitz
Koordinaten: 52° 20′ N, 12° 44′ OKoordinaten: 52° 20′ 14″ N, 12° 43′ 30″ O
Höhe: 31 m ü. NN
Einwohner: 569 (Feb. 2024)[1]
Eingemeindung: 1. April 2002
Postleitzahl: 14797
Vorwahl: 03382
Bild von Nahmitz

Das Dorf Nahmitz mit rund 570 Einwohnern gehört seit dem 1. April 2002 als Ortsteil[2] zur Gemeinde Kloster Lehnin[3] im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg, zu der sich (damals) dreizehn bis dahin selbständige Dörfer und Orte zusammengeschlossen hatten.

Geographische Lage

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Nahmitz liegt rund 15 Kilometer südöstlich der Stadt Brandenburg an der Havel und rund 25 Kilometer südwestlich von Potsdam sowie rund 50 Kilometer von Berlin entfernt. Das Dorf ist Teil der historischen Landschaft Zauche. Nahmitz befindet sich unmittelbar an der Autobahn A2 Berlin–Magdeburg am nordwestlichen Ende des Klostersees, während der nur zwei Kilometer entfernte, für die Gesamtgemeinde namensgebende Ortsteil Lehnin am südöstlichen Ende des Sees liegt.

Geschichte und Etymologie

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Das Dorf ist slawischen Ursprungs, auch der Name Nahmitz (ursprünglich Naumitz oder Noumitz) stammt aus dem Slawischen. Rund einen Kilometer nördlich am Netzener See ist heute noch ein Burgwall sichtbar. Weitere Nennungen waren uillam novmiz im Jahr 1201, Namitz, Namycz, Namis und Namytz im Landbuch Karls IV. im Jahr 1375 sowie Nameticz im Jahr 1450 und Namitz im Jahr 1580.[4] Der Name bedeutet so viel wie „Ort, wo Leute eines Mannes namens Nowom wohnen“.[5]

12. bis 15. Jahrhundert

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Die erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf 1193 – aus dieser Zeit stammt auch seine „historische Bedeutung“. Um 1185/1190 wurde hier der Legende nach Sibold, der erste Abt des benachbarten Zisterzienser Klosters Lehnin, von slawischen Fischern erschlagen. Die Legende (siehe Kloster) enthält wahrscheinlich einen wahren Kern, der laut S. Warnatsch in einem Streit der Mönche mit den Nahmitzer Slawen um Fischerei- und Mühlenrechte lag. Im Jahr 1201 wurden sowohl ein Dorf als auch eine Mühle aufgeführt; 1234 erschien Nahmitz als Kirchdorf. Nach dem Landbuch von 1375 bestanden keine Hufen, es wurden jedoch 20 Kossäten genannt; zudem gab es einen Krug, während die Fischerei dem Kloster gehörte. Auch um 1450 wurden keine Hufen verzeichnet, weiterhin jedoch ein Krug. Für das Jahr 1451 wurden 18 Kossäten genannt, von denen vermerkt wurde, dass sie „in diesem Jahr auch wüst“ lagen.[4]

16. Jahrhundert

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Für das Jahr 1538 wurden 17 Kossäten genannt.[4] Das Kirchenpatronat lag bis 1542 beim Kloster Lehnin und ging seit 1542 auf den Kurfürsten beziehungsweise den landesherrlichen Fiskus über. Im Jahr 1541 bezog der Pfarrer zuvor aus dem Kloster Lehnin Naturalabgaben in Höhe von einem Scheffel Roggen und sechs Scheffeln Gerste. Der Küster hatte zuvor einen halben Wispel Roggen aus dem Kloster Lehnin erhalten und bezog zudem Ostereier.[6] Im Jahr 1580 wurde berichtet, dass der Hirte nur sehr wenig Vieh besaß und ein armer Mann war.[4]

17. Jahrhundert

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Im Jahr 1602 bestanden in Nahmitz ein Bauer, 17 Kossäten und 15 Häusler. 1605 wurden ein Schulze und weiterhin 17 Kossäten genannt. Für 1624 sind 18 Kossäten, ein Hirte, zwei Paar Hausleute sowie der Hirtenknecht überliefert. Nach den Angaben von 1652 bestanden noch neun Kossäten, darunter der Schulze; insgesamt wurden elf Personen gezählt. Im Jahr 1662 wurden erneut ein Bauer und sechs Kossäten genannt. Für 1687 wird eine stark differenzierte Sozialstruktur beschrieben: Es bestanden neun Kossäten, von denen der Lehnschulze frei war und über etwas Beifeld verfügte, während die übrigen lediglich ihre Gärten hinter den Häusern besaßen und jeweils Abgaben für eine halbe Mittelhufe leisteten; bei jedem Hof konnte etwa ein Scheffel ausgesät werden. Gleichzeitig wurden neun Kossätenstellen als wüst bezeichnet. Außerdem bestanden ein Schenkrüger und ein Hirte.[4]

18. Jahrhundert

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Für das Jahr 1729 wurden 13 Kossäten sowie ein neu angebauter Kossätenhof genannt. Im Jahr 1745 stieg die Zahl der Kossäten auf insgesamt 18 an.[4] Für das Jahr 1746 wurde überliefert, dass der Lehnschulze über etwas Erbland verfügte, daneben bestanden 16 Kossätenstellen, von denen zwei der Kirche gehörten, sowie zwei Büdner. Im Jahr 1792 wurden ein Freischulze und 20 Kossäten genannt. Für das Jahr 1793 ist eine detaillierte Bevölkerungsaufstellung überliefert, nach der in Nahmitz insgesamt 161 Menschen lebten. Genannt wurden ein Schulmeister, ein Freischulze, 20 Kossäten, zehn Einlieger, ein Fischer, zwei Hirten und ein Leineweber. Zur Bevölkerung gehörten außerdem 42 Frauen, 16 große Söhne, sieben große Töchter, 20 Söhne und 21 Töchter unter zehn Jahren sowie zehn Knechte, zwei Jungen und sieben Dienstmägde.[6]

19. Jahrhundert

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Nach dem Ausbau der Emster als Wasserverbindung zur Havel als Emster Kanal kam es im 19. Jahrhundert in Nahmitz zu einer nennenswerten Fabrikation von Ziegelsteinen in zwei Ziegeleien. Ferner profitierte die Schifffahrt von dem Kanalausbau. Für das Jahr 1801 wurde Nahmitz als Dorf mit einem Lehnschulzen, 17 Ganzkossäten, zwei Büdnern, sieben Einliegern, 14 Schiffern und einem Fischer beschrieben. Zudem bestanden ein Krug sowie etwa zwölf Morgen Ackerholz. Die Feldmark umfasste insgesamt zehneinhalb Bauernhufen, und es wurden 50 Feuerstellen gezählt. Im Jahr 1837 wurde Nahmitz weiterhin als Dorf geführt und wies 38 Wohnhäuser auf. Im Jahr 1858 wurde Nahmitz als Dorf mit einer Ziegelei bezeichnet; es bestanden sechs öffentliche Gebäude, 47 Wohn- und 48 Wirtschaftsgebäude, darunter erneut eine Ziegelei.[6] Die Gemarkung von Nahmitz umfasste insgesamt 724 Morgen, davon 41 Morgen Gehöfte, 49 Morgen Gartenland, 514 Morgen Ackerland, 40 Morgen Wiesen, fünf Morgen Torf und 75 Morgen Wald. In den Jahren 1885 und 1895 wurde Nahmitz jeweils gemeinsam mit dem Wohnplatz Erdeberg geführt. Im Jahr 1891 wurde Nahmitz als Dorf mit Ziegelei, Schiffsbauerei und einer Häusergruppe beschrieben.[4]

20. Jahrhundert

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Im Jahr 1900 wurden in Nahmitz 104 Häuser gezählt.[6] Im Jahr 1905 bestand Nahmitz mit den Wohnplätzen Erdeberg, Schiffbauerei und Schneidemühle. Nach 1905, vermutlich 1912, wurde der Wohnplatz Loberow eingemeindet. Im Jahr 1931 bestand Nahmitz als Landgemeinde mit den Wohnplätzen Loberow, Erdeberg, Schiffbauerei und Schneidemühle; seit 1957 wurde es als Landgemeinde mit dem Wohnplatz Doberow geführt.[4] Das Dorf bestand aus 129 Wohnhäusern mit insgesamt 164 Haushaltungen. Für das Jahr 1939 wurden die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe statistisch erfasst; es bestanden vier Betriebe mit einer Fläche von 20 bis 100 Hektar, zehn Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, sieben Betrieben mit 5 bis 10 Hektar sowie 85 Betriebe mit einer Größe von 0,5 bis 5 Hektar.

Im Jahr 1957 bestanden in Nahmitz die Vereinigten Sägewerke mit insgesamt 205 Beschäftigten, darunter 135 Produktionsarbeiter. Im Jahr 1958 wurde die erste LPG gegründet. 1960 bestanden eine LPG Typ III sowie später drei Betriebe, die der LPG Typ I Michelsdorf angeschlossen wurden; im Jahr 1961 schloss sich die örtliche LPG Typ III mit der LPG Typ III Damsdorf zur LPG Damsdorf Nahmitz mit Sitz in Damsdorf zusammen. Daneben bestand weiterhin eine LPG Typ I, die in den 1960er Jahren der LPG Typ III angeschlossen wurde. Im Jahr 1973 bestand der VEB Holzindustrie Potsdam Mitte, Werk Nahmitz.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Dorfkirche Nahmitz von 1744

In der Liste der Baudenkmale in Kloster Lehnin sind für Nahmitz fünf Baudenkmale aufgeführt.

  • Die Dorfkirche Nahmitz ist ein rechteckiger Putzbau aus dem Jahr 1744 mit hölzernem Dachstuhl. Die beiden Glocken stiftete der letzte Lehniner Klosterabt Valentin im 16. Jahrhundert für einen Vorgängerbau.
  • In Nahmitz hat sich nach der deutschen Wiedervereinigung ein Feuerwehrverein gegründet, der aus einem früheren Spritzenhaus und etlichen erhalteten Lösch-Gerätschaften inzwischen ein überregional bekanntes Feuerwehr-Museum entwickelt hat und dieses auch betreibt. Im alten Gerätehaus gibt es dazu die Dauerausstellung Geschichte der Ortswehr Nahmitz.[7]

Söhne und Töchter

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Commons: Nahmitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gemeinde Lehnin. Präsentation, u. a. mit Übersichtskarte, in der die einzelnen Ortsteile, die dann ausführlich beschrieben werden

Einzelnachweise

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  1. Gemeinde Kloster Lehnin: Kloster Lehnin – Nahmitz. Abgerufen am 6. Januar 2026.
  2. Erwähnung als Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin im Kommunalverzeichnis Brandenburg, abgerufen am 19. April 2026
  3. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002. StBA
  4. 1 2 3 4 5 6 7 8 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 278)
  5. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 120, ISBN 3-937233-17-2.
  6. 1 2 3 4 5 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 279)
  7. Feuerwehrmuseum in Nahmitz, www.reiseland-brandenburg.de, abgerufen am 3. April 2026.