Mustela mopbie
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Mustela mopbie | ||||||||||||
| Wei et al., 2025 |
Mustela mopbie ist eine Wieselart, die in Sichuan im südlichen China vorkommt und erst 2025 neu beschrieben wurde. Es ist die kleinste Art der Gattung Mustela und damit auch der kleinste Marder und das kleinste Raubtier.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie alle Marder hat Mustela mopbie einen schlanken Rumpf und relativ kurze Beine. Die drei für die Erstbeschreibung untersuchten Exemplare hatten eine Kopf-Rumpf-Länge von 16,3 bis 18,6 Zentimeter und wogen 53 bis 73 Gramm. Der mit dichtem, flauschigen Fell bedeckte Schwanz ist 7,1 bis 9,2 Zentimeter lang und erreicht damit etwa die Hälfte der Kopf-Rumpf-Länge. Weibchen sind kleiner als die Männchen. Die Schnauze ist sehr kurz, die Ohren sind klein, kurz und breit. Das Sommerfell ist kurz und dicht. Auf der Rückenseite, beginnend an der Schnauzenspitze bis zum Schwanz, und an den Außenseiten von Vorder- und Hinterbeinen ist es dunkel braunschwarz gefärbt. Die Kehle, Brust und die Innenseiten der Gliedmaßen sind weiß, was zum Bauch hin zu einem hellen Gelb verläuft. Die Grenze zwischen der dunklen Färbung der Oberseite und der hellen Färbung der Unterseite ist deutlich ausgeprägt. An den Seiten des hell gefärbten Unterkiefers befinden sich einige braunschwarze Flecke. Da die Typusexemplare im Sommer gesammelt wurden, ist das Aussehen der Tiere im Winter bisher unbekannt, bzw. es ist nicht bekannt, ob sich das Winterfell überhaupt deutlich vom Sommerfell unterscheidet. Da die Winter im Verbreitungsgebiet der Art aber kalt und schneereich sind, ist die Bildung eines dichten, heller gefärbten Winterfells aber möglich. Die Vorder- und Hinterbeine haben jeweils fünf Zehen. Die Zehenzwischenräume sind behaart und mit kleinen Häuten ausgestattet. Die Krallen sind leicht gekrümmt. Die Vorderpfoten haben fünf ovale Fußballen, bei den Hinterpfoten sind es drei.[1]
Im Verbreitungsgebiet von Mustela mopbie kommen zwei weitere Wieselarten vor, das Feuerwiesel (Mustela sibirica) und das Gelbbauchwiesel (M. kathiah). Im Vergleich zu diesen beiden Arten ist M. mopbie kleiner und hat einen grazilen Körperbau.[1]
Verbreitung und Lebensraum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mustela mopbie ist bisher nur aus einem Naturschutzgebiet (Dafengding National Nature Reserve) im Hengduan-Gebirge in Sichuan bekannt. Dort wurden die Typusexemplare in einer Höhe von 2488 Metern gefangen. Wie weit die Art in der weiteren Umgebung verbreitet ist, ist bisher nicht bekannt. Die Region ist von Mischwäldern, Bambuswäldern, Gebüschen und Grasflächen geprägt. Das Klima ist relativ feucht, es gibt zahlreiche Gewässer und eine hohe Biodiversität, mit zahlreichen teilweise erst in jüngster Zeit entdeckten und beschriebenen Kleinsäugern (z. B. der Chinesische Bilch, das Minshan-Zwergstreifenhörnchen oder der Gleichzahn-Spitzmausmaulwurf). Das ausgeprägte Relief führt zu deutlichen Schwankungen der Temperatur im Tagesverlauf und unterschiedlichen vertikalen Klimazonen. Die Winter sind lang, kalt und gekennzeichnet durch eine hohe Schneedecke. Die Sommer sind kurz und mild, mit hoher Luftfeuchtigkeit. Mustela mopbie ist wahrscheinlich daran angepasst, leicht in enge Spalten und Höhlen eindringen zu können, um so Insekten und kleine Nagetiere zu erbeuten. Außerdem hat die Wieselart eine starke Sprungfähigkeit, wodurch sie in der Lage ist, kleine Vögel zu fangen.[1]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mustela mopbie wurde 2025 erstmals wissenschaftlich beschrieben. Das Art-Epitheton mopbie ist in der Sprache der dort lebenden Yi die Bezeichnung für die Gegend, in der die Terra typica der Art liegt. Mustela mopbie ist die Schwesterart des weiter nördlich vorkommenden Altaiwiesels (Mustela altaica). Verglichen mit dieser Art ist Mustela mopbie deutlich kleiner und leichter sowie erheblich dunkler gefärbt. Die von beiden Arten gebildete Klade ist die Schwestergruppe des Mauswiesels (Mustela nivalis), das eine weite Verbreitung in Eurasien hat und auch in Mitteleuropa vorkommt.[1]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d e Qiu-Jin Wei, Lei Cao, Xing-Cheng He, Alexei Abramov, Jin Wang, Jie Fu, Rui Li, Qi-Sen Yang, Li-Qiang Fu, Yao-Hua Huang, Cai-Quan Zhou, Zhi-Xin Wen und De-Yan Ge. (2025): Phylogenomics of the Genus Mustela with Description of A New Species from China. Journal of Systematics and Evolution. doi: 10.1111/jse.70029