Mustafa Suleyman

Mustafa Suleyman (* 1984 in London) ist ein britischer Unternehmer. Er ist CEO von Microsoft AI und Mitbegründer und ehemaliger Leiter für angewandte KI bei DeepMind, einem KI-Unternehmen, das von Google übernommen wurde. Nach seinem Ausscheiden bei DeepMind war er 2022 Mitbegründer von Inflection AI, einem Unternehmen für maschinelles Lernen und generative KI.
Frühes Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Suleymans syrischer Vater arbeitete als Taxifahrer und seine englische Mutter war Krankenschwester. Er wuchs in der Caledonian Road in London auf, wo er mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Brüdern lebte.[1][2] Suleyman besuchte die Thornhill Primary School, eine staatliche Schule in Islington, gefolgt von der Queen Elizabeth's School in Barnet, einem Gymnasium für Jungen. In seiner Schulzeit lernte er Demis Hassabis kennen, der ein enger Vertrauter von ihm wurde.[2] Suleyman studierte Philosophie und Theologie an der Universität Oxford, wo er als Student am Mansfield College, Oxford, eingeschrieben war, bevor er mit 19 Jahren sein Studium abbrach.[1]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinsam mit Mohammed Mamdani gründete er im August 2001 die Muslim Youth Helpline, welche sich als Hilfetelefon an Jugendliche (mit Schwerpunkt auf die muslimische Minderheit im UK) richtet.[1] Anschließend arbeitete Suleyman als Referent für Menschenrechte für Ken Livingstone, den Bürgermeister von London, bevor er Reos Partners gründete, eine Beratungsfirma für „systemischen Wandel“, die Methoden der Konfliktlösung einsetzt, um soziale Probleme zu bewältigen. Hierbei arbeitete Mustafa für eine Vielzahl von Kunden wie die Vereinten Nationen, die niederländische Regierung und den World Wide Fund for Nature.[3][4]
2010 gründete er gemeinsam mit Demis Hassabis das KI-Unternehmen DeepMind, das u. a. Investitionen von Peter Thiel, Elon Musk und Li Ka-shing erhielt. 2014 wurde das Unternehmen von Google übernommen. Nach der Übernahme wurde Suleyman Leiter des Bereichs Angewandte KI bei DeepMind und übernahm die Verantwortung für die Integration der Technologie des Unternehmens in eine Vielzahl von Google-Produkten.[1][2][3] Im Februar 2016 startete Suleyman DeepMind Health[5] an der Royal Society of Medicine und arbeitete eng mit dem britischen Gesundheitswesen zusammen, um die KI von Deep Mind für das Gesundheitswesen nutzbar zu machen.
Im Juni 2019 wurde Suleyman Mitglied des Vorstands der Economist Group, die die Zeitung The Economist herausgibt.[6] Er ist außerdem Mitglied des Lenkungsausschusses der AI Governance Alliance des Weltwirtschaftsforums[7] und war Senior Fellow am Belfer Center for Science and International Affairs der Harvard Kennedy School.[8]
Im August 2019 wurde Suleyman aufgrund von Vorwürfen wegen Mobbings von Mitarbeitern vom Dienst suspendiert.[9] In einer E-Mail, die die Geschäftsleitung von DeepMind nach Bekanntwerden der Geschichte an die Mitarbeiter verschickte, sowie in zusätzlichen Details, die von Business Insider veröffentlicht wurden, hieß es, Suleymans „Führungsstil habe nicht den erwarteten Standards“ entsprochen.[10] Im Dezember 2019 wechselte Suleyman schließlich zur Muttergesellschaft Google.[11]
Suleyman verließ Google im Januar 2022 und trat als Venture-Partner bei Greylock Partners ein.[12] Im März 2022 war Suleyman Mitbegründer von Inflection AI, einem neuen KI-Unternehmen, gemeinsam mit LinkedIn-Gründer Reid Hoffman.[13] Im Jahr 2023 brachte Inflection AI einen Chatbot namens „Pi“ (für Personal Intelligence) auf den Markt. Der Bot „erinnert“ sich an vergangene Unterhaltungen und soll als digitaler Assistent dienen können.[14]
Im März 2024 ernannte Microsoft Suleyman zum Executive Vice President (EVP) und CEO seiner neu gegründeten KI-Abteilung, Microsoft AI, die u. a. für Anwendungen wie Copilot und Bing zuständig ist.[15]
Privates
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Suleyman wuchs in einer religiösen muslimischen Familie auf, wurde jedoch in seiner Oxford-Studienzeit zu einem Atheisten.[16] Laut Business Insider steht er der politischen Linken nahe und retweete z. B. Botschaften von Jeremy Corbyn.[1]
Aussagen zu KI
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Suleyman hat sich wiederholt zu den Themen KI-Ethik geäußert. Im September 2023 veröffentlichte Suleyman in Zusammenarbeit mit dem Forscher Michael Bhaskar das Buch „The Coming Wave, Technology, Power and the 21st Century's Greatest Dilemma“, in dem er die transformativen und potenziell gefährlichen Auswirkungen fortschrittlicher Technologien, insbesondere KI und synthetischer Biologie, untersucht. Laut Suleyman hat KI insbesondere das Potenzial, „radikalen Überfluss“ zu schaffen, den Klimawandel zu bekämpfen und Menschen durch ihre Problemlösungsfähigkeiten zu stärken, würde jedoch auch gleichzeitig unabsehbare Risiken bringen.[17] Er forderte die KI-Entwicklung strikt an menschlichen Bedürfnissen auszurichten und warnte vor der Entstehung einer „entgrenzten, vollständig autonomen Instanz“.[18]
Anfang 2026 prognostizierte Suleyman, dass KI innerhalb von 12 bis 18 Monaten die meisten Bürotätigkeiten automatisieren werden würde.[19]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 Sam Shead: Mustafa Suleyman: The liberal activist who cofounded Google's $486 million artificial intelligence lab. Abgerufen am 8. März 2026 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 David Rowan: DeepMind: inside Google's super-brain. In: Wired. ISSN 1059-1028 (wired.com [abgerufen am 8. März 2026]).
- 1 2 Mustafa Suleyman. In: Centre for Science and Policy. Abgerufen am 8. März 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Sam Shead: DeepMind co-founder was investigated by a law firm following staff complaints on his management style. 27. Januar 2021, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
- ↑ Demis Hassabis, Mustafa Suleyman, Dominic King: Scaling Streams with Google. 13. November 2018, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
- ↑ The Economist Group - Board. Abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
- ↑ Mustafa Suleyman. Abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Mustafa Suleyman WEF
- ↑ Rob Copeland and Parmy Olson: Artificial Intelligence Will Define Google’s Future. For Now, It’s a Management Challenge. 26. Januar 2021, abgerufen am 8. März 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Martin Coulter, Hugh Langley: Read the leaked email that Google's AI firm DeepMind sent to staff after the bombshell news that its cofounder faced a bullying investigation. Abgerufen am 8. März 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ DeepMind co-founder leaves for policy role at Google. In: FT. Abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Sam Shead: DeepMind co-founder plans to help U.S. VC firm Greylock penetrate Europe. 3. Februar 2022, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
- ↑ Sam Shead: Reid Hoffman has co-founded his first new company since LinkedIn sale. 8. März 2022, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
- ↑ Inflection AI, Startup From Ex-DeepMind Leaders, Launches Pi — A Chattier Chatbot Forbes
- ↑ Microsoft Corporate Blogs: Mustafa Suleyman, DeepMind and Inflection Co-founder, joins Microsoft to lead Copilot. In: The Official Microsoft Blog. 19. März 2024, abgerufen am 8. März 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Mark Sellman, Technology Correspondent: Taxi-driver’s son whose rivalry with an old friend will shape AI. 23. März 2024, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
- ↑ David Shariatmadari: ‘I hope I’m wrong’: the co-founder of DeepMind on how AI threatens to reshape life as we know it. In: The Guardian. 2. September 2023, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 8. März 2026]).
- ↑ Timm Seckel: KI: Microsoft-Manager Suleyman fordert „humanistische Superintelligenz“. 14. November 2025, abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Lloyd Lee: KI wird die meisten Aufgaben von Büro-Jobs in 18 Monaten automatisieren, laut Microsoft-Manager. In: Business Insider. 13. Februar 2026, abgerufen am 8. März 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Suleyman, Mustafa |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 1984 |
| GEBURTSORT | London |