Mponeng
| Mponeng | |||
|---|---|---|---|
| Allgemeine Informationen zum Bergwerk | |||
| Abbautechnik | Untertagebau | ||
| Förderung/Jahr | 7,5 t | ||
| Förderung/Gesamt | 884.000 t | ||
| Informationen zum Bergwerksunternehmen | |||
| Betreibende Gesellschaft | AngloGold Ashanti | ||
| Betriebsbeginn | 1986 | ||
| Geförderte Rohstoffe | |||
| Abbau von | Gold | ||
| Größte Teufe | 4000 m | ||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 26° 26′ 10″ S, 27° 25′ 50″ O | ||
| |||
| Provinz | Gauteng | ||
| Staat | Südafrika | ||
Mponeng ist eine Goldmine im Witwatersrand in der südafrikanischen Provinz Gauteng, etwa 90 km südlich von Johannesburg. Sie wurde 1986 eröffnet und gehört zu den ehemaligen Western Deep Levels. 2010 arbeiteten etwa 6000 Leute auf Mponeng.[1]
Mit einer Tiefe von über vier Kilometern ist sie die tiefste Mine der Welt und beherbergt zugleich den am weitesten unter der Erdoberfläche gelegenen zugänglichen Ort.[2][3][4]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Witwatersrand ist die größte Goldmineralisierung weltweit. In der Gegend machten Europäer in den 1850ern bis 1870ern mehrere Mineralfunde, die 1886 zum Witwatersrand-Goldrausch führten. In Folge wurden dort viele Bergbauarbeiten durchgeführt. Nach einer fünfjährigen Pause zwecks Abteufens begannen die Abbauarbeiten in der Mine offiziell 1986.[5] Der Name Mponeng wurde erst 1999 eingeführt; davor war die Mine als „Western Deep Levels South Shaft“ oder einfach „No. 1 Shaft“ bekannt.[6]
Im Jahr 2008 entdeckten Forscher im Grundwasser kilometertief in der Mine das extromophile Bakterium „Desulforudis audaxviator“.[7] 2012 kam es zu einem großen Streik der Minenarbeiter gegen den Mineneigentümer AngloGold Ashanti.[8] 2017 absolvierte der ecuadorianische Läufer Millan Ludena im tiefsten Teil der Mine einen Halbmarathon.[9]
Nachdem bei einem durch Bergbau verursachten Erdbeben der Stärke 2,0 im März 2020 drei Minenarbeiter starben, wurden alle Operationen vorerst eingestellt. Im Zuge der COVID-19-Pandemie musste die Mine im Mai 2020 kurzfristig schließen. 2020 kaufte Afrikas größter Goldproduzent Harmony Gold die Mine für etwa $200 Millionen von AngloGold Ashanti.[10]
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2023 wurden in Mponeng 7,45 Tonnen Gold gefördert, bei 884.000 t abgebautem Erz (das Erz ist mit 8,4 g Gold/t besonder reich).[5] Pro Tag werden etwa 5400 Tonnen Erz abgebaut.[2] Die Kosten pro geförderter Unze Gold lagen 2022 bei $1771, während der Goldpreis bei etwa $2080 lag.[11]
Aus dem Witwatersrand stammen etwa 40 % des jemand abgebauten Goldes, etwa 50.000 t. Zudem sollen dort mehr als ein Drittel der nicht abgebauten Reserven lagern.[12] Die nachgewiesenen Reserven im Mponeng belaufen sich auf 1300 t.[13]
Praktiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der großen Tiefe beträgt die Temperatur des Gesteins in der Mine bis zu 66 °C. Um die Luft in den Tunneln auf 30 °C zu kühlen, wird Eisbrei unter die Erde gepumpt. Zudem werden die fertig abgebauten Abschnitte mit einer Mischung aus Beton, Wasser, und Gestein insuliert. Die Wände werden mit stahlverstärktem Spritzbeton und Rautennetzen gesichert.[2]
Um kleine Erdbeben frühzeitig zu entdecken, wurde von einem japanisch-deutschen Forschungsteam ein Netzwerk aus Beschleunigungssensoren, piezoelektrischen Schallemissionssensoren und Sacks-Evertson-Bohrloch-Dehnungsmessern eingerichtet.[14][15]
Umweltverschmutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bergbauindustrie in Südafrika ist eine der größten Quellen von Luftverschmutzung im Land; ein großer Teil davon stammt aus dem Wildwatersrand-Becken. Gleichzeitig trägt sie hauptsächlich zur Erd- und Wasserverschmutzung bei.[16] Mponeng verursacht sowohl eine gewaltige Menge Abraum als auch teils giftige Tailings, die beim Zerbrechen des Erzes entstehen. 2024 stieß die Mine das Äquivalent von 933.000 t Kohlenstoffdioxid an Treibhausgasen aus.[17] Eine Studie fand außerdem erhöhte Silicate und Uranwerte in den Feinstaubpartikeln der Region, die von den Absetzbecken der Goldminen stammen.[18]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Annual Report 2010 ( vom 23. Mai 2011 im Internet Archive) von AngloGold Ashanti, abgerufen am 23. Mai 2011.
- 1 2 3 Nick Wadhams: Gold Standards: How miners dig for riches in a 2-mile-deep furnace. In: Wired. Band 19, Nr. 3, 11. März 2011, S. 42 (englisch, wired.com).
- ↑ Ivo Vegter: Why Mining Still Matters. (PDF) In: South Africa Institute of Race Relations. 2019, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- ↑ M. Manzi: 3D Seismic Imaging of the Ghost-Carbon Leader Reef of the World's Deepest Gold Mine – Mponeng Gold Mine, South Africa. In: Proceedings 76th EAGE Conference and Exhibition Workshops. European Association of Geoscientists & Engineers, 2014, ISBN 978-90-73834-90-3, doi:10.3997/2214-4609.20140511 (englisch, earthdoc.org).
- 1 2 Mponeng Overview. In: harmony.co.za. Abgerufen am 12. März 2024 (englisch).
- ↑ Sheila Barradas: Mponeng mine, South Africa. In: Mining Weekly. Abgerufen am 12. März 2024 (englisch).
- ↑ John Timmer: In the deep, a community of one. In: Ars Technica. 9. Oktober 2008, abgerufen am 1. Juni 2015 (englisch).
- ↑ David McKay: Strikes shut down 40% of SA gold. In: Fin24. Abgerufen am 24. März 2024 (englisch).
- ↑ Sergio Garcia: Ecuadorian sets record in run 4,000m below surface. In: aa.com.tr. 23. September 2017, abgerufen am 17. Februar 2024 (englisch).
- ↑ Mponeng Gold Mine, South Africa – The World's Deepest Mine. In: NS Energy Business. Abgerufen am 12. März 2024 (englisch).
- ↑ Ian Burron: How Low Can you go? The Challenges of Deep Mining. In: Geology for Investors. 13. April 2023, abgerufen am 17. Februar 2024 (englisch).
- ↑ S. J. Jolley, S. R. Freeman, A. C. Barnicoat, G. M. Phillips, R. J. Knipe, A. Pather, N. P. C. Fox, D. Strydom, M. T. G. Birch, I. H. C. Henderson, T. W. Rowland: Structural controls on Witwatersrand gold mineralisation. In: Journal of Structural Geology. Band 26, Nr. 6, 1. Juni 2004, ISSN 0191-8141, S. 1067–1086, doi:10.1016/j.jsg.2003.11.011, bibcode:2004JSG....26.1067J (englisch, sciencedirect.com).
- ↑ Bruce Cairncross: The Witwatersrand Goldfield, South Africa. In: Rocks & Minerals. Band 96, Nr. 4, 4. Juli 2021, ISSN 0035-7529, S. 296–351, doi:10.1080/00357529.2021.1901207, bibcode:2021RoMin..96..296C (englisch).
- ↑ G. Kwiatek, K. Plenkers, Y. Nakatani, Y. Yabe, G. Dresen: Frequency-Magnitude Characteristics Down to Magnitude -4.4 for Induced Seismicity Recorded at Mponeng Gold Mine, South Africa. In: Bulletin of the Seismological Society of America. Band 100, Nr. 3, 2010, S. 1165–1173, doi:10.1785/0120090277, bibcode:2010BuSSA.100.1165K (englisch).
- ↑ G. Kwiatek, K. Plenkers, G. Dresen, JAGUARS Research Group: Source Parameters of Picoseismicity Recorded at Mponeng Deep Gold Mine, South Africa: Implications for Scaling Relations. In: Bulletin of the Seismological Society of America. Band 101, Nr. 6, 2011, S. 2592–2608, doi:10.1785/0120110094, bibcode:2011BuSSA.101.2592K (englisch).
- ↑ Michiel C. Laker: Environmental Impacts of Gold Mining—With Special Reference to South Africa. In: Mining. Band 3, Nr. 2, Juni 2023, ISSN 2673-6489, S. 205–220, doi:10.3390/mining3020012 (englisch).
- ↑ Mponeng Mine Overview. In: harmony.co.za. Harmony Gold, 2. Mai 2025, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Mbalenhle Mpanza, Elhadi Adam, Raeesa Moolla: Dust Deposition Impacts at a Liquidated Gold Mine Village: Gauteng Province in South Africa. In: International Journal of Environmental Research and Public Health. Band 17, Nr. 14, Januar 2020, ISSN 1660-4601, S. 4929, doi:10.3390/ijerph17144929, PMID 32650563, PMC 7400412 (freier Volltext) – (englisch).

