Der Mount Fee ist ein Vulkan in den Pacific Ranges der Coast Mountains im Südwesten der kanadischen Provinz British Columbia. Er liegt 13km südlich des Callaghan Lake und 21km westlich des ErholungsortesWhistler. Mit einer Gipfelhöhe von 2162m[1] und einer Schartenhöhe von 312m erhebt er sich über die umliegende zerklüftete Landschaft in einem alpinen Gebirgsgrat. Dieser Gebirgsgrat stellt die Basis eines von Nord nach Süd verlaufenden Vulkanfeldes dar, welches der Mount Fee besetzt.
Der Berg besteht aus einem annähernd von Nord nach Süd verlaufenden Grat aus feinkörnigem vulkanischen Gestein und kleinen Mengen von Bruchstücken. Er ist 1,5km lang und 0,5km breit und besitzt nahezu senkrechte Flanken. Der Mount Fee hat zwei Hauptgipfel, von denen der Südturm der höhere ist. Die Gipfel sind durch eine U-förmige Spalte getrennt, die ihnen ein prominentes Aussehen verleihen.
Das Massiv des Mount Fee ist der Überrest eines vulkanischen Objekts, das weitgehend durch Erosion von Gletschereis abgetragen wurde.[1] Es stellt wahrscheinlich einen zerteilten Schichtvulkan dar (auch als zusammengesetzter Vulkan bezeichnet), der eine größere Fläche einnahm und eine größere Höhe erreichte als der heutige Berg.[6] Schichtvulkane können Höhen von 2.500m erreichen und bestehen aus sich abwechselnden Schichten von Lavaströmen, vulkanischer Asche, Schlacken, Blöcken und vulkanischen Bomben.[7] Während der Eiszeiten wurde ein Großteil des äußeren Kegels aus pyroklastischem Material durch die sich bewegenden Schichten aus Eis und Gestein erodiert. Das Entfernen des ausgestoßenen vulkanischen Materials hat die dazitische Lava freigelegt, welche den nahezu von Nord nach Süd verlaufenden Grat des Mount Fee bildet.[6.1]The Black Tusk, eine Feldnadel aus dunklem vulkanischen Gestein im Südosten, wird gleichfalls als Überrest eines stark erodierten Vulkans angesehen, der einst mit pyroklastischem Material bedeckt war.[8] Das heutige Massiv des Mount Fee enthält mehrere Lava-Spitzen, die Höhen von 100bis 150m über dem Hauptgrat erreichen.[2]
Die vulkanische Aktivität am Mount Fee gehört zu den ältesten im Mount-Cayley-Vulkanfeld. Ihre vulkanischen Gesteine bleiben undatiert, aber die große Anzahl der Aufgliederungen und die Anzeichen von Gletschereis, das den Vulkan überformt hat, zeigen an, dass er vor mehr als 75.000Jahren noch vor der Wisconsin-Vereisung entstand. Im Ergebnis zeigen die Gesteine, aus denen der Mount Fee besteht, keine Hinweise auf Interaktionen mit Gletschereis; die Dauer der vulkanischen Ereignisse ist ebenso unbekannt wie die exakten Zeitpunkte.[1] Eine ganze Reihe von Vulkanen entstand jedoch subglazial vor 25.000bis 10.000Jahren in der Umgebung des Mount Fee, darunter die Lavadome der Ember Ridge im Süden.[9]
Der Mount Fee über dem umgebenden bergigen Gelände auf. Diese Ansicht des Berges bietet sich von Süden her.
Mindestens drei Phasen eruptiver Aktivität lassen sich am Mount Fee nachweisen. Der einzige freigelegte Überrest der frühesten vulkanischen Aktivität am Mount Fee ist ein kleiner Aufschluss pyroklastischen Gesteins. Dies ist ein Hinweis auf explosive Eruptionen in der eruptiven Vergangenheit des Fee wie auf das erste vulkanische Ereignis am Berg. Das zweite vulkanische Ereignis produzierte eine Abfolge vulkanischer Gesteine an der Ostflanke des Fee. Dieses vulkanische Material wurde wahrscheinlich abgelagert, als eine Sequenz von Lavaströmen und gebrochenen Lavafragmenten aus einem Vulkanschlot ausgestoßen wurde und beim Aufbau des ursprünglichen Mount Fee die Flanken herabströmte. In der Folge einer starken Zergliederung produzierte neuerlicher Vulkanismus eine viskose Serie von Laven an seiner Nordflanke. Die U-förmige Spalte, welche die beiden Hauptgipfel trennt, separierte diese Lava vom vulkanischen Hauptgrat. Der Kanal, aus dem diese Lavaströme stammten, verlief wahrscheinlich senkrecht und wurde in ältere Gesteine, die in früheren vulkanischen Ereignissen am Mount Fee abgelagert wurden, intrudiert. Diesem vulkanischen Ereignis folgte wiederum eine Periode der Erosion sowie eine oder mehrere Kaltzeiten. Die dem letzten vulkanischen Ereignis folgende starke Erosion am Mount Fee schuf den zerklüfteten, von Nord nach Süd verlaufenden Grat, der heute eine prominente Landmarke bildet.[1]
Die dazitischen und rhyodazitischen Gesteine, aus denen der Mount Fee besteht, enthalten bis zu 70% braunen vulaknsichen Glases und bis zu 15% Vesikel. Etwa 25% der Gesteine enthalten Kristalle, darunter Plagioklase, Hornblende, Orthopyroxen, Orthoklas und sporadisch Quarz. Die Orthoklas-Kristalle werden als Repräsentanten von Gesteinsfragmenten interpretiert, die sich beim Aushärten der dazitischen Lava entwickelten. Ein Teil der Südwestflanke des Mount Fee enthält kein vulkanischen Glas, sondern ist eher aus einer abnormen kryptokristallinenMatrix zusammengesetzt. Dies zeigt an, dass sie sich als Teil einer subvulkanischenIntrusion entwickelt hat.[2.1]
Die prominente Nadel des Mount Fee erhebt sich über den leicht vergletscherten nördlichen subglazialen Dom der Ember Ridge.
Die Besiedlung durch den Menschen geht am Mount Fee auf hunderte bis tausende Jahre vor heute zurück. Glasige vulkanische Gesteine wie Rhyodazit wurden vor der Ankunft der Europäer im 18.Jahrhundert weithin verwendet, um Messer, Meißel, Breitbeile und andere scharfe Werkzeuge herzustellen. Sie wurden aus einer Reihe kleinerer Aufschlüsse an den Flanken des Mount Fee sowie am Mount Cayley und am Mount Callaghan gewonnen. Dieses Material taucht in Ziegen-Jagdgebieten und am Felsüberhang Elaho auf und wird insgesamt auf ein Alter von 100bis 8.000Jahren datiert.[10.1]
Im September 1928 wurde der Mount Fee vom britischen Bergsteiger Tom Fyles nach Charles Fee (1865–1927) benannt, welcher einst Mitglied des British Columbia Mountaineering Club in Vancouver war.[11] Anschließend wurde der Mount Fee 1980 als einer der Vulkane im Mount-Cayley-Vulkanfeld durch den Vulkanologen Jack Souther dargestellt. Die anderen sind der Mount Cayley, der Cauldron Dome, der Slag Hill, die Ember Ridge und der Ring Mountain, welcher zu der Zeit als Crucible Dome bezeichnet wurde. Souther schuf im folgenden Jahr eine Geologische Karte, welche die Lage der Vulkane und das regionale Gelände darstellte.[2]
Wie andere Vulkane im Garibaldi-Vulkangürtel wird auch der Mount Fee nicht eng genug durch die Geological Survey of Canada überwacht, um abschätzen zu können, wie aktiv seine Magmakammer ist. Dies rührt teilweise daher, dass seit über hundert Jahren in Kanada keine großen Eruptionen stattgefunden haben und der Vulkan in einer abgelegenen Gegend liegt. Im Ergebnis ist das Vulkan-Monitoring weniger bedeutend als die Beschäftigung mit anderen Prozessen wie Tsunamis, Erdbeben und Erdrutschen.[12] Am Mount Fee sind keine rezenten Erdbeben bekannt.[13.1] Wenn er ausbrechen würde, gäbe es wahrscheinlich über Wochen, Monate oder Jahre hinweg irgendwelche Warnzeichen wie Gruppen kleinerer Erdbeben, die wahrscheinlich in weniger als 15km Tiefe aufträten. Sie sind im Allgemeinen zu schwach, um von Menschen bemerkt zu werden; das vorhandene Netzwerk von Seismographen wurde allerdings eingerichtet, um tektonische Beben überwachen zu können. Das Netzwerk ist außerdem zu weit entfernt aufgebaut, um wirklich anzeigen zu können, was unter dem Berg passiert. Es könnte einen Anstieg der seismischen Aktivität erst dann feststellen, wenn der Vulkan sehr unruhig würde, aber dies wäre auch nur ein Hinweis auf eine bedeutende Eruption. Es könnte die Aktivität erst dann registrieren, wenn der Ausbruch schon begonnen hätte.[12] Ein heftiger Ausbruch am Mount Fee hätte womöglich erhebliche Auswirkungen, insbesondere in einer Region wie dem südwestlichen British Columbia, wo der Garibaldi-Vulkangürtel in einem dicht besiedelten Gebiet liegt.[4][12] Aufgrund dieser Befürchtungen wurden durch bedeutende Beiträge von Wissenschaftlern kanadischer Universitäten Referenzwerte über den Status der Vulkane im Garibaldi-Vulkangürtel erstellt.[12]
In Bezug auf die Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger herrscht am Mount Fee ein Westseiten-Seeklima.[14] Die meisten Wetterfronten stammen vom Pazifik und bewegen sich ostwärts auf die Kaskadenkette zu, wo sie durch die Berge zum Aufsteigen (Windstau) gezwungen werden, was wiederum dazu führt, dass die enthaltene Feuchtigkeit in Form von Regen oder Schnee abgegeben wird. Im Ergebnis führt das zu hohen Niederschlägen in den Kaskaden, insbesondere zu starken Schneefällen im Winter. Die Temperaturen können unter −20°C fallen, unter Berücksichtigung von Windchill-Einfluss unter −30°C. Die Monate Juli bis September bieten die besten Wetterbedingungen für einen Aufstieg.
12345M.C.Kelman,J.K.Russel,C.J.Hickson: Preliminary petrography und chemistry of the Mount Cayley volcanic field, British Columbia. 2001-A11. Natural Resources Canada, 2001, ISBN 0-662-29791-1 (englisch, gc.ca[PDF; abgerufen am 3.August 2010]).
Peter L.Stelling,David SamuelTucker:Floods, Faults, and Fire: Geological Field Trips in Washington State and Southwest British Columbia. In: Current Research, Part A. Geological Society of America, 2007 (englisch).
↑Peel, M. C.,Finlayson, B. L.,McMahon, T. A.:Updated world map of the Köppen−Geiger climate classification. In: Hydrol. Earth Syst. Sci. 11. Jahrgang, 2007, ISSN1027-5606 (englisch).