Moolooit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, entwickelt aber nur mikroskopisch kleine Kristalle bis etwa 4µm mit einem leistenförmigen oder prismatischen Habitus. Meist findet er sich in Form kugeliger Mineral-Aggregate bis derber Massen mit einem matten, wachsähnlichen Glanz. Das grünlichblaue, durchscheinende Mineral hinterlässt auf der Strichtafel einen blassblauen Strich.
Moolooit wurde erstmals in Mineralproben aus einem sulfidhaltigen Quarzaufschluss -25.025116.10833333333 etwa 12 km östlich der „Mooloo Downs Station“, einer Rinderzuchtstation mit einer Fläche von etwa 131.715 Hektar, und etwa einen Kilometer nördlich von Bunbury Well im Verwaltungsgebiet Upper Gascoyne Shire des australischen Bundesstaates Western Australia entdeckt. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch von Richard M. Clarke und Ian R. Williams in der Typlokalität, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.[8]
Clarke und Williams sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1980 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1980-082[1]), die den Moolooit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Moolooit lautet „Moo“.[2]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[11]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Moolooit in die Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort in die Abteilung „Salze von organischen Säuren“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Oxalate“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 10.AB.15 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Moolooit die System- und Mineralnummer 50.01.06.01. Dies entspricht hier ebenfalls der Klasse „Organische Minerale“ und der Abteilung „Organische Minerale“, wo er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 50.01.06 innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren (Oxalate)“ zu finden ist.
H. Schmittler:Zum Strukturprinzip des fehlgeordneten Kupfer(II)-Oxalats (CuC2O4·nH2O). In: Monatsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Band10, 1968, S.581–604 (englisch).
R. M. Clarke, I. R. Williams:Moolooite, a naturally occurring hydrated copper oxalate from western Australia. In: Mineralogical Magazine. Band50, 1986, S.295–298 (englisch, rruff.info[PDF; 226kB; abgerufen am 17.Dezember 2023]).
A. Gleizes, F. Maury, J. Galy:Crystal structure and magnetism of sodium bis(oxalato)cuprate(II)dihydrate, Na2Cu(C2O4)2·2H2O. A deductive proposal for the structure of copper oxalate, CuC2O4·xH2O (O ≤ x ≤ 1). In: Inorganic Chemistry. Band19, Nr.7, 1980, S.2074–2078, doi:10.1021/ic50209a048 (englisch).
Frank C. Hawthorne, John L. Jambor, Kenneth W. Bladh, Ernst A. J. Burke, Joel D. Grice, Don Phillips, Andrew C. Roberts, Robert A. Schedler, James E. Shigley:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band72, Nr.9–10, 1987, S.1025–1026 (englisch, rruff.info[PDF; 905kB; abgerufen am 17.Dezember 2023]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.718 (englisch).
↑J. E. Chisholm, G. C. Jones, O. W. Purvis:Hydrated copper oxalate, moolooite, in lichens. In: Mineralogical Magazine. Band51, 1987, S.715–718 (englisch, rruff.info[PDF; 431kB; abgerufen am 17.Dezember 2023]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234
Moolooite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 50kB; abgerufen am 17.Dezember 2023]).
1234Moolooite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 17.Dezember 2023(englisch).
↑R. M. Clarke, I. R. Williams:Moolooite, a naturally occurring hydrated copper oxalate from western Australia. In: Mineralogical Magazine. Band50, 1986, S.295–298 (englisch, rruff.info[PDF; 226kB; abgerufen am 17.Dezember 2023]).