Mochlodon
| Mochlodon | ||||||||||||
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Mochlodon suessi; Lectotypus PIUW 2349/2 | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Oberkreide (Santonium – Unteres Campanium) | ||||||||||||
| 86,3 bis 76 Mio. Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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| Seeley, 1881 | ||||||||||||
| Arten | ||||||||||||
Mochlodon ist eine Gattung von kleinwüchsigen Vogelbeckensauriern aus der Gruppe der Rhabdodontidae innerhalb der Iguanodontia. Die Gattung ist mit zwei Arten aus der Oberkreide von Österreich und Ungarn bekannt.
Etymologie und Forschungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gattungsname Mochlodon leitet sich ab von den altgriechischen Begriffen Μοχλός („mokhlos“: „Hebel“, „Stange“, „Pfahl“) und ὀδών („odon“: „Zahn“).[1]
Im Jahr 1859 durchsuchten Eduard Suess und sein damaliger Schüler Ferdinand Stoliczka das Haldenmaterial des Kohlebergwerks bei Felbring (Muthmannsdorf) in Niederösterreich nach kreidezeitlichen Süßwassermollusken. Dabei gelang Stoliczka der Fund eines kleinen Zahnes, der in seiner Form stark an jene der bereits 1824 durch Gideon Mantell beschriebenen Dinosauriergattung Iguanodon erinnerte.[2]
Versuche des Bergverwalters Pawlowitsch den Fundhorizont genauer einzugrenzen und weitere Wirbeltierfossilien zu bergen, blieben zunächst erfolglos.[2] Erst beim Vortrieb des neuen „Konstantinstollens“ wurde die fossilführende Schicht erneut aufgefahren und man konnte umfangreiches Belegmaterial sammeln, das an das Paläontologische Institut der Universität Wien übergeben wurde.[2][3][4] Emanuel Bunzel wurde mit einer ersten Sichtung und Beschreibung der Funde beauftragt. Seine Bemühungen wurden 1871 veröffentlicht und resultierten, unter anderem, in der Erstbeschreibung der Gattung Struthiosaurus. Die „Iguanodon-ähnlichen“ Funde aus dieser Sammlung beschrieb Bunzel auf Basis eines Unterkieferfragments (PIUW 2349/2), eines Einzelzahnes und zweier Wirbelkörper, zu Ehren von Suess, zunächst als Iguanodon suessii.[2]
Im Frühjahr 1879 lud Suess den britischen Paläontologen Harry Govier Seeley ein, nach Wien zu kommen und die Funde von Muthmannsdorf genauer zu untersuchen. Seeley verbrachte etwa einen Monat in Wien und gelangte insbesondere in Bezug auf Iguanodon suessii zu wesentlich anderen Schlussfolgerungen als Bunzel. Zum einen sah er im Unterkieferfragment (PIUW 2349/2) ausreichend Unterschiede zur Gattung Iguanodon um die Etablierung einer neuen Gattung Mochlodon zu rechtfertigen, zum anderen interpretierte er weitere Fundstücke, die Bunzel diversen anderen Reptiliengruppen zugeordnet hatte, als vermutlich zu Mochlodon suessii gehörig.[5] Bemerkenswerterweise stellte Seeley in seiner 1881 veröffentlichten Neubeschreibung ausschließlich Vergleiche mit der Gattung Iguanodon an, nicht jedoch mit der bereits 1869 von Philippe Matheron beschriebenen Gattung Rhabdodon aus der Kreide Frankreichs.[4][5]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieb Franz von Nopcsa in einer Serie von Publikationen ähnliche Funde aus dem Gebiet um Hațeg im heutigen Rumänien, die er zunächst als Mochlodon suessi beziehungsweise als Mochlodon (?) robustum bezeichnete.[6] 1902 revidierte Nopcsa seine Meinung und interpretierte Mochlodon suessi als Jungtiere von Mochlodon robustum, wodurch letzteres Taxon als Juniorsynonym von Mochlodon suessi obsolet wurde.[7] Nach einem direkten Vergleich mit dem Belegmaterial von Rhabdodon priscus, das Matheron bereits 1869 beschrieben, aber nicht akkurat abgebildet hatte, kam Nopcsa 1915 zu der Schlussfolgerung, dass Rhabdodon priscus und Mochlodon suessi ident und die morphologischen Unterschiede auf einen Sexualdimorphismus zurückzuführen seien. Konsequenterweise unterschied Nopcsa in dieser Arbeit nur noch zwischen Rhabdodon priscus und Rhabdodon priscus var. suessi, die er als unterschiedliche Geschlechter ein und derselben Art interpretierte.[8] 1923 versuchte Nopcsa seine Hypothese zu untermauern, synonymisierte Mochlodon mit Rhabdodon priscum und wies dem französischen Belegmaterial sowie den ursprünglich als Mochlodon robustum bezeichneten Formen Rumäniens ein weibliches Geschlecht zu, während er die zuvor als Mochlodon suessi beschriebenen Formen als männliche Individuen derselben Art interpretierte.[9] 1929 behauptete er hingegen das genaue Gegenteil und bezeichnete Rhabdodon priscum (= Rhabdodon robustum) als Männchen und Rhabdodon suessi als Weibchen derselben Art.[10]
Nach dem Tod Nopcsas im Jahr 1933 kam die Grundlagenforschung zu diesem Themenkreis praktisch vollständig zum Erliegen. Die Bedeutung der Funde war jedoch allgemein anerkannt und wurde in zahlreichen Fachpublikationen und Lehrbüchern rezipiert. Viele dieser Autoren verwendeten jedoch weiterhin die Gattungsbezeichnung Mochlodon, was daran lag, dass der Name Rhabdodon in diesem Zusammenhang streng genommen ungültig war. Bereits 1831 hatte Friedrich Ludwig Fleischmann eine angeblich neue Schlangenart als Rhabdodon fuscus beschrieben. Zwar konnte die von Fleischmann beschriebene und abgebildete Schlange später unschwer als Vertreter der Eidechsennattern (Malpolon) identifiziert werden, ein Taxon, das Leopold Fitzinger schon 1826 eingeführt hatte, die Bezeichnung Rhabdodon war jedoch 1869, als Matheron die französischen Fossilfunde beschrieb, eindeutig bereits belegt und nicht verfügbar.[11]
Um das Problem zu lösen, beantragte Winand Brinkmann 1986 bei der ICZN das Taxon Rhabdodon Fleischmann, 1831 aus der offiziellen Liste der zoologischen Gattungsnamen zu streichen und stattdessen das Taxon Rhabdodon Matheron, 1869 in die Liste aufzunehmen („Case 2536“).[11] Der Antrag kam 1987 bei der ICZN zur Abstimmung und wurde mit großer Mehrheit befürwortet („Opinion 1483“). Das Ergebnis der Abstimmung wurde 1988 veröffentlicht und damit waren alle entsprechenden Funde aus Frankreich, Österreich und Rumänien der Gattung Rhabdodon zuzuordnen.[12]
2003 gliederten David B. Weishampel und Koautoren die rumänischen Funde als eigenständige Gattung Zalmoxes mit zwei Arten (Zalmoxes robustus und Zalmoxes shqiperorum) wieder aus der Gattung Rhabdodon aus und führten für beide Gattungen das übergeordnete Taxon der Rhabdodontidae ein. Die Funde aus Niederösterreich wurden in dieser Publikation erneut unter der Bezeichnung Mochlodon suessi geführt. Die Autoren hielten es für möglich, dass sie eine weitere eigenständige Gattung innerhalb der Rhabdodontidae repräsentierten, ließen die Frage jedoch mit dem Hinweis auf eine gerade in Arbeit befindliche Neubewertung des entsprechenden Belegmaterials vorläufig noch offen.[13]
Die von Weishampel et al. 2003 erwähnte Neubearbeitung wurde erst 2006 veröffentlicht. Die Autoren dieser Studie kamen zu dem Schluss, dass das Belegmaterial nicht für eine genaue Diagnose ausreichte und interpretierten die niederösterreichischen Funde als Jungtier einer nicht näher bestimmbaren Art der Gattung Zalmoxes (Zalmoxes sp.). Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die beiden von Bunzel in seiner Erstbeschreibung erwähnten Wirbelkörper nicht mehr auffindbar waren.[14]
2012 ergab sich eine drastische Wendung in der Angelegenheit. Attila Ősi und mehrere Koautoren, darunter auch Weishampel, berichteten von umfangreichem neuem Belegmaterial aus der Csehbánya-Formation des Iharkút-Bauxit-Tagebaus im Komitat Veszprém in Ungarn, das in Bezug auf anatomische Details und Größe weitgehende Übereinstimmung mit den Funden von Muthmannsdorf aufwies. Die Gattung Mochlodon wurde mit Mochlodon suessi als Typusart als gültiges eigenständiges Taxon wieder eingeführt und um eine zweite Art Mochlodon vorosi von der ungarischen Fundstelle ergänzt. Der Artzusatz „vorosi“ ehrt den ungarischen Paläontologen Attila Vörös.[4]
Fossilbeleg und Alterseinstufung der Funde
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Mochlodon suessi (Typusart)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fossilfunde dieser Art sind ausschließlich von der historischen Fundstelle bei Muthmannsdorf bekannt. Nach Ősi et al., 2012[4] umfasst das Belegmaterial:
- Das Fragment eines rechten Unterkiefers mit mehreren Zähnen (PIUW 2349/2; Lectotypus für Typusart und Gattung)
- Einen einzelnen, isolierten Zahn des Unterkiefers (PIUW 2349/3)
- Einen einzelnen, isolierten Zahn des Oberkiefers (PIUW 2349/4)
- Das Fragment eines Scheitelbeins (PIUW 2349/54; von Bunzel ursprünglich als Scheitelbein einer Eidechse identifiziert)
- Ein unvollständiges, linkes Schulterblatt (PIUW 3518)
- Ein fragliches Speichenfragment (PIUW 3517)
- Ein einzelnes, isoliertes Krallenbein, vermutlich von einer der vorderen Gliedmaßen (PIUW 2349/38)
- Das Fragment eines linken Oberschenkelknochens (PIUW 2349/III)
- Das Fragment eines vermutlich rechten Schienbeins (PIUW 2348/35)
Alle Belegstücke stammen aus der Grünbach-Formation als Teil der Gosau-Gruppe und werden am Paläontologischen Institut der Universität Wien (PIUW) aufbewahrt.[4] Die kohleführende Grünbach-Formation lässt sich auf Basis von biostratigraphisch verwertbaren Fossilfunden aus der unterlagernden Maiersdorf-Formation und der überlagernden Piesting-Formation dem unteren Campanium zuordnen, was einem Alter von etwa 83,5–76 Ma entspricht.[15]

Mochlodon vorosi
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von der zweiten Art liegt wesentlich mehr Belegmaterial vor:[4]
- Ein vollständiger linker Unterkiefer mit vier abgebrochenen Zähnen (MTM V 2010.105.1; Holotypus der Art)
- Vier weitere, fast vollständige Unterkiefer, zwei linke (MTM V 2010.105.1, MTM 2012.15.1) und zwei rechte (MTM V 2010.107.1, MTM V 2010.109.1), sowie insgesamt sechs Unterkieferfragmente
- Ein linkes Postorbitale (MTM 2012.14.1)
- Zwei rechte Quadrata (MTM V 2010.110.1, MTM V 2010.111.1)
- Insgesamt 15 einzelne Zähne des Oberkiefers und 23 einzelne Zähne des Unterkiefers
- Vier einzelne Wirbel aus unterschiedlichen Abschnitten der Wirbelsäule
- Ein fast vollständiges, aber flachgedrücktes Kreuzbein (MTM V 2010.121.1)
- Insgesamt drei Rabenbeine (MTM V 01.53, MTM V 2010.122.1, MTM V 2010.123.1) und ein fragmentarisches Schulterblatt (MTM 2012.22.1)
- Ein vollständiger Oberarmknochen (MTM V 2010.128.1), sowie das Fragment eines weiteren (MTM 2012.23.1)
- Eine vollständige Ulna (MTM 2012.24.1)
- Zwei fast vollständige (MTM V 01.225, MTM V 2010.126.1) und ein fragmentarisch erhaltener Oberschenkelknochen (MTM 2012.25.1)
- Ein vollständiger Schienbeinknochen (MTM V 2010.127.1) und zwei Schienbeinfragmente (MTM V 01.101, MTM 2012.26.1)
- Zwei Phalangen (MTM 2012.27.1, MTM 2012.28.1)
Alle Fossilbelege stammen aus der Csehbánya-Formation und werden am Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museum (Magyar Természettudományi Múzeum – MTM) in Budapest aufbewahrt.[4] Die Csehbánya-Formation lässt sich auf Basis palynologischer Befunde in das Santonium (etwa 86,3–83,5 mya) stellen.[16] Mochlodon vorosi ist damit nicht nur älter als Mochlodon suessi, sondern gleichzeitig auch der älteste bekannte Vertreter der sich gesichert den Rhabdodontidae zuordnen lässt.[4]
Merkmale
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Körpergröße und Körpermasse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mochlodon ist eine Gattung relativ kleinwüchsiger Vertreter der Iguanodontia. Auf Basis der vorhandenen Fossilbelege lässt sich die Gesamtkörperlänge der adulten Tiere auf etwa 1,6–1,8 m bestimmen. Mochlodon war damit deutlich kleiner als die nahe verwandte Gattung Zalmoxes, für die eine maximale Gesamtkörperlänge von bis zu 2,5 m wahrscheinlich ist. Die Gattungen Mochlodon und Zalmoxes aus Österreich, Ungarn und Rumänien stehen damit größenmäßig in deutlichem Gegensatz zur Gattung Rhabdodon aus Frankreich und Spanien, die eine Gesamtkörperlänge von bis zu 6 m erreichen konnte.[4]
Für Mochlodon vorosi wird eine Körpermasse von 31 kg geschätzt.[17]

Gattungs- und arttypische Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](In Klammer gesetzte Abkürzungen beziehen sich auf die nebenstehende Abbildung. Die Beschreibung der gattungstypischen Merkmale erfolgt in Anlehnung an die Beschreibung durch Ősi et al., 2012.[4])
Die Gattung Mochlodon unterscheidet sich von anderen Vertretern der Rhabdodontidae insbesondere durch einige Merkmale des bezahnten Unterkiefers (Dentale):
Die Außenseite des Unterkiefers weist caudal, unmittelbar unterhalb des Processus coronoideus („cop“) eine flache Vertiefung („dep“) auf. Dieses Merkmal ist bei Mochlodon suessi schwächer ausgeprägt als bei Mochlodon vorosi. Das umfangreichere Belegmaterial für Mochlodon vorosi deutet zudem darauf hin, dass das Merkmal bei größeren Individuen stärker ausgeprägt war, als bei kleineren. Die Oberfläche dieser Vertiefung ist mit feinen, rostrocaudal orientierten Knochenleisten skulpturiert. Die physiologische Funktion dieser Vertiefung ist noch nicht abschließend geklärt, vermutet wird jedoch, dass es sich um eine verstärkte Ansatzstelle für die externen Kieferadduktoren handelt.
Die Symphyse („sy“), die Kontaktfläche der knorpeligen Verbindung zwischen den beiden Unterkieferästen, ist nur leicht nach innen gekrümmt. Die dorsale Kante („ded“) der Symphyse verläuft in seitlicher Ansicht gerade, parallel zur Längsachse des Unterkiefers (Mochlodon vorosi) oder ist nur leicht rostroventral geneigt (Mochlodon suessi). In diesem Bereich befindet sich zudem an der Oberkante des Unterkiefers eine tiefe Grube („gr“), die sich caudal erweitert.
Mochlodon vorosi unterscheidet sich zudem von Rhabdodon und Zalmoxes in der Form des Quadratbeins, dessen Kopf („qh“) stark nach hinten gekrümmt ist. Bei Mochlodon suessi liegt kein entsprechender Fossilbeleg für dieses Element des primären Kiefergelenks vor.
Bezahnung
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(In Klammer gesetzte Abkürzungen beziehen sich auf die nebenstehende Abbildung. Die Beschreibung der Bezahnung erfolgt in Anlehnung an die Beschreibungen durch Ősi et al., 2012[4] und Virág & Ősi, 2017.[18])
Wie bei anderen Vertretern der Rhabdodontidae unterscheiden sich die Zähne des Ober- und des Unterkiefers in ihrer Form:
Die Krone der Oberkieferzähne weist in labialer und lingualer Ansicht einen annähernd abgerundet rechteckigen Umriss auf. Die Abnutzungsfläche („wf“) liegt lingual. Der Zahnschmelz („en“) der Labialseite ist mit 8–13 annähernd parallelen und gleich starken Längsrippen („lr“) ornamentiert, die an der Basis der Krone sowie mesial und distal von einem leicht erhöhten Rand („cr“) umrahmt werden. Der mesiale und der distale Rand der Krone sind leicht gezähnt. Bei weniger stark abgenutzten Oberkieferzähnen zeigt der Schmelz der Lingualseite ebenfalls eine Ornamentierung mit schwach ausgeprägten, parallelen Längsrippen, die jedoch bei zunehmender Abnutzung verschwindet.
Die Krone der Unterkieferzähne weist in labialer und lingualer Ansicht einen annähernd rautenförmigen Umriss auf. Die Abnutzungsfläche liegt labial. Der Zahnschmelz der lingualen Seite wird, im Gegensatz zu den Zähnen des Oberkiefers, durch eine besonders stark ausgeprägte, mittig liegende, primäre Längsrippe („pr“) in zwei U-förmige Felder geteilt. Die primäre Längsrippe wird auf jedem dieser Felder von 5–7 schwächer ausgeprägten Nebenrippen („sr“) begleitet, die in der Regel nicht bis zur Basis der Krone reichen. Der mesiale und der distale Rand der Krone sind leicht gezähnt („dm“). Ein leicht erhöhter Rand an der Kronenbasis fehlt. Die Labialseite weniger stark abgenutzter Unterkieferzähne zeigt, analog zur Lingualseite der Oberkieferzähne, ebenfalls eine Ornamentierung mit schwach ausgeprägten, parallelen Längsrippen, die bei zunehmender Abnutzung verschwindet.
Die einfachen Wurzeln der Oberkieferzähne sind robust und erreichen eine Länge, die etwa dem Dreifachen der Kronenlänge entspricht, während die Wurzeln der Unterkieferzähne maximal nur etwa 1,5-fache Kronenlänge erreichen. In beiden Fällen finden sich auf der Lingualseite der Wurzeln flache, elliptische Einbuchtungen („rgr“), die der Position der Krone des jeweils nachdrängenden Ersatzzahnes entsprechen.
Die Abnutzungsflächen der Zähne zeigen gerade, annähernd parallele Kratzer, die auf eine weitgehend orthale Kaubewegung der Kiefer schließen lassen. Das bedeutet, dass sich Ober- und Unterkiefer nur vertikal, nicht jedoch palinal (vor und zurück) oder transversal (seitlich) zueinander bewegten. Einige wenige Einzelzähne, die ursprünglich als Unterkieferzähne von Mochlodon vorosi bestimmt worden waren, zeigen ein davon abweichendes Abnutzungsmuster mit annähernd konzentrisch angeordneten, bogenförmigen Kratzern, die für eine gleichzeitige Kombination aus orthaler und palinaler Kieferbewegung beim Kauvorgang sprechen. Eine solche circumpalinale Kaubewegung ist von Vertretern der Ornithopoda unbekannt, wurde jedoch bei einigen Vertretern der Neoceratopsia festgestellt, deren Zähne große Ähnlichkeit mit denen von Ornithopoden haben können.[19] Es wird daher vermutet, dass die Einzelzähne mit abweichenden Abnutzungsmustern nicht Mochlodon vorosi zuzuordnen sind, sondern Ajkaceratops kozmai, dem einzigen bekannten Vertreter der Neoceratopsida aus der Csehbánya-Formation.[18]
Systematik
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| Systematische Stellung der Gattung Mochlodon innerhalb der Ornithopoda, vereinfacht nach Herne et al., 2019.[20] |
