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Mitterdorf (Roding)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mitterdorf
Stadt Roding
Koordinaten: 49° 12′ N, 12° 30′ OKoordinaten: 49° 12′ 0″ N, 12° 30′ 30″ O
Höhe: 361 m ü. NHN
Einwohner: 2197 (30. Dez. 2024)[1]
Postleitzahl: 93426
Vorwahl: 09461
Mitterdorf (Bayern)
Mitterdorf (Bayern)
Lage von Mitterdorf in Bayern

Mitterdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Roding im Landkreis Cham in der Oberpfalz. Der Ort war bis zum 1. Juli 1971 Sitz einer selbständigen Gemeinde und wurde im Zuge der bayerischen Gebietsreform nach Roding eingegliedert.[2] Die Gemarkung Mitterdorf besteht als Katastereinheit fort. Zur ehemaligen Gemeinde beziehungsweise zum historischen Siedlungsbereich werden in der Ortschronik unter anderem Am Bahnhof, Angermühle, Gstetten, Heide, Heilbrünnl, Kronwitt, Mitterdorf, Nassen, Oberdorf, Oberkreith und Riebeisenmühle gerechnet.[3]

Frühgeschichte und Siedlungsanfänge

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Der Raum Mitterdorf ist deutlich älter besiedelt, als es die schriftliche Überlieferung belegt. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege weist im Gebiet der Stadt Roding zahlreiche Bodendenkmäler aus, darunter spätpaläolithische und mesolithische Freilandstationen, neolithische Siedlungen sowie Siedlungsspuren der Bronze- und Latènezeit. Für den Bereich Heilbrünnl sind außerdem archäologische Befunde der frühen Neuzeit im Umfeld der Wallfahrtskirche nachgewiesen.[4]

Es gibt vorgeschichtliche Lesefunde in der Gemarkung Mitterdorf. Auf der Terrasse unterhalb der Wallfahrtskirche Heilbrünnl wurden neolithische Silexartefakte und vorgeschichtliche Keramik, darunter auch Scherben der Stichbandkeramik, festgestellt. Das belegt, dass der Mitterdorfer Raum bereits in vorgeschichtlicher Zeit als Siedlungs- oder Aufenthaltsraum genutzt wurde.[5]

Die topographische Lage erklärt diese frühe Besiedlung. Mitterdorf liegt im Übergangsraum zwischen dem Regen, den Niederungen und den etwas höher gelegenen Terrassen und Verbindungswegen in Richtung Wetterfeld, Altenkreith und Michelsneukirchen. Solche Lagen boten Zugang zu Wasser, fruchtbaren Böden, Verkehrswegen und später zu Mühlen- und Hofstandorten. Auch die dichte Streuung von Weilern, Einöden und Mühlen im historischen Gemeindebereich zeugt von einer gewachsenen Kulturlandschaft.[3][6]

Mittelalter und frühe Neuzeit

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Der historische Raum um Mitterdorf ist seit dem Mittelalter in den Einflussbereich von Roding, Wetterfeld und den kirchlichen Strukturen der Umgebung eingebunden. Die Nähe zu Roding und zu älteren Herrschafts- und Kirchenstandorten wie Wetterfeld, Kalsing und Heilbrünnl verweist auf eine enge Verflechtung mit der regionalen Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte.[7][4]

Für die frühe Neuzeit ist besonders das Umfeld von Heilbrünnl wichtig. Die Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau wurde 1730 als spätbarocker Bau errichtet; zur Anlage gehören unter anderem Eremitenwohnung, Mariengrotte, Kreuzwegstationen und weitere Ausstattungsstücke. Die Kirche steht an einem Ort, dessen religiöse Bedeutung bis heute das weitere Mitterdorfer Umfeld prägt.[8][9]

Auch die Angermühle zeigt, dass der Siedlungsraum Mitterdorf bereits in der frühen Neuzeit wirtschaftlich differenziert war. Für die Mühle ist eine Besitzgeschichte seit dem frühen 17. Jahrhundert überliefert; 1605 gehörte sie Sebald Kaiser, 1652 ging sie in den Besitz des Rodinger Bürgermeisters Michael Heber über. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wird dort sogar ein Eisenhammer erwähnt. Die Angermühle ist damit ein wichtiger Hinweis auf die Verbindung von Landwirtschaft, Mühlenwesen und kleingewerblicher Nutzung im Mitterdorfer Raum.[6]

19. Jahrhundert

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Spätestens im 19. Jahrhundert tritt Mitterdorf als klar konturierte Landgemeinde hervor. Das Register der heimatkundlichen Reihe Rodinger Heimat weist für Mitterdorf eigene Beiträge zu den alten Hausnummern von 1808 sowie zur Verteilung des Gemeindeangers im selben Jahr nach. Das zeigt, dass der Ort damals bereits über gefestigte Besitz-, Hof- und Gemeindestrukturen verfügte.[10]

Für das 19. Jahrhundert ist außerdem die Entwicklung des örtlichen Feuerwehrwesens aussagekräftig. Nach einem verheerenden Großbrand vom 27. September 1866, bei dem über 20 Wohnhäuser mit Nebengebäuden zerstört wurden, begann die Gemeinde mit dem Aufbau einer eigenen Feuerwehr. Um 1870 setzte der organisatorische Aufbau der Wehr ein; am 10. März 1873 erließ die Gemeindeverwaltung eine Feuerlöschordnung. 1874 bestand die Wehr bereits aus 50 Mitgliedern, 1877 wurde die erste Feuerspritze beschafft. Diese Entwicklung verweist zugleich auf Größe, Zusammenhalt und Organisationsgrad der damaligen Landgemeinde Mitterdorf.[11]

Mit dem Bahnhofsbereich erhielt die Gemeinde im 19. Jahrhundert zusätzlich einen neuen wirtschaftlichen und verkehrlichen Schwerpunkt. Die Ortschronik nennt ausdrücklich Am Bahnhof als Teil der ehemaligen Gemeinde; heute gehört Roding am Bahnhof weiterhin zum von Mitterdorf geprägten Raum und zugleich zum Schutzbereich der Freiwilligen Feuerwehr Mitterdorf.[3][12]

20. Jahrhundert bis zur Eingemeindung

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Im 20. Jahrhundert blieb Mitterdorf zunächst ländlich geprägt, entwickelte sich aber zugleich stärker in Richtung eines verkehrlich und siedlungsgeographisch erweiterten Vorortes von Roding. Dafür stehen der Bahnhofsbereich, die Ortsteile entlang der Verkehrsachsen sowie später die Industriegebiete am Bahnhof und in Oberkreith, die heute ausdrücklich zum Schutzbereich der Feuerwehr gezählt werden.[12]

Die Vereine des Ortes spiegeln diesen Wandel. Mit der Gründung der SpVgg Mitterdorf 1963 entstand ein neuer zentraler Sportverein, dessen Wurzeln in den bereits 1961/62 ausgetragenen Spielen einer losen Jugendmannschaft lagen. Das erste Heimspiel auf dem in Eigenleistung hergerichteten Platz fand am 5. April 1964 statt; das erste Verbandsspiel der Vereinsgeschichte wurde am 10. Mai 1964 gegen den TSV Dieterskirchen ausgetragen und mit 4:2 gewonnen. Schon 1965 gelang die Meisterschaft und der Aufstieg in die B-Klasse.[13]

Die kommunale Selbständigkeit der Gemeinde Mitterdorf endete am 1. Juli 1971 mit der Eingliederung nach Roding. Die Gemarkung blieb bestehen; zugleich setzte sich die historisch gewachsene Ortsteilstruktur im Alltag, in den Vereinen und im Feuerwehrwesen fort.[2]

Nach der Eingemeindung entwickelte sich Mitterdorf weiter als eigenständiger Stadtteil mit starkem Vereinsleben. Die Feuerwehr modernisierte sich organisatorisch und technisch weiter, die SpVgg baute ihr Angebot aus, und mit dem Burschenverein, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Sportverein blieben drei prägende Träger des gesellschaftlichen Lebens erhalten.[14][15][16]

Ortsteile der Gemarkung Mitterdorf

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Die historische Gemarkung Mitterdorf setzte sich nicht nur aus dem Dorf Mitterdorf im engeren Sinn, sondern aus einer Reihe von Dörfern, Weilern, Einöden und Mühlenstandorten zusammen. Diese kleinteilige Siedlungsstruktur ist typisch für den Raum um Roding und verweist auf eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Als Ortsteile der ehemaligen Gemeinde beziehungsweise der Gemarkung werden unter anderem Am Bahnhof, Angermühle, Gstetten, Heide, Heilbrünnl, Kronwitt, Mitterdorf, Nassen, Oberdorf, Oberkreith und Riebeisenmühle genannt.[17]

Mitterdorf war der Hauptort und namensgebende Mittelpunkt der ehemaligen Gemeinde. Hier bündelten sich die dörflichen Funktionen, die später auch das Vereins- und Gemeinschaftsleben bestimmten. Die Entwicklung des Ortes ist eng mit der Nähe zu Roding verbunden; zugleich blieb Mitterdorf lange ein eigenständiger ländlicher Siedlungskern mit enger Bindung an Landwirtschaft und örtliches Handwerk.[17]

Oberdorf war historisch eng mit Mitterdorf verbunden. Das Sach- und Ortsregister des Vereins für Heimatforschung im Raum Roding verweist ausdrücklich auf die Verteilung des Gemeindeangers zwischen Mitterdorf und Oberdorf im Jahr 1808. Das spricht dafür, dass beide Orte schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts innerhalb der Gemeindestruktur eine zentrale Stellung einnahmen.[18]

Oberkreith gehört zu den größeren und historisch bedeutsameren Ortsteilen des Mitterdorfer Raums. Im Jahrgangsregister des Heimatvereins wird unter anderem auf einen Beitrag zur Werkstatt des Wagners Asam in Oberkreith verwiesen. Das deutet auf eine handwerkliche Prägung des Ortes hin, die über die rein landwirtschaftliche Nutzung hinausging.[19]

Der Ortsteil Am Bahnhof, heute meist als Roding am Bahnhof bezeichnet, entstand aus der verkehrsgeschichtlichen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Mit dem Eisenbahnanschluss erhielt der Raum einen neuen wirtschaftlichen und siedlungsgeographischen Schwerpunkt, der sich vom alten Dorf Mitterdorf unterschied. Dadurch wurde die frühere Landgemeinde Mitterdorf stärker an die Entwicklung Rodings und an überörtliche Verkehrsverbindungen angebunden.[17]

Die Angermühle ist einer der geschichtlich bedeutendsten Ortsteile der Gemarkung. Nach Angaben der Stadt Roding gehört sie zu den ältesten urkundlich erwähnten Gebäuden Rodings; die älteste Erwähnung wird dort um 1118 angesetzt, urkundlich belegt ist die Mühle im herzoglichen Salbuch von 1273. Für die frühe Neuzeit sind mehrere Besitzer überliefert: 1605 gehörte die Mühle Sebald Kaiser, 1652 ging sie in den Besitz des Rodinger Bürgermeisters Michael Heber über; nach dem Dreißigjährigen Krieg wird dort sogar ein Eisenhammer erwähnt.[20] Später wurde die Angermühle auch zu einem frühen Ort technischer Modernisierung, da dort nach Angaben der Stadt Roding bereits 1898 eigener Strom erzeugt wurde, noch vor dem Anschluss Rodings und Mitterdorfs an das allgemeine Stromnetz.[20]

Riebeisenmühle

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Auch die Riebeisenmühle verweist auf die frühere Bedeutung der Mühlenstandorte in der Gemarkung Mitterdorf. Solche Einöden und Mühlen waren nicht nur Produktionsorte, sondern zugleich kleine Siedlungskerne, die das Wirtschaftsleben der Umgebung mitprägten. Ihre Existenz zeigt, dass die Gemarkung historisch nicht allein aus geschlossenen Dorfkernen bestand, sondern aus einem fein verzweigten Netz landwirtschaftlicher und gewerblicher Kleinstandorte.[17]

Heilbrünnl nimmt innerhalb der Gemarkung eine besondere Stellung ein. Der Ort ist vor allem durch die Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau geprägt, die nach Angaben der Stadt Roding 1730 als Rokokokirche errichtet wurde. In der Kirche wird das Wasser der Heilbrünnlquelle in einem Marmorbecken aufgefangen; unzählige Votivgaben und Votivbilder zeugen von der langen Wallfahrtstradition, die bis in die Gegenwart fortlebt.[21] Nach Angaben der Stadt Roding wurde bereits 1668 die erste Kapelle errichtet; 1684 bis 1691 wurde sie erweitert, bevor 1730 der heutige Kirchenbau entstand.[21]

Gstetten, Heide, Kronwitt und Nassen

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Die kleineren Ortsteile Gstetten, Heide, Kronwitt und Nassen stehen beispielhaft für die gewachsene Streusiedlungsstruktur der ehemaligen Gemeinde Mitterdorf. Ihre Namen bewahren ältere Flur- und Landschaftsbezeichnungen und verweisen auf die kleinteilige Erschließung des Landes durch Höfe, Weiler und Einzelanwesen. Historisch bildeten sie zusammen mit den größeren Dörfern und Mühlenstandorten einen funktionalen Zusammenhang, in dem Landwirtschaft, Nachbarschaft und Wegebeziehungen eng miteinander verflochten waren.[17]

Sehenswürdigkeiten

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Wallfahrtskirche Heilbrünnl über dem Fluss Regen (2015)

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit im Mitterdorfer Raum ist die Wallfahrtskirche Heilbrünnl. Sie gehört zu den Wallfahrtskirchen des Bistums Regensburg, die mit einer Quelle verbunden sind. In der 1730 errichteten Rokokokirche wird das Wasser der Heilbrünnlquelle in einem Marmorbecken aufgefangen; Votivgaben und Votivbilder bezeugen die lange Wallfahrtstradition. Die Denkmalliste hebt zudem die Eremitenwohnung, die Mariengrotte und die Kreuzwegstationen hervor.[8][9]

Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist ferner die Angermühle, die als historische Mühle seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar ist und nach Angaben der Stadt Roding sogar auf eine noch ältere Tradition zurückgeht. Sie ist ein wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Technikgeschichte des Mitterdorfer Umlandes.[6][22]

Die wirtschaftliche Entwicklung Mitterdorfs war lange Zeit durch Landwirtschaft, Mühlenwesen und die Nähe zum Regen geprägt. Besonders die Angermühle verweist auf ältere gewerbliche Strukturen; für sie ist eine Besitzgeschichte seit dem frühen 17. Jahrhundert überliefert. Zudem erfolgte dort bereits 1898 eine eigene Elektrifizierung, also noch Jahrzehnte bevor Roding oder Mitterdorf an das allgemeine Stromnetz angeschlossen wurden.[23]

Seit dem 20. Jahrhundert verlagerte sich der wirtschaftliche Schwerpunkt zunehmend in die gewerblich und industriell geprägten Bereiche des näheren Umfelds, insbesondere nach Oberdorf, Oberkreith und Roding am Bahnhof. Dazu zählt das Gewerbegebiet Oberdorf an der Robert-Bosch-Straße ebenso wie die gewerblichen Standorte in Oberkreith und im Bahnhofsbereich.[24]

Als bedeutendster Industriebetrieb des Wirtschaftsraums ist die Mühlbauer AG im Industriegebiet Oberkreith hervorzuheben, welcher der größte Arbeitgeber im westlichen Landkreis ist. Insgesamt zeigt sich damit ein Wandel von der historisch landwirtschaftlich und mühlengewerblich geprägten Siedlung hin zu einem heute stärker von Industrie- und Gewerbestandorten geprägten Umfeld, ergänzt durch vielfältiges Handwerk und kleinere Gewerbebetriebe.[25][26]

Burschenverein Mitterdorf

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Der Burschenverein Mitterdorf 1978 e. V. wurde 1978 gegründet und zählt zu den prägenden Brauchtumsvereinen des Ortes.[16][27] Er widmet sich vor allem der Pflege von Kameradschaft, örtlichem Brauchtum und dörflicher Festkultur.

Zu den wichtigsten Veranstaltungen des Vereins gehört der Kirta, der seit über 40 Jahren zum festen Bestandteil des Mitterdorfer Jahresablaufs zählt. Auch der Mitterdorfer Burschenball ist ein Höhepunkt des örtlichen Faschings und wird in der regionalen Berichterstattung als traditionsreiche Ballnacht hervorgehoben.[28][29][30]

Zum Vereinsleben gehört außerdem ein vereinseigener goldener Oldtimer, der bei Hochzeiten und Vereinsauftritten eingesetzt wird und als markantes Erkennungszeichen des Vereins gilt.[31]

SpVgg Mitterdorf

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Die SpVgg Mitterdorf 1963 e. V. ist der wichtigste Sportverein des Ortes. Ihre Wurzeln reichen in die Jahre 1961/62 zurück; die offizielle Gründung erfolgte am 17. Oktober 1963.[13] Bereits 1965 gelang der ersten Fußballmannschaft die Meisterschaft und der Aufstieg in die B-Klasse. Bis heute kommt dem Fußball als größter Sparte des Vereins besondere Bedeutung zu; der Verein ist mit mehreren Mannschaften im Spielbetrieb des Bayerischen Fußball-Verbands vertreten.[15][32][33]

Heute ist die SpVgg ein Mehrspartenverein mit den Abteilungen Fußball, Turnen, Skisport und Radsport. Während der Fußball den Wettkampfbetrieb und die Jugendarbeit prägt, steht die Turnabteilung vor allem für Breiten- und Gesundheitssport. Die Skiabteilung widmet sich dem Wintersport und der Pflege gemeinsamer sportlicher Aktivitäten, die Radsportabteilung dem Freizeit- und Ausdauersport.[15]

Besondere Bedeutung kommt der Jugendarbeit zu, die in der Vereinschronik mit zahlreichen Meistertiteln dokumentiert ist und 2001 mit dem Sepp-Herberger-Preis des BLSV ausgezeichnet wurde. 2006 beteiligte sich die SpVgg gemeinsam mit dem TB 03 Roding und dem SV Mitterkreith an der Gründung der Junioren-Förder-Gemeinschaft Regenbogen. Die Sportanlagen des Vereins liegen am Kanalweg in Mitterdorf.[34][35]

Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf

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Das LUF 60 gehört seit 2020 zum Fuhrpark der Mitterdorfer Wehr

Die Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf wurde 1873 gegründet; ihre Entstehung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Großbrand vom 27. September 1866, bei dem mehr als 20 Wohnhäuser mit Stallungen und Scheunen zerstört wurden.[11] Bereits in den 1870er Jahren begann der organisatorische und technische Aufbau der Wehr mit Feuerlöschordnung, eigener Mannschaft und erster Feuerspritze. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Ausstattung schrittweise erweitert; seit den 1950er Jahren modernisierte sich die Feuerwehr durch neue Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser kontinuierlich weiter.[11]

Bemerkenswert ist die frühe Beteiligung von Frauen: 1972 galt die Mitterdorfer Damenlöschgruppe mit weiblicher Maschinistin als eine der ersten in Bayern.[11] Heute gehört die Feuerwehr zu den Stadtteilfeuerwehren von Roding. Nach eigenen Angaben versehen rund 55 Aktive Dienst; hinzu kommen eine Jugendfeuerwehr, die Kinderfeuerwehr Fire Dragons und ein Feuerwehrverein mit mehr als 600 Mitgliedern.[14][36][37][38]

Der Schutzbereich umfasst neben der Gemarkung Mitterdorf auch wesentliche Teile der Gemarkung Braunried, darunter unter anderem Braunried, Dicherling, Gstetten, Heide, Heilbrünnl, Kronwitt, Mitterdorf, Nassen, Oberdorf, Oberkreith, Pollenried, Roding am Bahnhof und Zenzing. Zu den besonderen Einsatzschwerpunkten zählen Wohngebiete, landwirtschaftliche Anwesen, der Bahnhofsbereich, die Industriegebiete in Oberkreith und am Bahnhof, die Bundesstraße 85 sowie der Regen. Neben dem Einsatzdienst prägen auch Veranstaltungen wie Feuerwehrball, Sommernachtsfest und Kameradschaftsabend das örtliche Vereinsleben.[12][39]

Zur technischen Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Mitterdorf gehören drei Fahrzeuge, drei Anhänger sowie ein Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60.[40] Das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 dient als Erstangriffsfahrzeug und ist für Brandbekämpfung sowie technische Hilfeleistungen mittleren Umfangs ausgerüstet.[41] Hinzu kommen Mehrzweck- und Logistikfahrzeuge für Transport-, Sicherungs- und Unterstützungsaufgaben im Einsatzdienst.[42] Eine Besonderheit ist das LUF 60, das vor allem für Entrauchung, Belüftung und die Unterstützung bei Brandeinsätzen eingesetzt wird und die technische Leistungsfähigkeit der Wehr deutlich erweitert.[43]


Schützenverein Waldeslust Roding-Bahnhof

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Der Schützenverein Waldeslust Roding-Bahnhof e. V. wurde 1954 gegründet und zählt mit über 280 Mitgliedern zu den größeren Schützenvereinen der Umgebung.[44][45] Nach einer ersten Gründung 1954 ruhte der Verein von 1959 bis 1963 und wurde 1964 als selbständiger Verein wiederbelebt. Bereits 1965 begann der Bau des Kleinkaliber-Schießstandes in Oberkreith, der seither ein zentraler Bestandteil des Vereinslebens ist.[45]

Sportlich ist der Verein in den Disziplinen Luftpistole, Luftgewehr und Sportpistole aktiv; hinzu kommen Auflage-Schießen sowie Lichtgewehr und Lichtpistole für den Nachwuchs.[44][46] Die Mannschaften nehmen am Liga- und Wettkampfbetrieb teil; in der Saison 2025/26 stellte der Verein Teams in der Bayernliga Nord/Ost, Bezirksliga Ost, Kreisliga Ost, Bezirksliga Ost, Kreisliga Südost, Auflage sowie in der Landesliga und Bezirksliga der Sportpistole.[46] 2026 stieg die zweite Luftpistolenmannschaft in die Bezirksoberliga auf.[47]

Seit 2018 nutzt der Verein das Naturnahe Klassenzimmer am Ortsrand von Oberkreith als Vereinsheim. Dort entstand ein neuer, vereinseigener Schießstand mit fünf 10-Meter-Ständen für Luftgewehr und Luftpistole, einer Lichtschießanlage sowie fünf 25-Meter-Ständen für Sportpistole; daneben besteht weiterhin der 50-Meter-Kleinkaliberstand mit vier elektronisch ausgestatteten Bahnen.[48]

Zum Vereinsleben gehören zudem das alljährliche Schlachtfest in Oberkreith am 1. Mai sowie das traditionelle Kleinkaliber-Pokalschießen. Das Schlachtfest ist als öffentliche Veranstaltung im Vereinskalender verzeichnet und zählt zu den festen geselligen Terminen des Jahres.[49] Das KK-Pokalschießen wird seit 1983 auf der Oberkreither Anlage ausgetragen, fand zunächst im zweijährigen, später im dreijährigen Turnus statt und gehört seit Jahren zu den teilnehmerstärksten Veranstaltungen seiner Art in Bayern; 2025 wurde mit 573 Teilnehmern ein Rekord erreicht.[50]

  • Karl Gschwendner, Eduard Trinkerl: Chronik von Roding. Vögel, München 2003, ISBN 978-3-89650-176-9.
  • Eduard Trinkerl: Mitterdorf (Roding) 2006, Ortschronik. Eigenverlag, Roding-Mitterdorf 2006.
  • Verein für Heimatforschung im Raum Roding (Hrsg.): Rodinger Heimat. Jahrbuchreihe, verschiedene Jahrgänge.

Einzelnachweise

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  1. Information von Einwohnermeldeamt
  2. 1 2 Roding (Regen). In: GenWiki. Abgerufen am 23. April 2026.
  3. 1 2 3 Mitterdorf (Roding) 2006, Ortschronik. In: GenWiki. Abgerufen am 23. April 2026.
  4. 1 2 Denkmalliste für die Stadt Roding, Stand 05.02.2026. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 23. April 2026.
  5. Die Cham-Further Senke in der Vorgeschichte. Abgerufen am 23. April 2026.
  6. 1 2 3 Angermühle Roding. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  7. Die Geschichte der Stadt Roding. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  8. 1 2 Wallfahrtskirche Heilbrünnl. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  9. 1 2 Denkmalliste der Stadt Roding: Eintrag Heilbrünnl 1; Heilbrünnl 2; Mitterdorfer Straße. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 23. April 2026.
  10. Sach- und Ortsregister „Rodinger Heimat“. In: Verein für Heimatforschung im Raum Roding. Abgerufen am 23. April 2026.
  11. 1 2 3 4 Chronik. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  12. 1 2 3 Über uns. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  13. 1 2 Chronik der Spielvereinigung Mitterdorf 1963 e.V. In: spvgg-mitterdorf.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  14. 1 2 Startseite. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  15. 1 2 3 SpVgg Mitterdorf 1963 e.V. In: spvgg-mitterdorf.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  16. 1 2 Vereine und Verbände in der Stadt Roding. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  17. 1 2 3 4 5 Mitterdorf (Roding) 2006, Ortschronik. In: GenWiki. Abgerufen am 23. April 2026.
  18. Sach- und Ortsregister. In: Verein für Heimatforschung im Raum Roding. Abgerufen am 23. April 2026.
  19. Jahrgangsregister 1–34. In: Verein für Heimatforschung im Raum Roding. Abgerufen am 23. April 2026.
  20. 1 2 Angermühle Roding – Historische Mühle seit dem 12. Jahrhundert. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  21. 1 2 Wallfahrtskirche Heilbrünnl. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  22. Spannende Führungen in und um Roding. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  23. Angermühle Roding. In: roding.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  24. Bebauungsplan Gewerbegebiet Oberdorf – Robert-Bosch-Straße West. In: roding.de. 20. April 2026, abgerufen am 23. April 2026.
  25. Mühlbauer. Abgerufen am 23. April 2026.
  26. Anfahrtsbeschreibung Roding. In: Mühlbauer. Abgerufen am 23. April 2026.
  27. bv_mitterdorf_1978. In: Instagram. Abgerufen am 23. April 2026.
  28. Burschenverein Mitterdorf 1978 e.V. In: bv-mitterdorf.chayns.site. Abgerufen am 23. April 2026.
  29. Sophie Schreiner ist die Ballkönigin der Mitterdorfer Burschen. In: idowa.de. 2. Februar 2024, abgerufen am 23. April 2026.
  30. Hochdekorierte Burschen tanzen in Mitterdorf eine Nacht durch. In: idowa.de. 4. Februar 2024, abgerufen am 23. April 2026.
  31. Mit goldenem Oldtimer ins Eheglück: Wie die Mitterdorfer Burschen zu ihrem Kult-Fahrzeug kamen. In: Mittelbayerische Zeitung. 30. Juli 2023, abgerufen am 23. April 2026.
  32. SpVgg Mitterdorf. In: BFV. Abgerufen am 23. April 2026.
  33. SpVgg Mitterdorf (Herren). In: BFV. Abgerufen am 23. April 2026.
  34. Chronik erfolgreicher Jugendarbeit. In: spvgg-mitterdorf.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  35. Chronik erfolgreicher Jugendarbeit: Gründung der JFG Regenbogen. In: spvgg-mitterdorf.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  36. Aktive Wehr. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  37. Verein. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  38. Kinderfeuerwehr „Fire Dragons“. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  39. Veranstaltungen. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  40. Aktive Wehr. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  41. LF8/6 (Löschgruppenfahrzeug). In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  42. Verkehrsunfall mit PKW. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. 19. April 2026, abgerufen am 23. April 2026.
  43. LUF60. In: Freiwillige Feuerwehr Mitterdorf. Abgerufen am 23. April 2026.
  44. 1 2 Waldeslust Roding-Bahnhof. In: schuetzen-waldeslust.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  45. 1 2 Chronik des Schützenvereins „Waldeslust“ Roding – Bahnhof. In: schuetzen-waldeslust.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  46. 1 2 Sport – Unsere Teams 2025/26. In: schuetzen-waldeslust.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  47. LP2 steigt in Bezirksoberliga auf! In: schuetzen-waldeslust.de. 23. März 2026, abgerufen am 23. April 2026.
  48. Vereinsheim und Schießstände. In: schuetzen-waldeslust.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  49. Termine. In: schuetzen-waldeslust.de. Abgerufen am 23. April 2026.
  50. Traditionelles KK – Pokalschießen. In: schuetzen-waldeslust.de. Abgerufen am 23. April 2026.