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Miss Potter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Die zauberhafte Welt der Beatrix Potter
Originaltitel Miss Potter
Produktionsland Großbritannien, USA, Isle of Man
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 92 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Phoenix Pictures
Stab
Regie Chris Noonan
Drehbuch Richard Maltby junior
Produktion
Musik Nigel Westlake
Kamera Andrew Dunn
Schnitt Robin Sales
Besetzung und Synchronisation

Miss Potter (auch Die zauberhafte Welt der Beatrix Potter) ist eine Filmbiografie unter Regie von Chris Noonan und erschien 2006. Renée Zellweger spielt Beatrix Potter, Autorin des britischen Kinderbuchklassikers Die Geschichte von Peter Hase.

London im Jahre 1902: Beatrix Potter wohnt im Haus ihrer wohlhabenden Eltern. Entgegen den gesellschaftlichen Konventionen hat sie nicht die Absicht zu heiraten. Nachdem ihre Eltern mehrfach vergeblich versucht hatten, sie mit standesgemäßen, wohlhabenden Männern zu verheiraten, haben sie dieses Vorhaben inzwischen aufgegeben. Da Beatrix Potter abgesehen von Besuchern ihrer Eltern wenig Kontakt zur Außenwelt hat, lebt sie weitgehend in ihrer eigenen Fantasiewelt und widmet sich ihrer Leidenschaft: Bilder von Tieren zu zeichnen und diese mit Texten zu versehen.

Gegen den Willen ihrer Eltern, die nichts von eigenständigen Frauen halten, fasst sie den Entschluss, ihre Werke als Kinderbuch veröffentlichen zu lassen. Mit ihrer Anstandsdame Miss Wiggin sucht sie den Verlag Warne Brothers auf, um ihre Arbeit vorzustellen. Obwohl die beiden Inhaber des Verlags, die Brüder Harold und Fruing Warne, Beatrix’ Arbeiten nur belächeln und geringschätzen, beschließen sie, das Buch dennoch zu veröffentlichen – wie sich herausstellt, nur um ihrem jüngsten Bruder Norman eine Beschäftigung zu geben, da dieser eine Mitarbeit im Verlag wünschte und sie ihm diese versprochen hatten. Zur großen Überraschung der Verleger wird The Tale of Peter Rabbit ein großer Erfolg.

Über ihre gemeinsame Arbeit hinaus verbindet Beatrix und Norman bald eine Freundschaft, und Normans Schwester Millie, ebenfalls eine überzeugte Junggesellin, wird ihre beste Freundin. Zum Entsetzen von Beatrix’ Eltern, welche die Familie Warne als Geschäftsleute unter ihrem gesellschaftlichen Stand ansehen, verlieben sich schließlich Norman und Beatrix ineinander und wollen heiraten. Beatrix will von den Bedenken ihrer Eltern nichts hören. Schließlich verständigen sie sich darauf, den Sommer wie jedes Jahr mit der Familie im englischen Lake District zu verbringen. Sollte die Liebe der beiden danach immer noch da sein, würden die Eltern die Heirat akzeptieren. Während dieser Zeit wird Norman in London plötzlich krank und verstirbt völlig unerwartet, woraufhin Beatrix in eine Depression verfällt.

Durch das Einwirken von Normans Schwester Millie beschließt Beatrix, ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen, und kauft einen Hof im Lake District, dessen Landschaft sie schon immer über alles geliebt hat. William Heelis, ein Jugendfreund aus der Gegend, welcher inzwischen Anwalt geworden ist, unterstützt sie dabei.

Mit der Zeit erholt sie sich von dem Verlust, widmet sich wieder ihren Zeichnungen und kauft im Laufe der Jahre einen Großteil des umgebenden Landes auf, um die unberührte Natur vor Großinvestoren zu schützen. Schlussendlich heiratet sie acht Jahre nach ihrem Umzug in den Lake District ihren Jugendfreund William Heelis. Nach ihrem Tod hinterließ Beatrix dem britischen Volk 1600 Hektar Farmland in einer Stiftung zugunsten des Naturschutzes.

Entstehung und Veröffentlichung

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Der Film wurde in London, an verschiedenen Orten in Cumbria, East Sussex, Middlesex und West Sussex, auf der Isle of Man und in Schottland gedreht.[3] Seine Weltpremiere fand am 3. Dezember 2006 in London statt, der Kinostart in Großbritannien folgte am 5. Januar 2007. Gegenüber einem geschätzten Budget von 30 Mio. US-Dollar spielte er an den weltweiten Kinokassen rund 35 Mio. US-Dollar ein.[4] Inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen Gesamteinnahmen von etwa 54 Mio. US-Dollar. In Deutschland fand der Film keinen Kinoverleih und erschien am 23. Oktober 2008 direkt auf DVD.[5] Die deutsche Synchronfassung entstand bei Deutsche Synchron in Berlin, Regie führte Karin Buchholz nach einem Dialogbuch von Gabriele Böhm.[2]

Figur Darsteller Deutscher Sprecher[2]
Beatrix PotterRenée ZellwegerRanja Bonalana
… jungLucy BoyntonAnna Sophia Stephan
Norman WarneEwan McGregorPhilipp Moog
Millie WarneEmily WatsonGundi Eberhard
Helen PotterBarbara FlynnKarin Buchholz
Rupert PotterBill PatersonKaspar Eichel
Miss WigginMatyelok GibbsMarianne Lutz
William HeelisLloyd OwenViktor Neumann
Harold WarneAnton LesserHans-Jürgen Dittberner
Fruing WarneDavid BamberFrank Ciazynski
Mrs. WarnePhyllida LawLuise Lunow
FionaPatricia KerriganUlrike Hübschmann
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 68 %[6]
Metacritic (Metascore) 57/100[7]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[8]
James Berardinelli SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[9]

Miss Potter erhielt ein verhaltenes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes zwar mehrheitlich wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Frisch“ ein.[6] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Durchwachsen oder Durchschnittlich“ aus.[7]

„Das weitgehend leblose Filmporträt will zwar die Kunst als Überlebensstrategie darstellen, lässt dabei aber nie die poetische Kraft und Leichtigkeit der Werke seiner Protagonistin erahnen.“

„Der zauberhafte Film, der durch die weichen Farben oft wie ein Märchen erscheint, erweckt eine vergangene Zeit zum Leben und zeigt, dass es sich lohnt, auch als Erwachsener seine Phantasie zu leben.“

Stephan Sigg[11]

James Berardinelli schrieb, der Film erlaube sich einige Freiheiten, aber stelle die wesentlichen Fakten über Potter korrekt dar. Er wirke wie ein etwas modernisierter Roman von Jane Austen mit einer starke Frau, die sich gegen Konventionen auflehne. Die Liebesgeschichte sei „schön konstruiert“; Noonan vermeide zu viel Sentimentalität. Die Darstellungen seien solide; Berardinelli lobte besonders Renée Zellweger, den „jungenhaft charmanten“ Ewan McGregor und Emily Watson. Die Stärke des Films läge in der Einfachheit seiner Intentionen.[9]

Renée Zellweger wurde für einen Golden Globe Award in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical nominiert; außerdem wurde sie für einen Saturn Award 2007 nominiert. Der Film erhielt 2007 den Truly Moving Sound Award des Heartland Film Festivals. Der Musiktitel When You Taught Me How To Dance von Katie Melua wurde für den World Soundtrack Award 2007 nominiert.

  1. Freigabebescheinigung für Miss Potter. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 115066/DVD; abgerufen am 17. April 2026).
  2. 1 2 Miss Potter. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 1. Februar 2026.
  3. Drehorte für Miss Potter
  4. https://www.boxofficemojo.com/release/rl3445786113/
  5. Premierendaten für Miss Potter
  6. 1 2 Miss Potter. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 130 Kritiken).
  7. 1 2 Miss Potter. In: Metacritic. Abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 29 Kritiken).
  8. Mark Deming: Miss Potter (Memento vom 17. November 2019 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  9. 1 2 Filmkritik von James Berardinelli: „beautifully constructed“
  10. Miss Potter. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
  11. Filmkritik von Stephan Sigg
Commons: Miss Potter – Sammlung von Bildern